Almonty Aktie: 227,6 Millionen Dollar Insiderverkäufe
Trotz Rekord-Insiderverkäufen von über 227 Mio. Dollar startet Almonty die Produktion in Südkorea. Analysten bleiben optimistisch.

- Produktionsstart in der Sangdong-Mine
- Insiderverkäufe im Wert von Millionen
- Analysten bestätigen Kaufempfehlungen
- Aktie zeigt hohe Volatilität
Ausgerechnet zum Start der kommerziellen Produktion trennen sich Führungskräfte von Almonty Industries von einem Rekordvolumen eigener Aktien. Über 227 Millionen Dollar an Netto-Insiderverkäufen registrierten Beobachter in den vergangenen 90 Tagen. Der Tungsten-Produzent selbst meldet unterdessen einen operativen Meilenstein.
Sangdong läuft an, Führungskräfte steigen aus
Am 1. Juli hat Almonty in der südkoreanischen Sangdong-Mine mit der Produktion von verkaufsfähigem Wolframkonzentrat begonnen. Über Nacht wurde aus dem Projektentwickler ein zertifizierter Produzent. Der Markt reagierte zunächst euphorisch: In New York sprang die Aktie am 10. Juli um fast 11 Prozent auf 14,70 Dollar, in Toronto ging es um 12,4 Prozent auf 23,38 kanadische Dollar nach oben. Die Aufnahme in den Russell 1000 und den Russell 3000 gab zusätzlichen Schub.
Die Freude währte nicht lange. Direktor Mark Trachuk verkaufte am 2. Juli 200.000 Aktien zu je 24,07 Dollar – ein Erlös von rund 4,8 Millionen Dollar. Barchart-Daten bestätigen die Transaktion und einen Rückgang seines Anteilsbestands um 7,4 Prozent. Von den insgesamt 227,6 Millionen Dollar an Nettoverkäufen entfielen 75,1 Millionen Dollar direkt auf Führungskräfte.
Analysten winken ab
Die Wall Street lässt sich von den Verkäufen kaum beeindrucken. DA Davidson hob sein Kursziel von 25 auf 33 Dollar an. Bank of America Securities bestätigte seine Kaufempfehlung. Sechs Analysten kommen im Konsens auf ein „Moderate Buy“ mit einem Kursziel von durchschnittlich 21,88 Dollar – kaum Luft nach oben vom aktuellen Niveau, aber ein Signal für die schwierige Abwägung zwischen Chance und Risiko.
Ein virtuelles Investorentreffen mit CEO Lewis Black stärkte zusätzlich das Vertrauen. Themen waren der Hochlauf in Sangdong, eine mögliche Kooperation mit der US-Regierung und die solide Bilanzlage.
Der Produktionsstart im Detail
In den ersten 2,6 Monaten verarbeitet Almonty einen Oberflächenbestand von rund 139.700 Tonnen Erz mit einem Wolframoxidgehalt zwischen 0,24 und 0,35 Prozent. Der geschätzte Bruttowert liegt bei etwa 68 Millionen US-Dollar. Diese Phase soll den Anlagenbetrieb stabilisieren, bevor die Mine auf kontinuierliche Vollproduktion von 4.600 Tonnen Wolframkonzentrat pro Jahr umstellt.
Vorausgegangen war eine große Finanzierungsrunde. Im Juni platzierte Almonty Wandelanleihen mit 2,25 Prozent Zins und Fälligkeit 2031. Nachdem die Konsortialbanken ihre Mehrzuteilungsoption vollständig ausübten, stieg der Gesamterlös auf 800 Millionen Dollar. Der anfängliche Wandlungspreis liegt bei etwa 27,40 Dollar je Aktie.
Rund 772,7 Millionen US-Dollar Nettoerlös aus der Anleihe sind für Schuldenrefinanzierung und Bilanzstärkung vorgesehen. Das dürfte dem Unternehmen während der Hochlaufphase finanzielle Stabilität verschaffen. Zusätzliches Gewicht erhält die Geschichte durch den Großaktionär Plansee Group: In seinen Geschäftszahlen für 2025/26, veröffentlicht am 7. Juli, bestätigte der Konzern eine langfristige Wolfram-Lieferbeziehung mit Sangdong.
Extreme Schwankungen bleiben
Vom 52-Wochen-Hoch bei 33,35 kanadischen Dollar, erreicht am 17. April, hat sich die Aktie um fast 36 Prozent entfernt. Über den 200-Tage-Durchschnitt von 18,76 kanadischen Dollar liegt sie dagegen knapp 14 Prozent höher. Der 50-Tage-Durchschnitt von 25,24 kanadischen Dollar liegt gut 15 Prozent über dem aktuellen Kurs von 21,37 kanadischen Dollar.
Der RSI von 41,3 deutet weder auf überkaufte noch auf überverkaufte Bedingungen hin. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität bleibt mit fast 100 Prozent extrem hoch – ein Zeichen dafür, wie schwer sich der Markt tut, die starken Wolfram-Fundamentaldaten gegen die Insiderverkäufe abzuwägen.
Auf Sicht von zwölf Monaten steht dennoch ein Plus von 227,76 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn sind es 77,64 Prozent. Die Rally bleibt beeindruckend, auch wenn Führungskräfte parallel Kasse machen und der Markt weiterhin zwischen Sangdongs operativem Durchbruch und der Verkaufswelle aus der Chefetage schwankt.
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