Almonty Aktie: 234 Prozent Preissprung bei Ammoniumparawolframat
Almonty profitiert von Chinas Exportstopp für Wolfram. Die Aktie fiel zuletzt, doch die Nachfrage nach dem strategischen Rohstoff bleibt hoch.

- Chinesischer Exportstopp treibt Wolframpreise
- Produktionsstart in südkoreanischer Sangdong-Mine
- Milliarden-Anleihe belastet kurzfristig Aktie
- Aufnahme in Russell-Indizes lockt Kapital an
Almonty Industries erlebt an der Börse eine paradoxe Phase. Die Aktie rutschte seit ihrem April-Hoch um knapp 34 Prozent auf 21,85 Kanadische Dollar ab. Die fundamentale Lage erzählt eine völlig andere Geschichte. Der globale Markt für Wolfram leidet unter massiver Knappheit.
Chinas Export-Stopp treibt Preise
Peking drosselt den globalen Markt. China stoppte im Frühjahr den Export von Wolframkarbid nach Japan und Europa. Die Folge: Die Preise für Schlüsselderivate explodieren.
Ammoniumparawolframat (APT) verteuerte sich seit Jahresbeginn um 234 Prozent. Die High-Tech-Industrie spürt den Druck massiv.
Wolframhexafluorid ist unverzichtbar für die Halbleiterproduktion. Hier schoss der Preis allein im April um gut 200 Prozent nach oben. Ein Kilogramm kostet mittlerweile rund 150 US-Dollar.
Almonty positioniert sich genau in dieser Lücke. Der Konzern baut seine südkoreanischen Kapazitäten aus. Er agiert als einer der wenigen integrierten Lieferanten außerhalb des chinesischen Einflussbereichs.
Millionen-Vorrat füttert die Anlagen
Am 1. Juli 2026 startete Almonty die Verarbeitung in der südkoreanischen Sangdong-Mine. Das ist ein historischer Meilenstein. Erstmals seit Jahrzehnten produziert der Standort wieder verkaufsfähiges Wolframkonzentrat.
Zunächst greift das Unternehmen auf gewaltige Halden zurück. Während der Entwicklungsphase sammelten sich knapp 140.000 Tonnen Roherz an. Der Wolframtrioxid-Gehalt liegt bei 0,25 Prozent. Beim aktuellen Marktpreis entspricht dieser Bestand einem Bruttowert von etwa 68 Millionen US-Dollar.
Dieser Vorrat reicht für gut zweieinhalb Monate. Er füttert die Anlagen in der ersten Ausbaustufe. Danach wechselt das Unternehmen zum Abbau von höhergradigem Material unter Tage.
Anleihe bremst den Aktienkurs
Ein gewaltiges Finanzierungspaket dämpft aktuell die Euphorie der Anleger. Almonty platzierte kürzlich eine Wandelanleihe über 800 Millionen US-Dollar. Solche Konstrukte drücken oft kurzfristig auf die Stimmung.
Das Papier läuft bis ins Jahr 2031. Der Zinssatz liegt bei 2,25 Prozent. Der anfängliche Wandlungspreis beträgt 27,40 US-Dollar. Der dreistellige Millionen-Nettoerlös fließt direkt in die Umschuldung und stärkt die Bilanz massiv.
Zusätzliche Stabilität bringt der Kapitalmarkt. Ende Juni 2026 stieg die Aktie in die Indizes Russell 1000 und Russell 3000 auf. Das lockt frisches institutionelles Kapital an.
Trotz des jüngsten Rücksetzers steht seit Jahresbeginn ein starkes Plus von knapp 82 Prozent auf der Tafel. Die Volatilität bleibt mit annualisiert rund 90 Prozent extrem hoch. Solange die Lieferketten aus China blockiert bleiben, sitzt Almonty auf einem strategisch unersetzlichen Rohstoff.
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