Almonty Aktie: 300-Millionen-Rückkauf startet 24. August
Almonty startet 300-Millionen-Dollar-Rückkauf und plant zugleich Kapitalerhöhung. Die Mittel sollen den Ausbau der Sangdong-Mine finanzieren.

- Rückkauf über 300 Millionen Dollar
- Kapitalerhöhung für Sangdong-Ausbau
- Umsatzplus von 498 Prozent
- Delisting von TSX und ASX
Almonty Industries fährt zwei scheinbar gegensätzliche Kapitalmaßnahmen gleichzeitig: Ab Montag, dem 24. August, beginnt das im Vormonat genehmigte Rückkaufprogramm über bis zu 300 Millionen US-Dollar, mit dem der Wolframproduzent binnen 36 Monaten bis zu 14,4 Millionen eigene Aktien – rund 5 Prozent des ausgegebenen Kapitals – vom Markt nehmen will.
Zugleich hat das Unternehmen am 14. August eine Schelf-Registrierung eingereicht, die die Ausgabe neuer Aktien im Volumen von rund 246,79 Millionen US-Dollar ermöglicht, inklusive einer Mitarbeiterbeteiligungskomponente.
Auf den ersten Blick widersprechen sich Rückkauf und potenzielle Kapitalerhöhung. Tatsächlich verfolgen beide Maßnahmen jedoch unterschiedliche Zwecke. Das Management begründet den Rückkauf damit, die Aktie sei angesichts des Hochlaufs der Sangdong-Mine und der Wolframvermögenswerte unterbewertet.
Die Schelf-Registrierung wiederum soll Finanzierungsspielraum für die Optimierung von Sangdong Phase I, das Wachstum in Phase II sowie das angrenzende Molybdän-Projekt schaffen – Kapital also für den weiteren Ausbau, nicht für den laufenden Betrieb.
Bilanz gibt Spielraum für beide Wege
Dass Almonty sich diesen doppelten Kurs leisten kann, liegt an der jüngsten Finanzlage. Nach Abschluss der oberzeichneten Wandelanleihe über 800 Millionen US-Dollar Ende Juni verfügte das Unternehmen über eine Kasse von 1,23 Milliarden kanadischen Dollar.
Die Wandelanleihe hat einen anfänglichen Wandlungspreis von rund 27,40 US-Dollar je Aktie, gedeckelt bei 41,36 US-Dollar durch begleitende Capped-Call-Transaktionen.
Vor rund einem Monat zahlte Almonty zudem einen Kredit bei der KfW IPEX-Bank über 14,661 Millionen Euro vollständig zurück – seither hat sich der Kurs deutlich abgeschwächt, was die aktuelle Diskussion um Bewertung und Aktienrückkauf zusätzlich befeuert.
Operativ untermauert das zweite Quartal 2026 die Wachstumsstory: Der Umsatz kletterte auf 43,0 Millionen kanadische Dollar, ein Plus von 498 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und 69 Prozent gegenüber dem ersten Quartal. Die operative Marge im Bergbaugeschäft lag bei 60,7 Prozent.
Der ausgewiesene Nettogewinn von 181,8 Millionen kanadischen Dollar wurde allerdings maßgeblich durch nicht zahlungswirksame Neubewertungsgewinne bei Derivaten und Warrants in Höhe von rund 173,1 Millionen kanadischen Dollar getrieben.
Rückzug von zwei Börsenplätzen
Parallel zur Kapitalstruktur ordnet Almonty auch seine Börsenpräsenz neu. Nach dem freiwilligen Delisting von der Toronto Stock Exchange Ende Juli soll zum 1. September auch der Rückzug von der australischen Börse ASX folgen; die dort gehandelten CDIs werden bereits am 28. August vom Handel ausgesetzt.
Gehandelt wird die Aktie künftig ausschließlich an der Nasdaq unter dem Kürzel ALM sowie in Frankfurt unter ALI1. Die Konzentration auf zwei Handelsplätze soll nach Unternehmensangaben die Liquidität bündeln, während gleichzeitig der Rückkauf für zusätzliche Nachfrage nach der Aktie sorgen soll.
Ende Juni wurde Almonty zudem in die Indizes Russell 1000 und Russell 3000 aufgenommen, was die Sichtbarkeit bei institutionellen US-Investoren erhöht. Für Anleger bleibt die Kombination aus Rückkaufprogramm, möglicher künftiger Kapitalerhöhung und dem parallel laufenden Produktionshochlauf in Sangdong der zentrale Beobachtungspunkt der kommenden Wochen.
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