Almonty Aktie: 37 Prozent der Bohrlöcher
Almonty Industries verzeichnet Kursverluste, während die Aufnahme in den Russell 1000 bevorsteht und das Sangdong-Molybdänprojekt Fortschritte zeigt.

- Mitglied im Russell 1000 ab Montag
- Bohrergebnisse bestätigen Mineralisierung
- Umsatz steigt um 221 Prozent
- RSI naht überverkauftem Bereich
Nach einem Kursanstieg von fast 300 Prozent in zwölf Monaten hat Almonty Industries in der vergangenen Woche rund 14 Prozent abgegeben. Der Schlusskurs liegt bei 23,00 CAD — deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 26,78 CAD. Ausgerechnet jetzt häufen sich die Nachrichten.
Russell 1000: Pflichtkäufe ab Montag
Ab Montag, dem 29. Juni 2026, ist Almonty offiziell Mitglied im Russell 1000 und Russell 3000. Das ist keine Ehrung — es ist ein Mechanismus. Alle Indexfonds und ETFs, die diese Benchmarks abbilden, müssen die Aktie nun halten. Wie viele Anteile sie kaufen, hängt von ihrer Größe ab. Dieser Kaufdruck ist strukturell erzwungen.
Historisch steigt die Handelsaktivität neu aufgenommener Titel bereits in den Wochen vor der Aufnahme. Dieser Effekt dürfte nun nachlassen. Langfristig bringt die Indexmitgliedschaft breitere Analystenabdeckung und mehr institutionelle Eigentümer — beides verbessert die Liquidität.
Sangdong: Molybdän als zweites Standbein
Parallel dazu lieferte Almonty ein Bohrprogramm-Update für das Sangdong-Molybdänprojekt in Südkorea. Rund 37 Prozent der geplanten 26 Bohrlöcher sind abgeschlossen. Die bisherigen Erzgehalte entsprechen historischen Werten — das spricht für eine kontinuierliche Mineralisierung.
Das Projekt liegt direkt neben der Sangdong-Wolframmine, die im März 2026 die erste Produktionsphase abgeschlossen hat. Die Anlage verarbeitet derzeit rund 640.000 Tonnen Erz pro Jahr und produziert etwa 2.300 Tonnen Wolframkonzentrat. Phase 2 soll 2027 die Kapazität auf 1,2 Millionen Tonnen verdoppeln — und die Wolframproduktion auf rund 4.600 Tonnen steigern.
Südkorea hat offiziell eine nationale Molybdänversorgungskrise ausgerufen. Ein heimischer Produzent könnte industriellen Abnehmern Versorgungssicherheit bieten. Das gibt Almonty Preissetzungsmacht — sofern das Projekt liefert.
Finanzen und Wolframmarkt
Das erste Quartal 2026 markiert einen klaren Wendepunkt. Der Umsatz stieg um 221 Prozent auf 25,4 Millionen Dollar. Das bereinigte EBITDA drehte von minus 2,4 Millionen auf plus 6,1 Millionen Dollar. Der operative Cashflow lag bei 9,7 Millionen Dollar. Der Nettoverlust von 5,3 Millionen Dollar erklärt sich fast vollständig durch nicht zahlungswirksame Bewertungseffekte.
Die Kassenreserven beliefen sich zum 31. März auf 259,9 Millionen Dollar. Das gibt dem Unternehmen erheblichen Spielraum.
Der Wolframmarkt stützt diese Zahlen. Seit Einführung chinesischer Exportkontrollen Anfang 2025 sind die Preise um mehr als 550 Prozent gestiegen. Europäische APT-Preise kletterten allein zwischen Mitte Februar und Ende März 2026 von rund 1.800 auf über 3.100 Dollar je Mengeneinheit. Neue Kapazitäten aus Australien, Kanada und Portugal kommen frühestens 2027 auf den Markt. Substitution ist für die meisten industriellen Anwendungen kaum möglich.
Rücksetzer mit technischem Kontext
Der RSI liegt bei 40,9 — nahe dem technisch überverkauften Bereich. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität beträgt 90,91 Prozent. Zweistellige Wochenbewegungen sind bei diesem Titel keine Ausnahme.
Das Unternehmen selbst nennt sein langfristiges Ziel die „Korean Trinity“: Wolframproduktion, Raffination und Molybdänförderung unter einem Dach in Südkorea. Der Weg dorthin ist lang. Phase-2-Expansion, Wolframoxidanlage und Molybdänprojekt sind noch nicht abgeschlossen. Großprojekte im Bergbau laufen regelmäßig über Zeit und Budget. Und fallende Wolframpreise würden die Margen schnell unter Druck setzen — auch wenn die strukturelle Angebotsknappheit vorerst dagegen spricht.
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