Almonty Aktie: 490-Millionen-Vertrag mit Plansee

Almonty-Aktie fällt nach großem Insider-Verkauf um 5,5 Prozent. Trotz Kursschwäche bleibt der Wolfram-Produzent im Jahresplus und sichert sich langfristige Lieferverträge.

Die Kernpunkte:
  • Kursverlust von über fünf Prozent
  • Insider verkauft Aktien für 4,8 Millionen Dollar
  • Rückzug von zwei Börsenplätzen
  • Langfristiger Liefervertrag verlängert

Almonty Industries verliert an einem einzigen Handelstag 5,52 Prozent. Der Wolfram-Produzent schließt am Freitag bei 18,81 kanadischen Dollar. Über die vergangenen 30 Tage summiert sich der Rückgang auf fast 20 Prozent.

Der Absturz wirkt dramatisch, relativiert sich aber im Jahresvergleich. Seit Jahresbeginn steht die Aktie noch immer 55,84 Prozent im Plus, auf Zwölfmonatssicht sogar 211,42 Prozent. Ein Unternehmen im Höhenrausch holt gerade Luft.

Der Chart zeigt Warnsignale

Die Aktie notiert jetzt rund 44 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 33,35 kanadischen Dollar, erreicht Mitte April. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 23,81 kanadischen Dollar — davon ist der Kurs weit entfernt. Spannender ist der 200-Tage-Durchschnitt bei 19,15 kanadischen Dollar. Genau an dieser Marke kämpft die Aktie gerade um Halt.

Der RSI von 38,8 signalisiert eine Annäherung an überverkauftes Terrain, ohne bereits eine Trendwende zu bestätigen. Mit einer annualisierten Volatilität von über 81 Prozent gehört Almonty zu den nervösesten Werten am Markt. Kein Wunder — das Unternehmen hat sich erst in diesem Jahr vom Minenentwickler zum aktiven Produzenten gewandelt.

Insider verkauft für 4,8 Millionen Dollar

Zur charttechnischen Schwäche kommt ein Belastungsfaktor aus der Chefetage. Direktor Mark Trachuk trennte sich am 2. Juli von 200.000 Aktien zum Preis von 24,07 US-Dollar je Stück. Das entspricht einem Verkaufserlös von 4,814 Millionen US-Dollar und reduzierte seinen Anteil um 7,4 Prozent.

Es war der größte Einzelverkauf eines Insiders der vergangenen drei Monate. Über zwölf Monate haben Insider bei Almonty netto für 6,4 Millionen US-Dollar mehr verkauft als gekauft. Solche Bewegungen lesen Marktbeobachter häufig als Signal — zwingend ist die Deutung aber nicht.

Börsenrückzug läuft parallel

Almonty zieht sich derzeit von zwei Handelsplätzen zurück. Der freiwillige Rückzug von der Toronto Stock Exchange wird zum 31. Juli wirksam, zum 1. September folgt der Rückzug von der australischen Börse ASX. Gehandelt wird die Aktie künftig ausschließlich an der Nasdaq und in Frankfurt.

Als Begründung nennt das Unternehmen sinkende Handelsvolumina an der ASX im Vergleich zur Nasdaq sowie niedrigere Verwaltungs- und Compliance-Kosten. Die operative Substanz bleibt davon unberührt: Almonty betreibt weiterhin die Sangdong-Wolframmine in Südkorea sowie weitere Projekte in Portugal, den USA und Spanien.

Ein Liefervertrag mit Substanz

Während der Kurs schwächelt, liefert das operative Geschäft handfeste Argumente. Almonty hat seinen langfristigen Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders, einem Mitglied der österreichischen Plansee-Gruppe, um sechs Jahre verlängert. Die vertraglich zugesicherten Volumina steigen um 40 Prozent, die Preise um rund 6,3 Prozent.

Die verbesserten Konditionen sollen den jährlichen Vertragsumsatz um mindestens 30 Millionen US-Dollar steigern. Über die gesamte Laufzeit von 21 Jahren summiert sich der Umsatz aus diesem einen Vertrag auf 490 Millionen US-Dollar. Das ist eine der langfristigsten Absicherungen, die ein Wolfram-Produzent derzeit vorweisen kann.

Die Verarbeitungsanlage in Sangdong nähert sich der vollen Kapazität, Wolframpreise bleiben wegen westlicher Bedenken zur Versorgungssicherheit erhöht. Die kommenden Handelstage werden zeigen, ob der 200-Tage-Durchschnitt bei 19,15 kanadischen Dollar als Unterstützung hält oder ob der Kurs weiter in Richtung der unteren Bandbreite des 50-Tage-Durchschnitts abrutscht. Der nächste Quartalsbericht wird nach Marktschätzungen Anfang bis Mitte August erwartet, eine offizielle Terminbestätigung durch das Unternehmen steht noch aus.

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