Almonty Aktie: 5-Prozent-Ausverkauf vor Russell-Aufnahme

Almonty Industries fällt trotz bevorstehender Indexaufnahme und starkem Wolfram-Geschäft. Operative Wende in Südkorea stützt die Aktie.

Die Kernpunkte:
  • Kursverlust trotz Russell-Aufnahme
  • Wolfram-Engpass treibt Preise
  • Sangdong-Mine nimmt Betrieb auf
  • Umsatz verdreifacht sich

Am 29. Juni rückt Almonty Industries in die Russell-Indizes auf. Eigentlich ein Garant für steigende Kurse. Stattdessen rutscht das Papier ab. Am Mittwoch verlor die Aktie über fünf Prozent auf 24,45 Kanadische Dollar. Ein paradoxes Bild kurz vor einem massiven Kauf-Event.

Technischer Druck vor dem Stichtag

Der jüngste Rücksetzer überrascht Marktbeobachter. Indexfonds müssen zur Aufnahme bald rund 13 Millionen Almonty-Aktien erwerben. Das entspricht dem Dreifachen des üblichen Tagesvolumens. Dennoch dominiert aktuell der Verkaufsdruck.

Auf Monatssicht steht ein Minus von gut neun Prozent auf der Anzeigetafel. Damit fiel der Kurs unter die 50-Tage-Linie bei 27,08 Dollar. Das im April erreichte 52-Wochen-Hoch von 33,35 Dollar rückt vorerst in weite Ferne.

Chinas Exportstopp treibt den Markt

Fundamental hat sich an der starken Ausgangslage nichts geändert. Ein struktureller Engpass bei Wolfram stützt das Geschäft. Ab Januar 2027 verbieten die USA den Einsatz von chinesischem oder russischem Wolfram in Rüstungsgütern. Peking reagierte bereits. Seit Jahresbeginn drosselt China die Exporte massiv.

Die Folge: Die Ausfuhren brachen im Jahresvergleich drastisch ein. Der Preis für das Zwischenprodukt Ammoniumparatungstat explodierte in Rotterdam um rund 900 Prozent. Er liegt nun bei über 3.180 Dollar pro Tonne. Almonty profitiert direkt von dieser Verknappung.

Produktion läuft an

Das Unternehmen liefert derweil operativ ab. Die Sangdong-Mine in Südkorea fördert seit Dezember wieder aktiv Erz. Im März ging die dazugehörige Verarbeitungsanlage offiziell in Betrieb. Die Anlage soll in der ersten Phase jährlich 640.000 Tonnen Erz verarbeiten.

Parallel dazu treibt Almonty ein Molybdän-Projekt voran. Südkorea leidet unter einem akuten Mangel an diesem Industriemetall. Ein Abnahmevertrag mit dem Industriekonzern SeAH sichert den Absatz bereits ab. Das senkt das kommerzielle Risiko deutlich.

Die frischen Quartalszahlen untermauern den operativen Neustart. Der Umsatz verdreifachte sich auf 25,4 Millionen Dollar. Das bereinigte Betriebsergebnis drehte mit 6,1 Millionen Dollar in die Gewinnzone. Eine kürzlich abgeschlossene Wandelanleihe über 800 Millionen US-Dollar sichert die weitere Finanzierung.

Analysten bleiben angesichts dieser Entwicklung optimistisch. Die Investmentbank Oppenheimer hob ihr Kursziel zuletzt auf 25 Dollar an. Der Fokus richtet sich nun voll auf den 29. Juni. An diesem Tag erfolgt die offizielle Aufnahme in die Russell-Indizes. Trotz der aktuellen Schwäche ruht das Papier auf einem massiven Polster. Seit Jahresbeginn steht ein Kursplus von über 103 Prozent zu Buche.

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