Almonty Aktie: 700-Millionen-Anleihe drückt Kurs um 27 Prozent

Almonty Industries leidet unter massivem Kursverlust nach Ankündigung einer 700-Millionen-Wandelanleihe, die Verwässerungsängste schürt.

Die Kernpunkte:
  • Tagesverlust von neun Prozent
  • Wandelanleihe über 700 Millionen Dollar
  • Umsatzsprung um 221 Prozent
  • Russell-Index-Aufstieg Ende Juni

Almonty Industries stemmt die größte Finanzierung der Firmengeschichte. Parallel dazu versammelt das Management die Aktionäre zur Hauptversammlung. Die Börse reagiert auf dieses Doppelereignis allerdings schonungslos.

Der Aktienkurs steht massiv unter Druck. Aktuell notiert das Papier bei 20,88 kanadischen Dollar. Das entspricht einem Tagesverlust von rund neun Prozent. Auf Wochensicht brach der Kurs sogar um knapp 27 Prozent ein.

Auslöser für den Abverkauf ist eine Wandelanleihe. Almonty sammelt damit 700 Millionen US-Dollar bei institutionellen Investoren ein. Das Papier läuft bis 2031 und verzinst sich mit 2,25 Prozent.

Gläubiger können die Anleihe später zu 27,40 US-Dollar je Aktie tauschen. Genau das weckt Ängste vor einer Verwässerung. Das Management steuert mit sogenannten Capped Calls dagegen. Diese Derivate sollen Aktienausgaben bei einer Wandlung abfedern. Der Deckelungs-Preis liegt hier bei 41,36 US-Dollar.

Frisches Kapital und Vorstandswahlen

Nach Abzug aller Kosten fließen Almonty mindestens 675,9 Millionen US-Dollar zu. Der Konzern will damit alte Schulden in Höhe von 50 Millionen US-Dollar ablösen. Der Rest fließt in das operative Geschäft und mögliche Zukäufe.

Zeitgleich stimmen die Anteilseigner auf der Hauptversammlung über die Führungsmannschaft ab. Der Aufsichtsrat empfiehlt die Wiederwahl aller sieben Direktoren. Das soll Kontinuität in einer entscheidenden Wachstumsphase sichern. Ferner bestätigen die Aktionäre den Wirtschaftsprüfer Zeifmans LLP.

Operativer Umschwung

Operativ liefert der Wolfram-Produzent starke Argumente. Im ersten Quartal kletterte der Umsatz um 221 Prozent auf 25,4 Millionen kanadische Dollar. Hohe Wolframpreise trieben das bereinigte operative Ergebnis auf 6,1 Millionen Dollar. Im Vorjahr stand hier noch ein Minus.

Unter dem Strich verbleibt dennoch ein Nettoverlust von 5,3 Millionen Dollar. Dieser resultiert primär aus unbaren Bewertungseffekten. Der gestiegene Aktienkurs machte bestehende Derivate und Wandelanleihen in der Bilanz teurer. Die Kasse ist mit 259,9 Millionen Dollar prall gefüllt.

Index-Aufstieg als Katalysator

Trotz des aktuellen Rücksetzers bleibt die langfristige Bilanz beeindruckend. Auf Jahressicht steht ein Kursplus von satten 328 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 33,35 Dollar hat sich die Aktie inzwischen deutlich entfernt. Kein Wunder. Der Absturz wirkt nach der massiven Rally fast wie eine normale Korrektur.

Ende Juni wartet bereits der nächste Impuls. Almonty rückt am 29. Juni in die Indizes Russell 1000 und Russell 3000 auf. Das zwingt ETFs und Indexfonds zu Käufen. Diese strukturelle Nachfrage dürfte den Druck durch die Wandelanleihe spürbar lindern.

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