Almonty Aktie: 800 Millionen US-Dollar Wandelanleihe
Almonty Industries verzeichnet trotz Umsatzverdreifachung und bevorstehender Indexaufnahme einen deutlichen Kursrückgang.

- Umsatzverdreifachung im ersten Quartal
- Operativer Cashflow wird positiv
- Milliardenschwere Finanzierung für Sangdong
- Aufnahme in Russell-Indizes am Montag
Fast 14 Prozent Minus in einer Woche — und das bei einem Unternehmen, dessen Aktie in zwölf Monaten knapp 300 Prozent zugelegt hat. Bei Almonty Industries klaffen Kursentwicklung und Fundamentaldaten gerade weit auseinander. Am Montag folgt die nächste Bewährungsprobe.
Starke Zahlen, schwacher Kurs
Der jüngste Quartalsbericht lieferte klare Signale. Im ersten Quartal 2026 verdreifachte Almonty seinen Umsatz auf 25,4 Millionen kanadische Dollar — ein Plus von 221 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Treiber waren höhere Wolframpreise und die starke Leistung der Panasqueira-Mine in Portugal.
Noch wichtiger: Der operative Cashflow drehte ins Positive. Almonty erzielte 9,7 Millionen CAD, nach einem Minus von 4,4 Millionen CAD im Vorjahresquartal. Das bereinigte EBITDA lag bei 6,1 Millionen CAD. Der Nettoverlust von 5,3 Millionen CAD erklärt sich fast vollständig durch nicht-zahlungswirksame Neubewertungseffekte bei Derivaten und Warrants.
Die Liquidität ist üppig. Per Ende März hielt das Unternehmen Barmittel von 259,9 Millionen CAD.
Milliarden-Finanzierung für Sangdong
Anfang Juni kam die nächste große Meldung. Almonty platzierte am 4. Juni 2026 Wandelanleihen im Volumen von 800 Millionen US-Dollar — ursprünglich auf 700 Millionen US-Dollar angesetzt, aber vollständig überzeichnet. Die Papiere laufen bis 2031 und tragen einen Kupon von 2,25 Prozent. Institutionelle Investoren zogen die gesamte Mehrzuteilungsoption von 100 Millionen US-Dollar.
Das Geld fließt vor allem in das Kernprojekt: die Sangdong-Wolframmine in Südkorea. Phase 1 läuft seit März 2026 und verarbeitet rund 640.000 Tonnen Erz pro Jahr. Das ergibt etwa 2.300 Tonnen Wolframkonzentrat jährlich. Phase 2 soll 2027 folgen und die Kapazität auf 1,2 Millionen Tonnen verdoppeln. Bei Vollbetrieb will Almonty rund 40 Prozent des weltweiten Wolframbedarfs außerhalb Chinas decken.
Parallel bohrt das Unternehmen auf dem benachbarten Molybdän-Projekt. Bislang sind rund 37 Prozent der geplanten 26 Bohrlöcher abgeteuft. Die bisherigen Gehalte bestätigen die historischen Ergebnisse.
Russell-Aufnahme als struktureller Katalysator
Ab Januar 2027 verbieten US-Verteidigungsregeln chinesisches Wolfram aus amerikanischen Rüstungslieferketten. Almonty hat seinen Firmensitz bereits nach Dillon, Montana verlegt und das dortige Gentung-Wolframprojekt erworben. Die Produktionsreife soll noch in der zweiten Jahreshälfte 2026 erreicht werden.
Der nächste Katalysator kommt allerdings schon am Montag. Almonty wird in den Russell 1000 und den Russell 3000 aufgenommen. An diesen Indizes hängen rund 12,2 Billionen US-Dollar an benchmarkierten Vermögenswerten. Index-Fonds und ETFs müssen die Aktie proportional kaufen — eine strukturelle Nachfrage, die bislang fehlte.
Die Aktie schloss den Freitag bei 23,00 CAD. Sie liegt damit 31 Prozent unter ihrem April-Hoch von 33,35 CAD und rund 14 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Der RSI von 40,9 signalisiert neutrales bis leicht überverkauftes Terrain. Seit Jahresbeginn steht trotzdem ein Plus von über 91 Prozent.
Wie stark der Pflichtbedarf der Index-Fonds den Kurs stützt, zeigt sich bereits in den ersten Handelsstunden der neuen Woche.
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