Almonty Aktie: 8,83 Prozent Minus zum ASX-Delisting

Der Wolfram-Produzent treibt den Rückzug von der ASX voran. Analysten bleiben trotz des jüngsten Kursverfalls optimistisch gestimmt.

Die Kernpunkte:
  • Offizieller Rückzug von der ASX
  • Kursverlust von fast 50 Prozent seit April
  • Sphene Capital bestätigt Kaufempfehlung
  • Handel künftig nur noch an Nasdaq und Frankfurt

Fast die Hälfte ihres Wertes hat die Almonty-Aktie seit dem Rekordhoch im April verloren. Am Dienstag ging es erneut steil bergab. Der Grund diesmal: Der Wolfram-Produzent macht seinen Rückzug von der australischen Börse ASX offiziell.

Almonty schickt an diesem Mittwoch Briefe an alle australischen CDI-Inhaber. Darin erklärt das Unternehmen den Ablauf des Delistings und zeigt Optionen zur Umwandlung oder zum Verkauf der Anteile auf. Die australische Börsenaufsicht hat dem Rückzug bereits zugestimmt.

Der ASX-Ausstieg ist damit der zweite Baustein einer größeren Bereinigung. Bereits Ende Juli hatte Almonty den Rückzug von der Toronto Stock Exchange angekündigt. Dieser wird zum Handelsschluss am 31. Juli wirksam. Die CHESS-Hinterlegungsscheine an der ASX sollen am 28. August ihren Handel einstellen, das eigentliche Delisting folgt am 1. September.

Kurs im freien Fall

Der Ausverkauf hat sich zuletzt deutlich beschleunigt. Am Dienstag schloss die Aktie bei 17,14 kanadischen Dollar, ein Minus von 8,83 Prozent an einem einzigen Tag. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von fast 15 Prozent zu Buche, auf Monatssicht von gut 25 Prozent.

Zum Rekordhoch von 33,35 kanadischen Dollar im April klafft mittlerweile eine Lücke von fast 49 Prozent. Der 14-Tage-RSI ist auf 34,2 gefallen und nähert sich damit überverkauftem Terrain. Die annualisierte Volatilität der letzten 30 Tage liegt bei über 83 Prozent — ein Wert, der die Nervosität rund um den Titel unterstreicht.

Trotz der jüngsten Talfahrt bleibt die Aktie auf Jahressicht ein Gewinner. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 42 Prozent zu Buche, verglichen mit dem Vorjahresstand sogar ein Anstieg von über 260 Prozent. Die aktuelle Korrektur relativiert sich also vor dem Hintergrund einer außergewöhnlichen Rally, die dem Titel zuvor neue Höchststände beschert hatte.

Kostenargument statt Geschäftsproblem

Almonty begründet den doppelten Rückzug von TSX und ASX durchgehend mit Kosten- und Effizienzgründen, nicht mit operativen Schwierigkeiten. Die gehandelten Volumina an der ASX seien im Vergleich zu Nasdaq und Toronto gering und rückläufig. Zum 14. Juli hielten australische Investoren nur noch rund 0,80 Prozent aller ausgegebenen Aktien über die CDI-Struktur.

Das Management verweist zudem auf die finanziellen und administrativen Lasten der ASX-Notierung. Diese stünden nicht mehr im Interesse der Aktionäre, heißt es vonseiten des Unternehmens. Nach dem Rückzug bleibt die Aktie an der Nasdaq unter dem Kürzel „ALM“ sowie an der Frankfurter Börse handelbar. Die Liquidität soll sich künftig auf diese beiden Handelsplätze konzentrieren.

Analysten bleiben gelassen

Die Kursschwäche hat zumindest ein deutsches Analysehaus nicht von seiner positiven Einschätzung abgebracht. Sphene Capital bestätigte am 20. Juli die Einstufung „Buy“ für Almonty, laut einer dpa-AFX-Meldung. Damit bleibt das Institut bei seiner bereits im Mai ausgegebenen Kaufempfehlung.

Mit dem TSX-Rückzug zum 31. Juli und dem ASX-Exit zum 1. September markieren die kommenden Wochen einen strukturellen Umbruch für den Aktienhandel von Almonty. Ob sich die Kursschwankungen legen, sobald sich die Liquidität auf Nasdaq und Frankfurt konzentriert, bleibt vorerst offen.

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