Almonty Aktie: ASX-Delisting am 1. September

Almonty beendet die ASX-Notierung, steigert den Quartalsumsatz auf 43,0 Millionen kanadische Dollar und erweitert den Wolframvertrag.

Die Kernpunkte:
  • ASX-Delisting zum 1. September
  • Sangdong verarbeitet erstmals Erz
  • Umsatz im zweiten Quartal vervielfacht
  • Diamond Equity senkt Gewinnprognose

Almonty Industries steht vor einem doppelten Einschnitt an den Börsen: Nach dem Rückzug von der Toronto Stock Exchange Ende Juli endet nun auch die Notierung an der australischen Börse.

Die CHESS Depositary Interests des Wolframproduzenten werden am Freitag, den 28. August, zum Handelsschluss ausgesetzt, das formale Delisting von der ASX soll zum 1. September wirksam werden. Für Anleger konzentriert sich der Handel damit zunehmend auf die verbleibenden Listings.

Der Rückzug von den Nebenbörsen fällt in eine Phase, in der sich das operative Bild des Unternehmens deutlich verändert hat. Die Sangdong-Mine in der südkoreanischen Provinz Gangwon nahm bereits am 1. Juli die Verarbeitung ihres Erzlagers offiziell auf – ein Schritt, der Almonty vom Projektentwickler zum kommerziellen Produzenten macht. Aus dem rund 139.700 Tonnen umfassenden Erzstapel wird seither verkaufsfähiges Wolframkonzentrat gewonnen.

Abnahmevertrag deutlich ausgeweitet

Bereits am 14. Juli hatte Almonty die Erweiterung seines langfristigen Abnahmevertrags mit Global Tungsten & Powders (GTP) bestätigt. Die Laufzeit wurde auf 21 Jahre verlängert, die vertraglich zugesicherte Liefermenge um 40 Prozent auf 4,41 Millionen MTU erhöht.

Der Vertrag sichert damit einen wesentlichen Teil der künftigen Sangdong-Produktion langfristig ab und untermauert die strategische Bedeutung der Mine als nicht-chinesische Wolframquelle – ein Aspekt, der angesichts der Nutzung von Wolframhexafluorid in der Halbleiterfertigung zusätzliches Gewicht erhält.

Finanziell steht das Unternehmen nach eigenen Angaben deutlich besser da als noch vor einem Jahr. Für das zweite Quartal 2026 meldete Almonty einen Umsatzsprung von 498 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 43,0 Millionen kanadische Dollar, begleitet von einem Nettogewinn von 181,8 Millionen kanadischen Dollar – eine deutliche Kehrtwende gegenüber vorherigen Verlusten.

Die Panasqueira-Mine in Portugal trug dazu mit einer Bruttomarge von 60,7 Prozent bei, gestützt durch europäische APT-Preise von rund 3.075 US-Dollar pro MTU.

Vorsichtigere Gewinnschätzung

Nicht alle Einschätzungen zogen im gleichen Tempo nach. Diamond Equity senkte am 14. August seine Gewinnprognose je Aktie für das Geschäftsjahr 2026 von 0,55 auf 0,39 US-Dollar und begründete dies mit kurzfristigen Ertragsaussichten unterhalb der Konsensschätzung von 0,48 US-Dollar. Die Kürzung zeigt, dass der Übergang von der Bau- in die Produktionsphase nicht ohne Reibung verläuft, selbst wenn die operativen Meilensteine erreicht wurden.

An der Börse hat sich diese Vorsicht bislang nicht niedergeschlagen. Die Aktie notiert aktuell bei 15,79 Euro und liegt damit rund 19 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 13,25 Euro – ein Zeichen, dass der jüngste Kursanstieg über kurzfristigen Widerstandsniveaus verläuft. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 20,61 Euro, erreicht im April, fehlen dennoch noch etwa 23 Prozent.

Zur weiteren Finanzierung des Wachstums, insbesondere der zweiten Sangdong-Phase und einer geplanten Wolframoxid-Anlage in Südkorea, hatte Almonty Mitte August die Aufnahme von 800 Millionen US-Dollar über wandelbare Anleihen mit einem Kupon von 2,25 Prozent und Fälligkeit 2031 bestätigt. Der nächste konkrete Termin für Anleger ist der 1. November, wenn Almonty die Zahlen zum dritten Quartal 2026 vorlegen will.

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