Almonty Aktie: ASX-Delisting heute wirksam
Almonty vollzieht den ASX-Rückzug, steigert den Quartalsgewinn und verfügt nach einer 800-Millionen-US-Dollar-Anleihe über mehr Kapital.

- ASX-Delisting zum heutigen Handelstag wirksam
- TSX-Rückzug bereits Ende Juli vollzogen
- Quartalsumsatz auf 43 Millionen CAD gestiegen
- Anleihe stärkt Kasse auf 1,2 Milliarden CAD
Almonty Industries zieht sich heute vom australischen Aktienmarkt zurück. Das Delisting von der Australian Securities Exchange wird zum heutigen Handelstag wirksam, nachdem das Unternehmen den Schritt bereits im Juli angekündigt hatte. Für Anleger in Australien bedeutet dies das Ende des dortigen Handels mit Almonty-Papieren – die Aktie war zuvor bereits Ende Juli von der Toronto Stock Exchange genommen worden.
Die Aktie reagiert an diesem Dienstag mit einem Rückgang von 2,0 Prozent auf 14,96 Euro. Der Kurs bleibt damit deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 20,61 Euro, das erst im April markiert wurde. Angesichts der Kursverdreifachung binnen zwölf Monaten wirkt die aktuelle Bewegung eher wie eine Verschnaufpause als wie eine fundamentale Trendwende.
Doppelter Rückzug von den Börsenplätzen
Die Doppel-Delistierung von TSX und ASX konzentriert den Handel zunehmend auf die US-Börsen, wo Almonty seit Ende Juni auch im Russell 1000 und Russell 3000 Index gelistet ist.
Für das Unternehmen dürfte die Bündelung des Handelsvolumens an einem zentralen Platz die Liquidität konzentrieren – ein Schritt, der angesichts der wachsenden internationalen Investorenbasis nachvollziehbar erscheint, seit Almonty im Sommer mit milliardenschweren Kapitalmaßnahmen und einem operativen Umbruch auf sich aufmerksam gemacht hat.
Denn während die Börsenstruktur neu geordnet wird, verändert sich das operative Geschäft grundlegend. Anfang Juli begann die Verarbeitungsanlage am Sangdong-Bergwerk in der südkoreanischen Provinz Gangwon mit der Verarbeitung von Erzvorräten zu verkaufsfähigem Wolframkonzentrat. Damit vollzieht Almonty den Übergang von der Minenentwicklung zum aktiven, umsatzgenerierenden Betrieb – ein Meilenstein, der die Grundlage für die zuletzt kräftig gestiegenen Geschäftszahlen legte.
Finanzielle Basis massiv gestärkt
Diese operative Wende schlägt sich bereits in den Zahlen nieder: Für das zweite Quartal meldete Almonty einen Umsatz von 43,0 Millionen kanadischen Dollar, nach 7,19 Millionen im Vorjahresquartal. Der Nettogewinn drehte von einem Verlust von 58,21 Millionen kanadischen Dollar auf einen Gewinn von 181,8 Millionen kanadischen Dollar. Kräftige Wolframpreise trieben diesen Ergebnissprung maßgeblich an.
Parallel dazu hat sich Almonty finanziell breiter aufgestellt. Mitte August schloss das Unternehmen eine überzeichnete Anleihe über 800 Millionen US-Dollar mit einer Verzinsung von 2,25 Prozent und Laufzeit bis 2031 ab. Die Kasse wuchs dadurch auf rund 1,2 Milliarden kanadische Dollar. Diese Mittel dürften auch den weiteren Ausbau der Sangdong-Produktion sowie mögliche Wachstumsschritte absichern.
Ein weiterer Baustein für die Ertragsbasis kam bereits im Juli: Almonty erweiterte den langjährigen Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders, einem Mitglied der österreichischen Plansee Group. Der vertraglich gesicherte Jahresumsatz aus Wolframkonzentrat stieg auf 490 Millionen US-Dollar, die Vertragslaufzeit wurde um sechs Jahre verlängert und das kontrahierte Volumen um 40 Prozent erhöht.
Die Kombination aus laufender Produktion in Sangdong, gesicherten Abnahmeverträgen und einer soliden Kapitalausstattung bildet damit das Fundament, auf dem Almonty seinen Rückzug von den kleineren Börsenplätzen vollzieht – ein struktureller Schritt, der operativ nachvollziehbar erscheint, auch wenn er kurzfristig für Unsicherheit unter einzelnen Investorengruppen sorgen könnte.
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