Almonty Aktie: Deutsche Rohstoff realisiert 65 Millionen Gewinn
Almonty zieht sich von der TSX zurück, während die Deutsche Rohstoff AG Anteile mit hohem Gewinn verkauft. Die Aktie korrigiert, bleibt aber langfristig stark.

- Rückzug von der Toronto Stock Exchange
- Deutsche Rohstoff AG verkauft Millionen Aktien
- Kurs fällt auf 19,91 kanadische Dollar
- Langfristig 230 Prozent Plus in zwölf Monaten
Almonty Industries steht vor einer einschneidenden Woche: Zum 31. Juli zieht sich der Wolfram-Förderer von der Toronto Stock Exchange zurück und bündelt seine Notierung künftig auf anderen Handelsplätzen. Parallel dazu hat mit der Deutschen Rohstoff AG einer der bekannteren Ankeraktionäre einen Teil seines Pakets verkauft und damit einen deutlichen Gewinn realisiert. Beide Ereignisse zusammen erklären, warum das Papier zuletzt unter Druck geriet, nachdem es zuvor über Monate zu den auffälligsten Rohstofftiteln überhaupt zählte.
Delisting und Zahlenlage belasten kurzfristig
Auslöser der jüngsten Unsicherheit war die Ankündigung des bevorstehenden TSX-Rückzugs zum 31. Juli, verbunden mit der Erinnerung an einen Nettoverlust von 34,6 Millionen US-Dollar im ersten Quartal 2025. Medienberichten zufolge reagierten Anleger auf diese Kombination zunächst nervös. Almonty richtet seine Börsenstruktur derzeit neu aus und verlagert den Handelsfokus stärker in Richtung Nasdaq, während die kanadische Notierung ausläuft – ein Schritt, der kurzfristig für Unsicherheit sorgt, mittelfristig aber die Sichtbarkeit im US-Kapitalmarkt erhöhen soll.
Am Markt zeigt sich die Verunsicherung in der Kursbewegung: Zum Handelsschluss am Freitag notierte die Aktie bei 19,91 kanadischen Dollar, ein Minus von 1,04 Prozent auf Tagessicht. Damit bleibt das Papier rund 40,30 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das im April markiert worden war. Die Korrektur relativiert sich allerdings vor dem Hintergrund der langfristigen Entwicklung, denn Almonty zählte über die vergangenen Monate zu den dynamischsten Titeln seines Sektors.
Deutsche Rohstoff verkauft Anteile mit Gewinn
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte die Deutsche Rohstoff AG, die fünf Millionen Almonty-Aktien zu rund 16 US-Dollar je Stück veräußerte. Nach eigenen Angaben erzielte das Unternehmen dabei einen Vorsteuergewinn von etwa 65 Millionen Euro. Die Deutsche Rohstoff AG hält nach dem Teilverkauf noch 5,5 Millionen Almonty-Aktien und nutzte den Erlös offenbar auch als Argument für die eigene, deutlich angehobene Ergebnisprognose: Die EBITDA-Erwartung für 2026 stieg von zuvor 290 bis 310 Millionen Euro auf nun rund 365 Millionen Euro, während die Umsatzprognose mit 260 bis 280 Millionen Euro unverändert blieb.
Ein solcher Teilverkauf eines langjährigen Großaktionärs wird an der Börse häufig zweigeteilt gelesen: einerseits als Bestätigung, dass sich die Position über Jahre außergewöhnich verzinst hat, andererseits als Signal möglicher weiterer Angebotsschübe, sollten auch andere Altaktionäre nachziehen. Dass der Verkauf zeitlich mit der Delisting-Debatte zusammenfiel, dürfte die kurzfristige Verunsicherung bei Almonty-Anlegern zusätzlich verstärkt haben.
Charttechnisches Bild bleibt angeschlagen, langfristiger Trend intakt
Trotz der jüngsten Schwäche bleibt die längerfristige Kursbilanz von Almonty außergewöhnlich: Auf Zwölfmonatssicht steht ein Plus von 229,64 Prozent zu Buche, getragen von der zunehmenden strategischen Bedeutung des Wolfram-Sektors für westliche Verteidigungs- und Rüstungslieferketten – ein Thema, das zuletzt auch in politischen Initiativen zur Sicherung kritischer Rohstoffe in den USA und Großbritannien an Bedeutung gewann. Kurzfristig signalisiert ein RSI von 42 jedoch eine eher neutrale bis leicht abgekühlte Marktstimmung, während der Kurs sowohl unter dem 50-Tage- als auch dem 100-Tage-Durchschnitt notiert.
Einzelne Marktbeobachter nennen weiterhin ein Kursziel von 27,80 kanadischen Dollar, was gegenüber dem aktuellen Niveau ein deutliches Aufwärtspotenzial implizieren würde – vorausgesetzt, der geplante Listingwechsel verläuft reibungslos und die operative Entwicklung stützt die optimistischeren Szenarien. Für Anleger dürfte damit vor allem die Umsetzung des TSX-Rückzugs zum 31. Juli der nächste konkrete Prüfstein sein.
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