Almonty Aktie: Global-Tungsten-Vertrag um 40 Prozent erweitert
Almonty verzeichnet massives Umsatzplus und langfristige Lieferverträge, während Analysten die hohe Aktienbewertung kritisch hinterfragen.

- Umsatz explodiert um 498 Prozent
- Langfristvertrag mit verbesserten Konditionen
- Kritische Stimmen zur Aktienbewertung
- Marktumfeld für Wolfram bleibt stark
Almonty Industries hat im zweiten Quartal 2026 einen Umsatzsprung von 498 Prozent auf CAD 43 Mio. verbucht, das EBITDA kletterte auf CAD 17,6 Mio. Der Wolframproduzent verfügt zudem über eine Barreserve von rund CAD 1,2 Mrd., nachdem im Vorfeld eine Wandelschuldverschreibung über USD 800 Mio. platziert wurde.
Die Zahlen untermauern die operative Dynamik des Unternehmens rund um die südkoreanische Sangdong-Mine – doch an der Börse tobt inzwischen ein Streit über die Bewertung der Aktie.
Langfristvertrag mit besseren Konditionen
Neben den Quartalszahlen sorgte ein verlängerter Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders für Aufmerksamkeit. Die Laufzeit wurde auf 21 Jahre ausgedehnt, das Volumen steigt um 40 Prozent, die Preisbasis um 6,3 Prozent.
Ein solcher Vertrag sichert Almonty über Jahre hinweg planbare Abnahmemengen zu verbesserten Konditionen und untermauert die strategische Rolle des Unternehmens als westlicher Wolframproduzent außerhalb chinesischer Lieferketten.
Am Donnerstag zog die Aktie um 9,3 Prozent auf 17,69 US-Dollar an. Parallel dazu wurde Almonty in mehreren Listen zu Wachstumsunternehmen mit hohem Insiderbesitz geführt: Der Anteil der Insider liegt bei 10,8 Prozent, das Gewinnwachstum wird mit 37,1 Prozent beziffert. Solche Kennzahlen gelten bei Analysten gemeinhin als Signal für Vertrauen des Managements in die eigene Geschäftsentwicklung.
Bewertungsfrage spaltet die Einschätzungen
Trotz der starken operativen Entwicklung mehren sich kritische Stimmen zur Bewertung. GuruFocus bezifferte den fairen Wert der Aktie auf lediglich 3,37 US-Dollar und kommt damit auf eine Überbewertung von 424,9 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs.
Der GF-Score liegt bei 58 von 100 Punkten, das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 102,2 – gegenüber einem Branchenmedian von 5,7. Insider-Transaktionen gab es in den vergangenen zwölf Monaten laut dieser Einschätzung keine.
Auch bei den Gewinnschätzungen gehen die Meinungen auseinander. Diamond Equity senkte seine Prognose für das Ergebnis je Aktie im Geschäftsjahr 2026 vor rund einer Woche von 0,75 auf 0,55 US-Dollar – deutlich über dem Marktkonsens von lediglich 0,02 US-Dollar.
Im zweiten Quartal wies Almonty an der Toronto Stock Exchange einen Gewinn von 0,62 kanadischen Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 43,0 Mio. kanadischen Dollar aus, was die Diskrepanz zwischen operativer Wachstumsstory und bilanzieller Ertragslage verdeutlicht.
Marktumfeld bleibt Rückenwind
Das Branchenumfeld spielt Almonty weiterhin in die Karten. Der Fall des australischen Konkurrenten Tungsten Mining zeigt, wie angespannt die globale Angebotslage bei Wolfram ist: China dominiert die Produktion, der Preis für Ammoniumparawolframat hat sich seit Jahresbeginn mehr als verdreifacht.
Für ein etabliertes Unternehmen wie Almonty, das mit Sangdong bereits über eine produzierende Mine außerhalb Chinas verfügt, wirkt dieses Marktumfeld strukturell unterstützend.
Für Anleger bleibt die Aktie damit ein Fall mit zwei Gesichtern: operativ liefert Almonty mit Umsatzwachstum, verlängerten Lieferverträgen und hoher Liquidität überzeugende Argumente. Bewertungsseitig mahnen unabhängige Analysen jedoch zur Vorsicht, da der aktuelle Kurs weit über fundamental hergeleiteten Fairwert-Schätzungen liegt.
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