Almonty Aktie: GTP-Vertrag auf 21 Jahre verlängert

Trotz Delisting-bedingter Abverkäufe festigt Almonty Industries durch einen erweiterten Abnahmevertrag für Wolfram seine Marktposition.

Die Kernpunkte:
  • Technischer Verkaufsdruck durch Index-Ausschlüsse lässt nach
  • Konzentration des Handels auf Nasdaq-Notierung erfolgt
  • Langfristiger Wolfram-Liefervertrag um sechs Jahre verlängert
  • Analysten prognostizieren deutliches Potenzial für den Aktienkurs

Erzwungene Verkäufe drücken den Kurs, doch die Substanz bleibt intakt. Bei Almonty Industries zeigt sich derzeit ein seltenes Bild: Ein freiwilliger Rückzug von Börsenplätzen sorgt für technischen Verkaufsdruck, während das operative Geschäft gleichzeitig einen entscheidenden Schritt nach vorn macht. Am Montag, 3. August, sprang die Aktie an der Handelsplattform Tradegate um mehr als 13 Prozent nach oben.

Zwangsverkäufe durch Index-Ausschluss

Der Grund für die jüngste Kursschwäche liegt nicht im Geschäft selbst, sondern in der Bilanzstruktur. Almonty hat seine Notierung an der Toronto Stock Exchange (TSX) zum Handelsschluss am 31. Juli offiziell beendet. Das Unternehmen bündelt damit seine Handelsliquidität an weniger Plätzen.

Der Rückzug löste einen automatischen Ausschluss aus mehreren Indizes aus, darunter der FTSE Global Small Cap Index und der Solactive GBS Canada Small Cap Index. Viele passive ETFs und institutionelle Mandate dürfen nur TSX-notierte Werte halten. Diese Fonds mussten ihre Positionen unabhängig von der operativen Entwicklung des Unternehmens abstoßen.

Der 14-Tage-RSI fiel dadurch auf rund 32,7 Punkte und näherte sich der überverkauften Zone. Genau solche Verkaufswellen gehen technischen Erholungen häufig voraus, sobald der Abgabedruck nachlässt.

Nächster Schritt: Rückzug von der ASX

Die Konsolidierung der Handelsplätze geht weiter. Almonty hat die formelle Genehmigung erhalten, seine CHESS Depositary Interests von der Australian Securities Exchange zu delisten. Der letzte Handelstag in Australien ist der 28. August, die endgültige Entfernung folgt am 1. September.

Als Grund nennt das Management die im Vergleich zur Nasdaq geringen Handelsvolumina in Australien. Aktuelle CDI-Inhaber haben bis zum 28. August Zeit, ihre Anteile zu verkaufen oder im Verhältnis 1:1 in Nasdaq-Aktien umzuwandeln. Wer in diesem Fenster nicht handelt, kann zwischen dem 8. September und dem 6. November eine freiwillige Verkaufsfazilität nutzen.

Tungsten-Abnahmevertrag deutlich ausgeweitet

Während sich die Kapitalstruktur neu ordnet, rückt das operative Geschäft in eine neue Phase. Almonty hat seine Partnerschaft mit Global Tungsten & Powders (GTP) erheblich ausgebaut. Der bestehende Abnahmevertrag für Wolframkonzentrat aus der Sangdong-Mine in Südkorea wurde von 15 auf 21 Jahre verlängert.

Das Gesamtvolumen des Vertrags stieg um 40 Prozent auf nun 4,41 Millionen metrische Tonneneinheiten über die Lebensdauer der Mine. Das garantiert Almonty ein Mindestvolumen von 210.000 Tonneneinheiten pro Jahr. Seit die Verarbeitung in Sangdong am 1. Juli angelaufen ist, verarbeitet die Anlage einen Erzbestand von rund 139.700 Tonnen mit einem geschätzten Bruttowert von fast 68 Millionen US-Dollar zu aktuellen Marktpreisen.

Analysten sehen deutliches Aufwärtspotenzial

Nach dem Wechsel der Hauptnotierung zur Nasdaq haben mehrere Analysten ihre Einschätzung aktualisiert. Marktdaten vom 3. August zeigen einen Konsens auf „Moderate Buy“. Oppenheimer nennt ein Kursziel von 25 US-Dollar, DA Davidson sieht die Aktie bei 33 US-Dollar — beide Werte liegen deutlich über dem aktuellen Kursniveau.

Mit dem Rückzug aus Kanada und Australien senkt Almonty die Verwaltungs- und Compliance-Kosten für drei parallele Börsennotierungen. Das Unternehmen will die freiwerdenden Ressourcen in die Projekte in Südkorea und Portugal stecken. Künftig läuft der Investorenzugang gebündelt über die Nasdaq unter dem Ticker ALM und die Frankfurter Börse.

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