Almonty Aktie: Lewis Black warnt vor Wolfram-Engpass
Almonty verzeichnet 498% Umsatzwachstum, warnt aber vor Wolfram-Verknappung. Die Sangdong-Mine läuft noch nicht voll, während Börsenrückzüge anstehen.

- Umsatzsprung um 498 Prozent
- CEO warnt vor Wolfram-Engpässen
- Sangdong-Mine noch in Hochlaufphase
- Rückzug von Toronto und Sydney
Fast fünfhundert Prozent Umsatzplus in einem Quartal — und trotzdem warnt der eigene CEO vor einer Verknappung im Markt. Bei Almonty Industries passt das zusammen. Denn die Sangdong-Mine in Südkorea läuft gerade erst an, während der Wolfram-Preis auf historischem Niveau steht.
CEO Lewis Black nutzte seinen jüngsten Rundbrief vom 16. August, um auf ein strukturelles Problem hinzuweisen. Strategische Lagerbestände schrumpfen, Halbleiterhersteller kämpfen mit Engpässen. Die Lücke zwischen angekündigten Minenprojekten und tatsächlicher Förderung wird größer. Blacks Kernthese: Nicht die Nachfrage sei das Problem der Branche, sondern die Verfügbarkeit.
Zahlen, die Sangdong noch gar nicht zeigen
Die Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026 untermauern den Preistrend eindrucksvoll. Der Umsatz kletterte um 498 Prozent auf 43,0 Millionen kanadische Dollar, verglichen mit 7,2 Millionen im Vorjahresquartal. Gegenüber dem ersten Quartal 2026 mit 25,4 Millionen entspricht das einem Plus von 69 Prozent.
Der Treiber dahinter: Der europäische APT-Referenzpreis für Wolfram stieg von rund 453 US-Dollar je MTU auf etwa 3.075 US-Dollar. Fast eine Versiebenfachung.
Bemerkenswert dabei: Diese Zahlen stammen noch überwiegend aus der Panasqueira-Mine in Portugal. Sangdong befand sich zum Quartalsende weiterhin in der Inbetriebnahme- und Hochlaufphase. Der volle Ergebnisbeitrag der neuen Flaggschiff-Anlage fehlt in der Bilanz also noch komplett.
800 Millionen Dollar für vier Projekte gleichzeitig
Eine milliardenschwere Wandelanleihe hat die Kassenlage von Almonty grundlegend verändert. Nach der Emission über 800 Millionen US-Dollar stieg der Kassenbestand zum 30. Juni 2026 auf umgerechnet rund 1,23 Milliarden kanadische Dollar.
Das Management will damit nicht ein Projekt nach dem anderen finanzieren, sondern mehrere parallel vorantreiben. Dazu zählen die Phase-II-Erweiterung von Sangdong, eine Wolframoxid-Anlage in Südkorea, das Gentung-Projekt in Montana und die Erweiterung der Panasqueira-Mine in Portugal.
Börsenrückzug aus Toronto und Sydney
Parallel zum operativen Fortschritt strafft Almonty seine Börsennotierungen. Zum Handelsschluss am 31. Juli 2026 zog sich das Unternehmen freiwillig von der Toronto Stock Exchange zurück. Es folgt der Rückzug von der australischen Börse ASX, der zum 1. September 2026 wirksam werden soll — die dortigen CHESS Depositary Interests enden bereits zum 28. August.
Nach beiden Rückzügen bleibt die Aktie unter dem Kürzel „ALM“ an der Nasdaq und unter „ALI1“ in Frankfurt handelbar. Das Management begründet den Schritt mit reinen Handelsmustern, nicht mit einer Strategieänderung: Der Großteil des täglichen Handelsvolumens findet längst an der Nasdaq statt. Die australischen CDIs machten zum 14. Juli 2026 nur noch etwa 0,80 Prozent der ausstehenden Aktien aus.
Neue Aktien für bis zu 247 Millionen Dollar
Im August hat Almonty zusätzlich Schelfregistrierungen eingereicht. Sie erlauben die potenzielle Ausgabe von Stammaktien im Gegenwert von rund 246,79 Millionen US-Dollar, ein Teil davon für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme.
Das verschafft dem Unternehmen finanziellen Spielraum für weiteres Wachstum. Gleichzeitig steigt damit das Verwässerungsrisiko für bestehende Aktionäre — ein Muster, das die gesamte Expansionsphase bislang begleitet hat.
Die kommenden Quartale dürften zeigen, wie schnell sich der Sangdong-Hochlauf tatsächlich in der Bilanz niederschlägt. Mit Wolframpreisen auf Mehrjahreshoch und westlichen Regierungen, die ihre Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten reduzieren wollen, positioniert sich Almonty als alternative Bezugsquelle für Verteidigung und Hochtechnologie. Ob die aktuelle Bewertung am Markt durch die operative Entwicklung gedeckt wird, entscheidet sich an der Geschwindigkeit dieses Hochlaufs.
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