Almonty Aktie: Operativer Cashflow dreht auf 9,7 Millionen

Almonty meldet positive operative Cashflows und treibt Sangdong-Mine voran. Neues US-Beschaffungsrecht ab 2027 schafft zusätzliche Nachfrage.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzsprung um 221 Prozent
  • Operativer Cashflow erstmals positiv
  • Sangdong-Mine in Südkorea gestartet
  • US-Regel erzwingt Wolfram-Alternativen

Almonty rückt in eine seltene Position. Der Wolframproduzent verbindet steigende Preise, eine neue Großmine in Südkorea und eine harte US-Beschaffungsregel ab Januar 2027. Aus einem Minenwert wird damit ein möglicher Pflichtlieferant für westliche Rüstungs- und Industrieketten.

Die Aktie spiegelt diese Erwartung bereits wider. Am Mittwoch schloss Almonty bei 28,10 CAD, auf Wochensicht liegt das Plus bei 8,54 Prozent. Seit Jahresanfang steht ein Zuwachs von 133,58 Prozent zu Buche.

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Über zwölf Monate hat sich der Kurs um 628,92 Prozent erhöht. Das ist stark, aber nicht frei von Hitze: Der RSI liegt bei 75,0, die annualisierte Monatsvolatilität bei 83,33 Prozent. Kein Wunder, dass jede neue Betriebszahl genau gelesen wird.

Cashflow dreht ins Positive

Im Auftaktquartal sprang der Umsatz um 221 Prozent auf 25,4 Millionen US-Dollar. Wichtiger noch: Almonty meldete ein bereinigtes EBITDA von 6,1 Millionen US-Dollar und einen operativen Cashflow von 9,7 Millionen US-Dollar.

Der Unterschied zum Vorjahr ist deutlich. Damals lag der operative Cashflow noch bei minus 4,4 Millionen US-Dollar. Nun finanziert das operative Geschäft erstmals sichtbar die nächste Wachstumsphase mit.

Auch die Bilanz gibt Spielraum. Ende März lagen die Barmittel bei 259,9 Millionen US-Dollar, das Working Capital betrug 169,5 Millionen US-Dollar. Damit kann Almonty den Hochlauf von Sangdong und das Projekt in Montana weiter vorantreiben.

Der Nettoverlust schrumpfte auf 5,3 Millionen US-Dollar. Im Vorjahr hatte Almonty noch 34,6 Millionen US-Dollar Verlust ausgewiesen. Der wichtigste Grund war der Wegfall einer nicht zahlungswirksamen Belastung aus der Neubewertung von Warrants.

Sangdong wird zum Kernprojekt

In Südkorea hat Almonty Mitte März die Sangdong-Mine offiziell in Betrieb genommen. Das Projekt zählt zu den größten und hochgradigsten Wolframvorkommen weltweit. Für westliche Lieferketten ist genau das der Kernpunkt.

Die erste Ausbaustufe verarbeitet jährlich 640.000 Tonnen Erz. Daraus sollen rund 2.300 Tonnen Wolframkonzentrat entstehen. Der Erzgehalt liegt bei etwa 0,51 Prozent Wolframtrioxid und damit deutlich über dem globalen Durchschnitt.

Damit rückt Sangdong vom Entwicklungsprojekt zum Umsatztreiber auf. Der nächste Test ist der stabile kommerzielle Hochlauf, nicht mehr nur die technische Fertigstellung.

Die zweite Ausbaustufe soll 2027 abgeschlossen werden. Dann könnte die Kapazität auf bis zu 1,2 Millionen Tonnen pro Jahr steigen. In diesem Szenario könnte Sangdong mehr als 460.000 MTU jährlich produzieren.

Washington schafft Nachfragezwang

Der wichtigste politische Treiber kommt aus den USA. Ab Januar 2027 greift eine verschärfte Fassung der Regel DFARS 252.225-7052. Sie verbietet Rüstungszulieferern den Kauf von Wolframpulver und Legierungen aus China oder Russland.

Das trifft einen engen Markt. China kontrolliert mehr als 80 Prozent der weltweiten Wolframproduktion. Hersteller von Panzern, Raketen und Elektronik brauchen daher Alternativen mit verlässlicher westlicher Herkunft.

Almonty hat seine US-Ausrichtung bereits verstärkt. Dazu zählen die Nasdaq-Notiz, ein überzeichneter Börsengang über 90 Millionen US-Dollar und eine Anschlussfinanzierung über 129 Millionen US-Dollar. Die Übernahme des Gentung-Projekts in Montana passt in dieselbe Linie.

Das Unternehmen meldet außerdem verbindliche Abnahmeverträge mit harten Mindestpreisen. Darunter fallen langfristige Lieferzusagen für Wolframoxid in US-Verteidigungsanwendungen. Das schafft mehr Planbarkeit, sobald die Produktion zuverlässig läuft.

Montana soll nächste Stufe liefern

In Montana entwickelt Almonty das Gentung-Browns-Lake-Projekt. Die Ressource umfasst 7,53 Millionen Tonnen, der Produktionsstart ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant. Ziel sind 140.000 MTU Wolfram pro Jahr.

Mehr als 90 Prozent dieses Volumens sind bereits über langfristige Verträge gebunden. Für die USA wäre das die erste kommerzielle Wolframförderung seit fast einem Jahrzehnt. Der strategische Wert geht damit über reine Minenkennzahlen hinaus.

Auch Europa schaut stärker auf kritische Rohstoffe. Die EU prüft strategische Reserven für Wolfram, Gallium, Seltene Erden, Magnesium, Germanium und Graphit. Für Almonty verbreitert das den politischen Nachfragehintergrund.

Analysten bleiben konstruktiv. D.A. Davidson bestätigt das Kaufvotum mit einem Kursziel von 25,00 US-Dollar und verweist auf den nahen kommerziellen Hochlauf von Sangdong. Alliance Global erhöhte das Ziel für Almonty auf 26,25 US-Dollar, nach zuvor 19,25 US-Dollar.

Der Markt preist bereits viel Transformation ein. Bis Januar 2027 muss Almonty deshalb vor allem liefern: stabile Produktion in Sangdong, Fortschritte in Montana und Cashflows, die zur strategischen Bewertung passen.

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