Almonty Aktie: Partnerschaft mit Ruanda vereinbart

Neue Förderrechte in Ruanda und ein europäischer Abnahmevertrag ergänzen Almontys Produktionsstart in Südkorea.

Die Kernpunkte:
  • Ruanda erhält 25 Prozent an Tochtergesellschaft
  • Abnahmevertrag umfasst mindestens 1.720 Tonnen WO3
  • Erste Wolframförderung in Sangdong aufgenommen
  • Goldman Sachs startet mit neutraler Einstufung

Die weltweiten Lieferketten für kritische Rohstoffe geraten zunehmend unter Druck. Nachdem China Ausfuhrbeschränkungen für Wolfram-Zwischenprodukte erlassen hat, suchen westliche Industrieunternehmen verstärkt nach Bezugsquellen jenseits des bisher dominierenden Marktes.

Almonty Industries reagiert auf diese Entwicklung mit einer breiteren geografischen Aufstellung. Am 26. September thematisierte das Bergbauunternehmen in einem Schreiben des Vorstandsvorsitzenden die spürbare Verknappung des westlichen Angebots und stellte die eigene Rohstoffsicherung in den Mittelpunkt.

Partnerschaft in Afrika und Abnahmevertrag in Europa

Um zusätzliche Förderpotenziale zu erschließen, vereinbarte Almonty am 14. September eine verbindliche Partnerschaft mit der Regierung von Ruanda. Die Vereinbarung sieht vor, dass Ruanda einen Anteil von 25 Prozent an der Tochtergesellschaft Almonty Rwanda Pty Ltd erhält. Im Gegenzug sichert sich das Unternehmen die Schürfrechte für die Explorationskonzession Shyorongi sowie eine Lizenz zur Weiterverarbeitung von Mineralien im Land.

Parallel dazu festigte das Unternehmen seine europäischen Absatzwege. Am 17. September meldete Almonty den Abschluss eines mehrjährigen Abnahmevertrags mit der Wolfram Bergbau und Hütten AG, einer Tochtergesellschaft der Sandvik-Gruppe.

Die Vereinbarung regelt die Aufbereitung von Bergbaurückständen am spanischen Standort Los Santos und umfasst mindestens rund 1.720 Tonnen WO3. Der Vertrag beinhaltet eine bedingte Einmalzahlung von 3,0 Millionen US-Dollar sowie Kundenkapital zur Wiederinbetriebnahme der Anlage.

Ausbau der Produktion und finanzielle Weichenstellungen

Diese Maßnahmen flankieren das Engagement des Konzerns in Südkorea. In der Mine Sangdong wurde nach erteilter Betriebsgenehmigung die erste Wolframförderung aufgenommen, womit mehr als 90 Prozent der ersten Ausbauphase bereits fest vertraglich gebunden sind. Die Fertigstellung der zweiten Phase ist für das Jahr 2027 geplant und soll die jährliche Verarbeitungskapazität auf bis zu 1,2 Millionen Tonnen steigern.

Gleichzeitig ordnet der Konzern seine Kapitalstruktur neu. Wie das Unternehmen mitteilte, ist ein automatisches Aktienrückkaufprogramm geplant.

Marktbeobachter wägen Chancen und Preisrisiken ab

Am 24. September nahm Goldman Sachs die Beobachtung der Aktie auf und vergab eine neutrale Einstufung mit einem Kursziel von 13,00 US-Dollar. Die Analysten begründeten ihre Haltung damit, dass die Bewertung bereits einen großen Teil der künftigen Ertragschancen vorwegnehme. Zudem bestehe das Risiko, dass sich die Wolframpreise wieder normalisieren oder die Produktion langsamer anläuft als veranschlagt.

Gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 20,61 Euro verharrt der Titel mit spürbarem Abstand.

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