Almonty Aktie: Plansee bestätigt Sangdong-Abnahme

Der Großaktionär Plansee Group sichert sich Erz aus Sangdong. Almonty startet Produktion und profitiert von Chinas Angebotskürzung.

Die Kernpunkte:
  • Plansee bestätigt Abnahmevereinbarung
  • Produktionsstart in Sangdong-Mine
  • Chinesische Kürzung treibt Wolframpreis
  • Wandelanleihe über 700 Mio. Dollar platziert

Ein Sprung von 12,40 Prozent an einem einzigen Tag. Almonty Industries schließt den Freitagshandel bei 23,38 kanadischen Dollar — getrieben von einer Mischung aus Analystenlob und einer Nachricht, die dem Tungsten-Produzenten neue Planungssicherheit gibt: Der größte Aktionär Plansee Group hat eine langfristige Abnahmevereinbarung für Erz aus der Sangdong-Mine bestätigt.

Plansee bestätigt Abnahme aus Sangdong

Plansee veröffentlichte am 7. Juli seinen Jahresbericht. Der Konzern meldete einen Umsatz von 2,35 Milliarden Euro und bekräftigte darin ausdrücklich die langfristige Abnahmevereinbarung aus Sangdong. Für Almonty ist das mehr als eine Randnotiz — es ist die industrielle Bestätigung, dass die Nachfrage hinter dem Tungsten-Boom real ist.

Der Zeitpunkt passt. Almonty hat am 1. Juli 2026 die Verarbeitung in der südkoreanischen Sangdong-Mine gestartet und wandelt sich damit vom Entwickler zum Produzenten. Rund 139.700 Tonnen Erz lagern bereits, bei einem Wolframtrioxid-Gehalt von etwa 0,25 Prozent.

Kursbild bleibt volatil

Trotz des kräftigen Freitagssprungs liegt die Aktie noch immer 29,90 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 33,35 kanadischen Dollar, erreicht am 17. April 2026. Auf Wochensicht steht nur ein moderates Plus von 1,04 Prozent zu Buche. Der Monatsgewinn beläuft sich auf 9,82 Prozent.

Auf längere Sicht zeigt sich das eigentliche Ausmaß der Rally: Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 94,35 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sind es 200,51 Prozent. Die 30-Tage-Volatilität liegt bei 97,44 Prozent annualisiert — ein Wert, der die heftigen Ausschläge seit dem Produktionsstart in Sangdong widerspiegelt. Aktuell notiert die Aktie 7,94 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt, aber 25,08 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt. Der langfristige Aufwärtstrend bleibt damit intakt, auch wenn die kurzfristige Dynamik seit dem Aprilhoch abgekühlt ist.

Chinas Angebotskürzung treibt den Preis

Hinter der Rally steht ein globaler Angebotsschock. China kontrolliert rund 80 Prozent der weltweiten Tungsten-Produktion, westliche Industrieabnehmer suchen dringend nach Alternativen. Peking hat seine Produktionsquoten für 2026 um 8 Prozent gekürzt.

Die Folge: Der europäische Preis für Ammoniumparawolframat ist in diesem Jahr um 240,5 Prozent gestiegen — von einer Spanne zwischen 1.650 und 1.900 US-Dollar je Tonneneinheit im Februar auf mittlerweile über 3.000 US-Dollar. Almonty profitiert direkt von dieser Verknappung, da Sangdong außerhalb der chinesischen Lieferketten liegt.

Parallel zum Kerngeschäft treibt Almonty die Diversifikation voran. Die Mühle verarbeitet das gelagerte Material bereits zu verkaufsfähigem Wolframkonzentrat. Ein Bohrprogramm über 12.000 Meter soll zusätzliche Molybdän-Vorkommen neben der bestehenden Mine bestätigen — ein Metall, das in Verteidigung und Hochtechnologie gefragt ist und Almonty eine zweite Einnahmequelle verschaffen könnte.

Wandelanleihe stützt die Bilanz

Almonty hat kürzlich eine Wandelanleihe über 700 Millionen US-Dollar platziert, inklusive vollständiger Ausübung der Mehrzuteilungsoption über zusätzliche 100 Millionen US-Dollar. Die Anleihe läuft bis 2031 und trägt einen Zinssatz von 2,25 Prozent jährlich.

Der anfängliche Wandlungspreis liegt bei rund 27,40 US-Dollar je Aktie — deutlich über dem aktuellen Kursniveau. Das signalisiert, dass die Wandlung vorerst unwahrscheinlich bleibt und die Anleihe primär als Fremdkapital wirkt.

Mit der Mühle in Betrieb und Plansee als bestätigtem Abnehmer verschiebt sich der Fokus nun auf die operative Umsetzung. Entscheidend wird, wie schnell Almonty das gelagerte Erz in regelmäßige Konzentrat-Lieferungen und damit in Umsatz in den kommenden Quartalen umwandelt.

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