Almonty Aktie: Q1-Umsatz springt auf 25,4 Millionen

Trotz Rekordumsatz und EBITDA-Wende verliert die Almonty-Aktie massiv an Wert. Der Börsenrückzug von ASX und TSX sowie eine Wandelanleihe prägen das Bild.

Die Kernpunkte:
  • Aktie verliert in einem Monat 30 Prozent
  • Delisting von ASX und Toronto abgeschlossen
  • Wandelanleihe über 700 Millionen US-Dollar platziert
  • Sangdong-Mine treibt Umsatz um 221 Prozent

Fast ein Drittel seines Werts hat Almonty Industries im vergangenen Monat verloren. Und das, obwohl der Tungsten-Produzent gerade eine seiner stärksten Quartalsphasen hinter sich hat. Der Widerspruch zwischen Kursverlauf und operativen Zahlen wirft Fragen auf.

Die Aktie schloss am Freitag bei 15,51 kanadischen Dollar, ein Minus von 4,96 Prozent an einem einzigen Handelstag. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 17,54 Prozent, auf Monatssicht sind es 30,29 Prozent. Zum Vergleich: Über zwölf Monate liegt das Papier trotz der jüngsten Talfahrt noch immer 205,92 Prozent im Plus.

Weit weg vom Rekordhoch

Der Kurs notiert derzeit 53,49 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 33,35 kanadischen Dollar, erreicht am 17. April 2026. Die technischen Indikatoren signalisieren eine überverkaufte Lage: Der 14-Tage-RSI liegt bei 32,7. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 89,34 Prozent zeigt, wie nervös der Handel in dem Papier momentan verläuft.

Diese Schwankungsbreite ist bei Almonty nichts Neues. Die Aktie gilt seit jeher als hochvolatiler Nebenwert, dessen Kurs stark auf Nachrichten reagiert.

Börsenrückzug fast abgeschlossen

Ein Teil der Unsicherheit dürfte mit der laufenden Neuordnung der Börsennotierungen zusammenhängen. Almonty hat von der australischen Börse ASX die Zustimmung zum Delisting erhalten. Der Rückzug soll zum 1. September 2026 vollzogen sein, die australischen Hinterlegungsscheine stellen bereits am 28. August den Handel ein.

Das folgt auf einen ähnlichen Schritt in Toronto. Zum Handelsschluss am 31. Juli 2026 verlässt Almonty freiwillig die Toronto Stock Exchange. Die Aktie handelt danach ausschließlich an der Nasdaq unter dem Kürzel ALM.

Als Begründung nennt das Unternehmen die schwindenden Handelsvolumina in Australien. Der Anteil der dort gehaltenen Papiere war bis Mitte Juli auf rund 0,80 Prozent aller ausgegebenen Aktien gesunken. Eine Konzentration des Handels auf Nasdaq und Frankfurt soll die Liquidität bündeln.

Frisches Kapital, aber auch Verwässerungsrisiko

Im Juni hat Almonty seine Bilanz deutlich gestärkt. Das Unternehmen platzierte eine überzeichnete Anleihe über 700 Millionen US-Dollar, wandelbar in Aktien, mit einem Zinskupon von 2,25 Prozent und Fälligkeit 2031. Der anfängliche Wandlungspreis von rund 27,40 US-Dollar je Aktie lag etwa 32,5 Prozent über dem letzten Schlusskurs vor der Platzierung.

Die frische Liquidität verschafft dem Unternehmen finanziellen Spielraum. Allerdings bedeutet die Wandelanleihe auch ein potenzielles Verwässerungsrisiko, sollte die Umwandlung in Aktien tatsächlich erfolgen. Hinzu kommen Verkäufe von Firmeninsidern, die im Juli gemeldete Aktienverkäufe durch Direktoren umfassten.

Sangdong als Belastungsprobe

Die operative Entwicklung liest sich bislang deutlich positiver als der Kursverlauf. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 221 Prozent im Jahresvergleich auf 25,4 Millionen US-Dollar, getrieben von Rekordpreisen für Tungsten. Das bereinigte EBITDA lag bei 6,1 Millionen US-Dollar, nach einem Verlust von 2,4 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal.

Zum 31. März verfügte Almonty über eine Kassenposition von 259,9 Millionen US-Dollar und ein Working Capital von 169,5 Millionen US-Dollar. Der Umsatzsprung hängt direkt mit dem Hochlauf der südkoreanischen Sangdong-Mine zusammen, die im März 2026 offiziell in Betrieb genommen wurde.

Der nächste Quartalsbericht wird für Mitte August erwartet. Er soll zeigen, ob sich der Produktionsanlauf in Sangdong zusammen mit den hohen Tungsten-Preisen in nachhaltige Profitabilität übersetzt. Bis dahin dürfte der Handel in der Aktie volatil bleiben, während der Markt den fortschreitenden Rückzug von ASX und Toronto sowie die operative Entwicklung der Mine gegeneinander abwägt.

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