Almonty Aktie: Recycling-Partner in Sicht?
Sangdongs erste Wolframlieferung und das Interesse von Tungco stärken Almontys industrielle Perspektive, belegen aber noch keine Zusammenarbeit.

- Tungco sieht Sangdong als möglichen Partner
- Erste kommerzielle Lieferung aus Sangdong erfolgt
- Südkoreanische Börsennotierung bleibt Gesprächsgegenstand
- B. Riley senkt Kursziel auf 20 Dollar
Für Almonty zählt aus meiner Sicht nicht die nächste Börsenadresse, sondern die Anerkennung als möglicher Lieferpartner. Die Gespräche über eine mögliche Börsennotierung in Südkorea vor gut einer Woche passen zwar zur Entwicklung des Unternehmens.
Aussagekräftiger für die industrielle Perspektive ist aber das Interesse aus der Wolframwirtschaft. Daraus ergibt sich eine positive These – allerdings noch kein Beleg für gesicherte zusätzliche Geschäfte.
Industrielles Interesse ist das stärkere Signal
Tungco-Chef Cliff Nance erklärte am 27. Oktober, die Produktion von Sangdong könne helfen, die Abhängigkeit der USA von chinesischem Wolfram zu verringern. Zugleich bezeichnete er Almontys Mine als potenziellen Partner für Tungcos Recyclingaktivitäten.
Für mich liegt darin der interessanteste Aspekt: Almontys Bedeutung wird hier nicht allein mit Versorgungssicherheit begründet. Nance stellt auch eine mögliche Verbindung zu einem konkreten industriellen Geschäft her. Das macht die Perspektive greifbarer als eine allgemeine Erzählung über strategische Rohstoffe.
Die Einschränkung ist entscheidend. Ein potenzieller Partner ist kein bestätigter Geschäftspartner. Aus den Äußerungen lässt sich weder ein Auftrag noch eine vereinbarte Zusammenarbeit ableiten. Wer das industrielle Interesse bereits wie einen Vertragsabschluss bewertet, überspringt den wesentlichen Schritt.
Lieferung und Börsenpläne richtig gewichten
Zur industriellen Perspektive passt die erste kommerzielle Wolframlieferung aus Sangdong vor rund zwei Wochen. Nach Angaben von CEO Lewis Black war es die erste Lieferung der Mine seit mehr als drei Jahrzehnten. Dieser Schritt verleiht der Diskussion über mögliche Partnerschaften mehr Substanz als eine reine Projektankündigung.
Trotzdem sollte man die Aussage nicht überdehnen. Eine erste Lieferung belegt den erfolgten Versand. Sie beantwortet für sich genommen noch nicht die Frage, welchen wirtschaftlichen Beitrag weitere Lieferungen leisten können.
Ähnlich nüchtern sind die Gespräche mit südkoreanischen Wertpapierhäusern über eine mögliche dortige Börsennotierung einzuordnen. Sie betreffen eine zusätzliche Kapitalmarktperspektive. Für meine Bewertung wiegt die industrielle Anschlussfähigkeit schwerer: Eine weitere Börsenadresse ersetzt keinen geschäftlichen Fortschritt.
Zuversicht braucht Bewertungsdisziplin
B. Riley senkte am 27. Oktober das Almonty-Kursziel von 25 $ auf 20 $ und behielt die Kaufempfehlung bei. Das ist kein vollständiger Vertrauensentzug. Es zeigt aber, dass eine positive Einschätzung des Unternehmens mit niedrigeren Bewertungserwartungen vereinbar ist.
Genau diese Unterscheidung halte ich für angemessen. Strategische Bedeutung, erste Lieferung und Interesse eines möglichen Partners sprechen für Almontys industrielle Perspektive. Sie sollten jedoch nicht pauschal als Begründung für jede Bewertung dienen.
Unterm Strich fällt mein Urteil vorsichtig positiv aus: Das industrielle Interesse ist das stärkere Argument als die Börsenfantasie. Überzeugender würde die Anlagethese durch bestätigte Geschäftsbeziehungen. Bis dahin verdient Almontys Fortschritt Anerkennung – die mögliche Partnerschaft bleibt eine Chance, keine gesicherte Ertragsgrundlage.
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