Almonty Aktie: Russell-1000-Aufnahme am 29. Juni

Almonty Industries wird in den Russell 1000 aufgenommen, die Aktie fällt dennoch. Operativ profitiert der Wolfram-Produzent von steigenden Preisen und der Pentagon-Frist.

Die Kernpunkte:
  • Aufnahme in Russell 1000 und 3000
  • Aktie verliert trotz Index-Mitgliedschaft
  • Wolframpreise steigen um 76,6 Prozent
  • Sangdong-Mine produziert planmäßig

Aufnahme in den Russell 1000 — und die Aktie verliert trotzdem. Almonty Industries ist seit dem 29. Juni offiziell Mitglied der großen US-Leitindizes. Der Kurs reagierte mit einem Rücksetzer. Das klassische „Buy the Rumor, Sell the News“.

Index-Aufnahme ohne Kursfeuerwerk

Almonty gehört nun zu den 1.000 größten an US-Börsen gelisteten Unternehmen. Die Aufnahme in den Russell 1000 und den breiten Russell 3000 folgt der jährlichen Rekonstitution der Indizes. CEO Lewis Black formulierte es direkt: Almonty habe sich den Platz „mit Zahlen verdient, nicht durch Einladung.“

Die Hoffnung dahinter ist real. Index-Mitgliedschaft öffnet die Tür für passiv verwaltete Fonds und institutionelle Investoren, die Russell-Benchmarks abbilden. Viele davon durften Almonty-Aktien schlicht nicht halten — bis jetzt.

Der Markt zeigte sich davon unbeeindruckt. Die Aktie schloss bei 22,33 CAD, rund 33 Prozent unter dem April-Hoch von 33,35 CAD. In den vergangenen 30 Tagen verlor der Kurs mehr als 15 Prozent. Der RSI liegt bei 38,8 — nahe am überverkauften Bereich. Allerdings: Über zwölf Monate steht noch immer ein Plus von 232 Prozent.

Tungsten-Knappheit trifft Pentagon-Frist

Der strategische Rückenwind bleibt intakt. Ab Januar 2027 darf das Pentagon kein Wolfram mehr aus China, Russland, Iran oder Nordkorea kaufen. China kontrolliert rund 88 Prozent der globalen Produktion. Chinesische APT-Lieferungen brachen im Jahresvergleich von 782 auf 243 Tonnen ein.

Die Folge: Nordamerikanische Wolframpreise stiegen von 19,35 Dollar je Kilogramm in Q1 2025 auf 34,17 Dollar in Q1 2026 — ein Plus von 76,6 Prozent. Die CICC schätzt, dass die globale Angebotslücke zwischen 2026 und 2028 mehr als 17 Prozent der Nachfrage ausmachen wird.

Almonty ist direkt positioniert. Das Unternehmen beliefert Global Tungsten & Powders in Pennsylvania über einen Langzeitvertrag. Ein verbindlicher Liefervertrag mit Tungsten Parts Wyoming sichert mindestens 40 Tonnen Wolframoxid monatlich — für Raketen, Drohnen und Munition.

Sangdong läuft, Molybdän wartet

Phase 1 der Sangdong-Mine in Südkorea produziert. Die Anlage verarbeitet rund 640.000 Tonnen Erz pro Jahr und liefert etwa 2.300 Tonnen Wolframkonzentrat. Phase 2 soll 2027 in Betrieb gehen und die Kapazität auf 1,2 Millionen Tonnen verdoppeln — dann rund 4.600 Tonnen Konzentrat jährlich. Bei Vollauslastung könnte Sangdong etwa 40 Prozent der globalen Wolfram-Nachfrage außerhalb Chinas decken.

Parallel dazu läuft ein Bohrprogramm am benachbarten Molybdän-Projekt. Rund 37 Prozent der geplanten 26 Bohrlöcher sind abgeschlossen. Erste Assay-Ergebnisse bestätigen historische Erzgehalte. Das Management sieht darin eine zweite Einnahmequelle, die Infrastruktur und Logistik mit der Wolframoperation teilt.

Zahlen zeigen Trendwende

Die Quartalszahlen für Q1 2026 unterstreichen den operativen Fortschritt. Der Umsatz stieg um 221 Prozent auf 25,4 Millionen Dollar. Der operative Cashflow drehte von minus 4,4 Millionen Dollar auf plus 9,7 Millionen Dollar — eine klare Trendwende.

Der Nettoverlust schrumpfte auf 5,3 Millionen Dollar, nach 34,6 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Den größten Unterschied machte das Fehlen einer hohen nicht-zahlungswirksamen Bewertungskorrektur bei Optionsscheinen, die das Vorjahr belastet hatte.

Oppenheimer hob das Kursziel auf 25,00 Dollar an und behält das „Outperform“-Rating. Als Begründung nennt die Bank nahezu rekordhohe Wolfram- und APT-Preise von durchschnittlich 3.040 Dollar je MTU.

Mit der Pentagon-Frist im Januar 2027 und dem geplanten Start von Phase 2 im selben Jahr rückt die operative Lieferfähigkeit in den Mittelpunkt. Gelingt der Hochlauf planmäßig, trifft Almonty auf eine Nachfrage, die strukturell kaum anderswo bedient werden kann.

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