Almonty: Aktie rutscht nach Bewertungswarnung ab
Almonty Industries gibt nach Bewertungsdebatte nach, während institutionelle Käufe und ein umfangreiches Rückkaufprogramm Vertrauen signalisieren.

- Aktie verliert 3,9 Prozent
- 96 Prozent Plus seit Jahresbeginn
- Institutionelle Anleger stocken Positionen auf
- Rückkäufe bis August 2029 geplant
Nach einem der stärksten Kurssprünge des Jahres gerät Almonty Industries ins Straucheln. Die Aktie des Wolframproduzenten verlor am Freitag 3,9 Prozent und schloss bei 15,57 Euro. Auslöser waren Medienberichte, die das Papier als deutlich überbewertet einstuften – mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 70,3, das den Durchschnitt der US-Bergbaubranche von 21,1 um ein Vielfaches übersteigt.
Der Rücksetzer relativiert sich jedoch im Kontext der jüngsten Kursentwicklung. Über 30 Tage steht für Almonty ein Plus von 63 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn sind es 96 Prozent. Auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Kurs mehr als vervierfacht. Vor diesem Hintergrund wirkt der jüngste Dämpfer eher wie eine überfällige Verschnaufpause als wie eine fundamentale Trendwende.
Institutionelles Interesse trotz Bewertungsdebatte
Während Kommentatoren die hohe Bewertung kritisch beleuchten, bauen institutionelle Anleger ihre Positionen weiter aus. Nykredit A/S meldete am 21. August eine neu eröffnete Position von 3.500 Aktien.
Bereits zuvor hatte das Public Employees Retirement System of Ohio eine Beteiligung von 109.121 Aktien im Wert von rund 1,81 Millionen US-Dollar offengelegt. Solche Zukäufe deuten darauf hin, dass zumindest ein Teil der professionellen Investorenbasis die Bewertung angesichts der operativen Fortschritte für vertretbar hält.
Parallel dazu hat das Unternehmen mit seinem Rückkaufprogramm ein Signal in eigener Sache gesetzt: Bis zu 14,4 Millionen Aktien, etwa fünf Prozent des ausstehenden Kapitals, sollen für insgesamt bis zu 300 Millionen US-Dollar bis August 2029 zurückgekauft werden. Ein solches Volumen relativiert die Sorge, das Management selbst halte die Aktie für überteuert.
Wettbewerb aus Nevada nimmt Konturen an
Die Konkurrenzsituation im Wolframsektor verändert sich unterdessen. Western Star Resources hat auf seinen Nevada-Liegenschaften eine großflächige 3D-Magnetinversion abgeschlossen und dabei Zielgebiete identifiziert, die hochgradige Proben mit tieferliegenden Intrusivkörpern verbinden.
Sollten sich diese Funde als abbauwürdig erweisen, könnte dies langfristig die globale Angebotslandschaft beeinflussen, die derzeit maßgeblich vom Sangdong-Projekt in Südkorea geprägt wird. Für Almonty bedeutet das noch keine unmittelbare Bedrohung, wohl aber einen Hinweis darauf, dass die Marktposition nicht dauerhaft konkurrenzlos bleiben dürfte.
Konsolidierung der Notiz als strukturelles Signal
Vor diesem Hintergrund fügt sich auch die Entscheidung des Verwaltungsrats ein, die Notierungen an der australischen und der kanadischen Börse aufzugeben und die primäre Listung an der Nasdaq zu bündeln. Eine konzentrierte Notiz kann die Liquidität und Sichtbarkeit bei US-Investoren erhöhen – ein Aspekt, der angesichts der wachsenden institutionellen Nachfrage an Bedeutung gewinnen dürfte.
Charttechnisch bleibt das Bild trotz des jüngsten Rücksetzers intakt: Mit einem Abstand von 18 Prozent zum 50-Tage-Durchschnitt und 23 Prozent zum 200-Tage-Durchschnitt notiert die Aktie weiterhin deutlich über ihren mittelfristigen Trendlinien.
Zum 52-Wochen-Hoch von 20,61 Euro fehlen aktuell 24 Prozent. Ob die Bewertungsdiskussion die Rally nachhaltig bremst oder lediglich eine Verschnaufpause markiert, dürfte sich erst zeigen, wenn sich die operative Entwicklung am Sangdong-Standort in belastbaren Verkaufszahlen niederschlägt.
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