Almonty Aktie: Sandvik-Tochter vereinbart Los-Santos-Abnahme

Almonty Industries vereinbart die Aufbereitung von Wolframrückständen in Spanien und erweitert damit seine Lieferbasis für westliche Abnehmer.

Die Kernpunkte:
  • Abnahmevertrag mit Sandvik-Tochter vereinbart
  • Mindestens 1.720 Tonnen Wolframtrioxid vorgesehen
  • Bedingte Zahlung von drei Millionen US-Dollar
  • Aktie seit Jahresbeginn 58 Prozent höher

Almonty Industries erschließt über die Wiederaufbereitung historischer Halden in Westspanien zusätzliche Wolframvorkommen für die westliche Industrie.

Das Bergbauunternehmen hat eine mehrjährige Abnahmevereinbarung mit der Wolfram Bergbau und Hütten AG getroffen, einer Tochtergesellschaft des schwedischen Sandvik-Konzerns. Die Vereinbarung bezieht sich auf die Mine Los Santos und sicherte dem Papier heute an den Handelsplätzen ein Kursplus von 2,1 Prozent auf 12,56 Euro.

Feste Abnahmebedingungen für Los Santos

Die Mine Los Santos liegt rund 50 Kilometer südlich von Salamanca und befand sich seit Februar 2020 im Ruhezustand. Der geschlossene Vertrag sieht vor, dass mindestens 1.720 Tonnen enthaltenes Wolframtrioxid aus den dortigen Rückständen aufbereitet werden. Die Struktur der Abnahme basiert auf einem verbindlichen Take-or-pay-Modell.

Für die Sicherung der Exklusivrechte leistet die Sandvik-Tochter eine bedingte Einmalzahlung in Höhe von 3 Millionen US-Dollar. Umgerechnet entspricht dieser Betrag 2,61 Millionen Euro. Die Aufbereitung des historischen Materials erlaubt Almonty die Nutzung bereits erschlossener Ressourcen, ohne sofort den klassischen Untertagebau an diesem Standort wiederaufnehmen zu müssen.

Strategischer Druck durch US-Vorgaben

Der Schritt fällt in eine Phase spürbarer geopolitischer Weichenstellungen auf dem Wolframmarkt. Ab dem 1. Januar 2027 greifen verschärfte Beschaffungsregeln des US-Verteidigungsministeriums. Diese Bestimmungen schließen Wolfram aus China, Russland, Nordkorea sowie dem Iran für militärische Beschaffungen weitgehend aus.

Da China laut der US-Behörde USGS rund 85 Prozent des weltweiten Angebots kontrolliert, suchen westliche Industrie- und Rüstungskonzerne mit Hochdruck nach alternativen Bezugsquellen. Die Wiederbelebung europäischer Liegenschaften wie Los Santos gewinnt vor diesem regulatorischen Hintergrund zusätzliche Dringlichkeit für die Versorgungssicherheit.

Globale Produktionskette im Ausbau

Neben dem spanischen Projekt treibt Almonty seine internationalen Vorhaben voran. Vor über einem Monat startete das Unternehmen den Betrieb der Verarbeitungsanlage in der südkoreanischen Mine Sangdong in der Provinz Gangwon. Für diese Liegenschaft bestehen ebenfalls bereits langfristige Abnahmeverträge mit internationalen Partnern.

Zur Finanzierung der weiteren Expansion hatte das Unternehmen im Juni 2026 Wandelanleihen über 700 Millionen US-Dollar platziert. Zudem vereinbarte Almonty am vergangenen Montag ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Regierung von Ruanda für die Shyorongi-Konzession und eine mobile Verarbeitungslizenz.

Anleger honorieren die Fortschritte beim Aufbau einer westlichen Wolframversorgung: Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Kursplus von 58 Prozent.

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