Almonty Aktie: Sangdong-Abnahmeabkommen ausgeweitet

Trotz eines Kursanstiegs von über 2.100 Prozent in drei Jahren gilt die Almonty-Aktie als überbewertet, warnt eine aktuelle Analyse.

Die Kernpunkte:
  • Kurs seit Rekordhoch um 42 Prozent gefallen
  • Kurs-Buchwert-Verhältnis weit über Branchenschnitt
  • Operativer Fortschritt in Sangdong als Stütze
  • Hohe Volatilität von über 84 Prozent

Almonty Industries hat in drei Jahren einen Kurssprung von rund 2.100 Prozent hingelegt. Trotzdem warnt eine aktuelle Bewertungsanalyse: Die Aktie des Wolfram-Produzenten ist teuer geworden. Sehr teuer sogar.

Am Freitag legte das Papier um 3,94 Prozent zu und schloss bei 19,25 kanadischen Dollar. Der Erholungstag kann aber nicht über den größeren Trend hinwegtäuschen. In den vergangenen 30 Tagen verlor die Aktie fast 28 Prozent. Vom Rekordhoch bei 33,35 kanadischen Dollar, erreicht am 17. April 2026, trennen das Papier inzwischen mehr als 42 Prozent.

Die Kurve zeigt zwei Gesichter

Wer nur auf die Jahresperformance schaut, sieht einen Überflieger. Die Aktie legte binnen zwölf Monaten um über 211 Prozent zu, seit Jahresbeginn steht ein Plus von knapp 60 Prozent zu Buche. Wer aber auf die vergangenen Wochen blickt, sieht einen Titel im freien Fall aus überhitzten Höhen.

Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 24,61 kanadischen Dollar. Aktuell notiert die Aktie rund 22 Prozent darunter. Das ist ein deutliches Signal für den Rückgang, der auf die Frühjahrsrally folgte.

Bewertung nach Buchwert schlägt Alarm

Für einen kapitalintensiven Bergbaukonzern wie Almonty ist das Kurs-Buchwert-Verhältnis eine der aussagekräftigsten Kennzahlen. Schließlich hängt der Unternehmenswert maßgeblich am Wert der Minenanlagen. Und hier zeigt sich das Problem.

Almonty handelt aktuell mit dem 15,6-Fachen seines Buchwerts. Der Durchschnitt der Metall- und Bergbaubranche liegt bei etwa dem 2,5-Fachen. Selbst die bereits hoch bewertete Vergleichsgruppe kommt im Schnitt „nur“ auf das 140,6-Fache – ein Wert, der aufgrund weniger Ausreißer stark verzerrt ist, während Almonty deutlich darüber hinaus in eine eigene Kategorie vorstößt.

Diese Prämie lässt kaum Spielraum für Rückschläge. Sollte es bei der Produktion, den Kosten oder der Vertragserfüllung haken, könnte die Bewertung schnell unter Druck geraten.

Operative Fortschritte als Gegengewicht

Ganz unbegründet ist der hohe Preis nicht. Almonty hat sein Wolfram-Abnahmeabkommen für das Sangdong-Projekt ausgeweitet und die Verarbeitung dort angelaufen. Beides stützt die Erwartungen an künftige Umsätze.

Das Risiko liegt in der Umsetzung. Langfristige Produktionsziele und die vertragliche Lieferfähigkeit bleiben Unsicherheitsfaktoren, die die Bereitschaft der Anleger dämpfen könnten, heute schon für morgige Gewinne zu zahlen. In einer breiteren Bewertungsprüfung erreicht Almonty nur 3 von 6 möglichen Punkten – kein klares Schnäppchen, aber auch keine eindeutige Überbewertung nach allen Maßstäben.

Hohe Schwankungen als Belastungsprobe

Die Kursbewegungen der vergangenen Wochen zeigen die Spannung zwischen der positiven operativen Geschichte und der gedehnten Bewertung deutlich. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 84,83 Prozent – ein außergewöhnlich hoher Wert, der auf große Nervosität im Handel hindeutet. Der relative Stärke-Index steht bei 38,1 und signalisiert damit anhaltenden Verkaufsdruck, selbst nach dem Freitagsplus.

Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 18,96 kanadischen Dollar, knapp unter dem aktuellen Kurs. Die Aktie bewegt sich damit nur rund 1,5 Prozent über dieser langfristigen Trendlinie – eine Marke, die in den kommenden Wochen zum Prüfstein werden könnte.

Die nächsten Quartalszahlen und der weitere Hochlauf in Sangdong dürften zeigen, ob die operative Umsetzung mit dem vorgeprescheten Kurs mithalten kann. Zwischen den erreichten Meilensteinen – allen voran dem erweiterten Abnahmeabkommen – und dem extrem hohen Buchwert-Multiplikator klafft eine Lücke. Der Markt hat für Almonty bereits Jahre an Wachstum eingepreist.

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