Almonty Aktie: Sangdong-Anlage seit 1. Juli aktiv

Almonty Industries leitet den Rückzug von der australischen Börse ein. Anleger haben bis Ende August Zeit für Verkauf oder Aktienumwandlung.

Die Kernpunkte:
  • Freiwilliger Rückzug von der ASX
  • Frist für Anleger bis 28. August
  • Kurs nahe überverkauftem Niveau
  • Sangdong-Mine startet Produktion

Almonty Industries zieht sich von der australischen Börse zurück. Seit Mittwoch läuft die einmonatige Kündigungsfrist für das freiwillige Delisting von der Australian Securities Exchange. Der Wolfram-Produzent hat allen CDI-Inhabern formale Schreiben zugestellt.

Australische Anleger müssen jetzt handeln

Die Mitteilung gibt australischen Investoren klare Optionen an die Hand. Bis zum 28. August können sie ihre Anteile entweder an der ASX verkaufen oder eine Umwandlung ihrer CDIs in reguläre Aktien beantragen. Diese würden dann an der Nasdaq oder in Frankfurt notieren.

Der Schritt passt zu einer breiteren Strategie. Almonty will seine Konzernstruktur straffen und die Kosten für vier parallele Börsennotierungen senken. Das Handelsvolumen an der ASX war zuletzt kaum noch relevant: Mitte Juli lag es unter einem Prozent der ausstehenden Aktien.

Kurs unter Druck, Chartbild angeschlagen

Die Neuigkeit trifft auf ein ohnehin belastetes Kursbild. Am Dienstag brach die Aktie um 8,40 Prozent ein und schloss bei 17,22 CAD. Damit liegt der Kurs jetzt 10,36 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 19,21 CAD – ein Bruch der langfristigen technischen Unterstützung.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 33,35 CAD aus dem April ist die Aktie inzwischen 48,37 Prozent entfernt. Der RSI ist auf 34,4 gefallen und nähert sich überverkauftem Terrain. Trotz der Korrektur steht seit Jahresbeginn noch ein Plus von 42,67 Prozent zu Buche.

Drei Börsenplätze, ein Enddatum

Die Konsolidierung läuft auf zwei verbleibende Handelsplätze zu: Nasdaq (ALM) und Frankfurt (ALI1). Die Notierung an der Toronto Stock Exchange endet bereits am 31. Juli, das ASX-Delisting soll zum 1. September abgeschlossen sein.

Bewegung gibt es auch in der Aktionärsstruktur. Deutsche Rohstoff AG hat kürzlich 5 Millionen Almonty-Aktien zu einem Durchschnittspreis von rund 16 US-Dollar verkauft. Die Beteiligungsgesellschaft bleibt jedoch mit etwa 5,5 Millionen Aktien ein bedeutender Anteilseigner – dazu kommen Wandelanleihen und Kredite, die weiter bestehen.

Sangdong läuft an

Während sich die Börsenstruktur neu ordnet, nimmt das operative Geschäft Fahrt auf. Die Verarbeitungsanlage der Sangdong-Mine in Südkorea hat am 1. Juli den Betrieb aufgenommen. Damit wechselt das Projekt von der Entwicklungs- in die aktive Produktionsphase für Wolframkonzentrat.

Die erste Ausbaustufe ist auf eine Jahreskapazität von 640.000 Tonnen Erz ausgelegt. Für die Produktion hat Almonty bereits eine langfristige Abnahmevereinbarung mit Global Tungsten & Powders gesichert. Diese wurde kürzlich auf 21 Jahre verlängert und soll bei aktuellen Preisen für Ammoniumparawolframat erhebliche jährliche Erlöse bringen.

Der Rückzug von der ASX markiert damit nur einen administrativen Nebenschauplatz. Die eigentliche Bewährungsprobe liegt in Sangdong: Erst der Hochlauf der Produktion wird zeigen, ob die langfristige Abnahmevereinbarung mit GTP ihr Ertragspotenzial tatsächlich entfaltet.

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