Almonty Aktie: Sangdong erreicht Q3-Vollkapazität
Almonty Industries profitiert von hohen Wolframpreisen und dem Produktionsstart der Sangdong-Mine. Analysten sehen weiteres Potenzial.

- Sangdong-Mine startet Phase-1-Produktion
- Umsatzsprung um 221 Prozent im Quartal
- Operativer Cashflow wird positiv
- Mehrheit der Analysten rät zum Kauf
Almonty Industries steht an einem Punkt, an dem Kursfantasie und operative Realität enger zusammenrücken. Der Wolframproduzent profitiert von hohen Preisen, geopolitischer Nachfrage nach nicht-chinesischen Lieferketten und einem Minenhochlauf in Südkorea. Der Markt hat viel davon bereits eingepreist. Genau deshalb wird der nächste Produktionsschritt so wichtig.
Kursbild bleibt stark, aber heiß
Die Aktie schloss am Freitag in Toronto bei 27,34 CAD und verlor damit 4,44 Prozent. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 5,97 Prozent. Der Rücksetzer ändert wenig am übergeordneten Bild.
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Der Kursanstieg ist längst mehr als ein kurzfristiger Impuls. Seit Jahresanfang liegt die Aktie 127,27 Prozent im Plus, auf Sicht von zwölf Monaten sogar 593,03 Prozent. Zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt der Abstand noch 69,31 Prozent.
Technisch bleibt der Titel damit klar im Aufwärtstrend. Der Kurs liegt 4,36 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 26,20 CAD. Der RSI von 85,1 signalisiert allerdings ein stark überkauftes Niveau.
Dazu passt die hohe Schwankungsbreite. Die annualisierte Volatilität der vergangenen 30 Tage liegt bei 80,37 Prozent. Für eine Aktie mit dieser Vorgeschichte ist das kein Detail, sondern Teil der Bewertung.
Sangdong soll die Story liefern
Der wichtigste operative Hebel bleibt die Sangdong-Mine in Südkorea. Dort startete Almonty am 17. März 2026 die Phase-1-Produktion; die volle kommerzielle Kapazität wird im dritten Quartal erwartet. Bei Vollauslastung soll Sangdong rund 40 Prozent der globalen Wolframnachfrage außerhalb Chinas abdecken.
Das erklärt, warum der Markt die Aktie anders bewertet als noch vor einem Jahr. Wolfram ist für Rüstung, Industrie und Hochtechnologie schwer ersetzbar. Wer verlässliche Liefermengen außerhalb Chinas anbieten kann, sitzt strategisch an einer begehrten Stelle der Wertschöpfungskette.
Almonty plant in Sangdong bereits weiter. Eine Phase-II-Erweiterung ist auf bis zu 1,2 Millionen Tonnen pro Jahr ausgelegt und könnte potenziell mehr als 460.000 MTU jährlich erreichen.
Auch die bestehenden Aktivitäten sollen mehr liefern. Für Panasqueira peilt das Unternehmen eine Produktion von bis zu 124.000 MTU an. Beim Gentung-Projekt wird Produktionsbereitschaft in der zweiten Jahreshälfte 2026 angestrebt.
Montana stärkt den US-Faktor
Mit Gentung Browns Lake in Montana baut Almonty eine dritte Produktionssäule auf. Das Projekt wurde Ende 2025 übernommen und soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 produktionsbereit sein.
Die erste Phase zielt auf rund 140.000 MTU Wolfram pro Jahr. Mehr als 90 Prozent dieser Menge sind bereits über langfristige Vereinbarungen mit US-Kunden aus Verteidigung und Technologie abgesichert.
Der Umzug des Firmensitzes von Toronto nach Dillon in Montana passt zu dieser Ausrichtung. Almonty rückt damit näher an das Gentung-Projekt, staatliche Stellen und industrielle Abnehmer in den USA.
Hohe Preise drehen die Zahlen
Der Preis für Ammoniumparawolframat, einen zentralen Wolfram-Zwischenstoff, liegt inzwischen über 3.000 US-Dollar je MTU. Im ersten Quartal sprang der Umsatz um 221 Prozent auf 25,4 Millionen US-Dollar.
Auch operativ hat sich das Bild gedreht. Das bereinigte EBITDA lag bei 6,1 Millionen US-Dollar, nach einem Minus von 2,4 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum.
Der operative Cashflow fiel mit 9,7 Millionen US-Dollar positiv aus, nachdem im Vorjahr noch ein Abfluss von 4,4 Millionen US-Dollar angefallen war. Das ist für Almonty ein wichtiger Qualitätswechsel.
Die Bilanz gibt dem Unternehmen Spielraum. Zum 31. März 2026 standen liquide Mittel von 259,9 Millionen US-Dollar und ein Working Capital von 169,5 Millionen US-Dollar zu Buche.
Analysten ziehen Kursziele nach
Die Stimmung der Analysten bleibt konstruktiv. Von zehn erfassten Experten stufen neun die Aktie mit „Buy“ ein, eine Einschätzung lautet „Hold“.
- Alliance Global: Kursziel auf 26,25 US-Dollar angehoben, zuvor 19,25 US-Dollar.
- Bank of America: Kursziel auf 23 US-Dollar erhöht, zuvor 20 US-Dollar.
Der nächste Termin steht bereits fest: Am 9. Juni 2026 findet die Hauptversammlung um 10:00 Uhr Toronto-Zeit statt. Stimmberechtigt sind Aktionäre, die zum Stichtag 24. April 2026 registriert waren.
Auf der Tagesordnung stehen unter anderem die Wahl des Verwaltungsrats und die Bestätigung von Zeifmans LLP als Wirtschaftsprüfer. Der Verwaltungsrat soll sieben Mitglieder umfassen.
Bereits am 1. Juni 2026 übernimmt Jorge Beristain den Finanzvorstand. Seine Aufgabe fällt in eine sensible Phase: Almonty muss dem Kapitalmarkt nun zeigen, dass aus der Produktionsstory planbare Mengen, Cashflow und belastbare Lieferbeziehungen werden.
Der nächste Prüfstein liegt in Korea. Wenn Sangdong im dritten Quartal wie geplant volle kommerzielle Kapazität erreicht und Gentung in der zweiten Jahreshälfte vorankommt, bekommt die hohe Bewertung mehr operative Substanz. Ohne diesen Fortschritt bleibt die Aktie anfällig für scharfe Rücksetzer.
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