Almonty Aktie: Sangdong liefert Wolframkonzentrat

Almonty startet Wolframproduktion in Südkorea und sichert langfristige Lieferverträge. Trotz Kursverlusten wächst der Umsatz deutlich.

Die Kernpunkte:
  • Sangdong-Mine startet Produktion
  • Umsatz steigt um 221 Prozent
  • Langfristiger Liefervertrag gesichert
  • Aufnahme in Russell-Indizes

Almonty Industries liefert gerade ein Lehrstück in Sachen Marktpsychologie. Während die Aktie technisch ausgeblutet aussieht, hat sich das Unternehmen fundamental neu erfunden. Für mich ist das der spannendere Teil der Geschichte.

Die Zahlen der letzten Wochen wirken zunächst brutal: 26,65 Prozent Verlust in 30 Tagen, mehr als die Hälfte unter dem Rekordhoch vom April. Der RSI steht bei 34,6 – nah an der Schwelle, ab der Chartanalysten von überverkauften Titeln sprechen. Wer nur auf den Chart schaut, sieht eine Aktie im freien Fall.

Warum der Ausverkauf technisch ist, nicht operativ

Die Erklärung für den Kursrutsch liegt meines Erachtens nicht im Geschäft, sondern in der Marktstruktur. Almonty steckt mitten in einer Börsenbereinigung und konzentriert den Handel künftig auf Nasdaq und Frankfurt. Solche Umschichtungen zwingen Fonds mit regionalen Mandaten zum Verkauf – unabhängig davon, wie das Unternehmen operativ dasteht.

Hinzu kommt ein handfester Sonderfaktor: Großaktionär Deutsche Rohstoff AG hat im Juli 2026 einen bedeutenden Aktienpaket verkauft. Das zusätzliche Angebot drückte den Kurs weiter unter den 50-Tage-Durchschnitt. Für mich ist das klassischer technischer Druck, kein fundamentales Warnsignal.

Der eigentliche Wendepunkt: vom Entwickler zum Produzenten

Was den Ausverkauf für mich in den Hintergrund rückt, ist die Nachricht, auf die Anleger jahrelang gewartet haben. Die Sangdong-Mine in Südkorea hat die Verarbeitung aufgenommen. Almonty ist damit kein Entwicklungsprojekt mehr, sondern liefert verkaufsfähiges Wolframkonzentrat.

Ein Erzlager von rund 140.000 Tonnen erlaubt einen stabilen Hochlauf, ohne dass das Unternehmen sofort auf frische Förderung angewiesen ist. Das nimmt operatives Risiko aus der Anlaufphase – ein Detail, das im Kursrauschen der letzten Wochen unterging.

Die geopolitische Komponente macht die Sache für mich noch interessanter. Ab Januar 2027 verbieten die USA Wolfram aus China und Russland für zentrale Verteidigungsanwendungen. Sangdong positioniert sich damit als eine der wenigen westlichen Alternativquellen. Der jüngste Umzug des Firmensitzes nach Dillon, Montana, unterstreicht diese Ausrichtung zusätzlich – ebenso wie das hauseigene Gentung-Projekt in den USA.

Umsatzsprung und institutionelles Interesse

Auch die Geschäftszahlen stützen meine These, dass hier mehr passiert als ein Chart-Rebound. Der Umsatz im ersten Quartal 2026 kletterte um 221 Prozent auf 25,4 Millionen US-Dollar. Im Juli kam ein erweiterter Liefervertrag mit Global Tungsten & Powders hinzu, der bis in die späten 2040er-Jahre reicht.

Dieser Vertrag erhöht die kontrahierten Mengen um 40 Prozent und verbessert die Preiskonditionen um 6,3 Prozent. Das sind keine Peanuts für ein Unternehmen, das gerade erst in die Produktion eingestiegen ist.

Ende Juni wurde Almonty zudem in die Indizes Russell 1000 und Russell 3000 aufgenommen. Das dürfte die institutionelle Investorenbasis in Richtung US-Kapitalmärkte verbreitern – passend zur Marktkapitalisierung von mittlerweile 2,70 Milliarden Euro.

Mein Fazit für die zweite Jahreshälfte

Die annualisierte Volatilität von 89,15 Prozent zeigt: Nervenstärke bleibt gefragt. Diese Aktie schwankt heftig, und der Weg zurück zu alten Höchstständen wird kein gerader sein.

Trotzdem überwiegt für mich die fundamentale Logik. Eine Mine, die jetzt Cashflow generiert, ein Vertragspartner, der sich für zwei Jahrzehnte bindet, und ein Verteidigungsministerium, das ab 2027 auf genau dieses Material angewiesen ist – das ist eine Kombination, die technischen Druck irgendwann überwiegen dürfte. Die spannende Frage für Almonty ist längst nicht mehr, ob die Produktion anläuft. Sie lautet, wie schnell sich das gewaltige Erzlager in echten freien Cashflow verwandeln lässt.

Anzeige

Almonty-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Almonty-Analyse vom 31. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Almonty-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Almonty-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 31. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Almonty: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Almonty