Almonty Aktie: Sangdong-Mine deckt 40 Prozent

Almonty baut mit der Sangdong-Mine in Südkorea ein Gegengewicht zum chinesischen Wolfram-Monopol auf und sichert sich langfristige Rüstungsverträge.

Die Kernpunkte:
  • Sangdong-Mine startet Produktion
  • Umsatz steigt um 221 Prozent
  • Rüstungskonzern sichert Abnahme zu
  • Aktie legt seit Januar 113% zu

Die Geschichte von Almonty handelt von einer Welt, die zu lange gewartet hat. Jahrzehntelang lagerte die westliche Industrie ihre Wolfram-Abhängigkeit stillschweigend nach China aus. Peking kontrolliert heute mehr als 80 Prozent der weltweiten Produktion. Nun präsentiert das Land die Quittung für diese Bequemlichkeit. Almonty befindet sich in der seltenen Position, einen entscheidenden Teil der Lösung zu liefern.

Der Flaschenhals verengt sich

Der globale Wolframmarkt erlebt im Jahr 2026 extreme Schwankungen. Geopolitische Spannungen und Ressourcen-Nationalismus treiben die Volatilität. Peking nutzt seine Marktmacht systematisch als Waffe. Im Februar 2025 führte China eine Exportlizenzpflicht ein. Das markierte den Wechsel zu staatlich gelenkten Materialflüssen.

Anfang 2026 zog die Regierung die Daumenschrauben weiter an. Nur noch 15 ausgewählte Unternehmen dürfen Wolframprodukte exportieren. Das System zielt nicht auf ein komplettes Verbot ab. Es erzeugt gezielt Reibungsverluste.

Die eigentliche Gefahr liegt in bürokratischen Verzögerungen. Prüfprozesse für Lizenzen dauern oft länger als 45 Tage. Das zerreißt globale Lieferketten. Für Rüstungseinkäufer und Chiphersteller bedeutet diese Wartezeit schlichtweg eine Versorgungskrise.

Die USA stufen Wolfram längst als kritisches Mineral ein. Die Europäische Union führt es ebenfalls auf ihrer Liste der kritischen Rohstoffe. Im April 2026 hob das Critical Minerals Institute Wolfram in die Top 5 seiner Beobachtungsliste. Die Botschaft ist klar: Wolfram ist kein normaler Rohstoff mehr. Es geht um nationale Sicherheit.

Die Mine, die alles ändert

Vor diesem Hintergrund baut Almonty seit Jahren ein Gegengewicht auf. Die Sangdong-Mine in Südkorea produziert nach über 30 Jahren wieder. Bei voller Kapazität soll sie rund 40 Prozent der westlichen Wolfram-Nachfrage decken.

Die erste Phase läuft bereits. Die Anlage verarbeitet jährlich etwa 640.000 Tonnen Erz. Daraus entstehen rund 2.300 Tonnen Wolframkonzentrat. Das verändert die Marktstruktur spürbar.

Der Ausbauplan reicht weiter. Die zweite Phase soll 2027 ans Netz gehen. Dann verdoppelt sich die Verarbeitungskapazität auf 1,2 Millionen Tonnen Erz. Der Ausstoß steigt auf etwa 4.600 Tonnen pro Jahr.

Der Produktionshochlauf schlägt sich in den Büchern nieder. Im ersten Quartal 2026 sprang der Umsatz im Jahresvergleich um 221 Prozent nach oben. Almonty erlöste 25,4 Millionen US-Dollar. Höhere Spotpreise und eine starke Leistung der Panasqueira-Mine trieben dieses Wachstum.

Rüstungsverträge sichern den Absatz

Almonty unterscheidet sich deutlich von reinen Rohstoffwetten. Ein US-Rüstungskonzern verpflichtete sich zur Abnahme von monatlich mindestens 40 Tonnen Wolframoxid. Dieses Material fließt ausschließlich in amerikanische Verteidigungssysteme. Dazu zählen Raketen, Drohnen und Munition.

Der Vertrag läuft zunächst über drei Jahre ab der ersten Lieferung. Er verlängert sich automatisch jährlich. Das ist keine spekulative Nachfrage. Almonty hat verbindliche Preisuntergrenzen ausgehandelt. Diese langfristigen Zusagen machen künftige Umsätze planbar. Sie beweisen den strategischen Wert der Produktion.

Was der Aktienkurs verrät

Die Börse hat diese Entwicklung aggressiv eingepreist. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Plus von satten 113 Prozent. Auf Jahressicht steht ein massiver Gewinn auf der Kurstafel. Der Titel notiert aktuell bei 25,71 Kanadischen Dollar.

Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 4,39 Milliarden Euro. Dennoch handelt das Papier knapp 23 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch aus dem April. Der RSI-Wert von 50,1 signalisiert eine neutrale technische Ausgangslage. Nach einer Konsolidierungsphase ist die Aktie weder überkauft noch überverkauft.

Ein Blick auf den 200-Tage-Durchschnitt bei 17,49 CAD zeigt die Wucht der bisherigen Rally. Der aktuelle Kurs liegt gut 47 Prozent darüber. Rechtfertigt der Produktionshochlauf in Sangdong diese üppige Prämie? Oder braucht die Aktie die zweite Ausbauphase, um weiter zu steigen?

Das große Bild

Wolfram verhält sich längst wie eine strategische Ressource. Politische Entscheidungen und strategische Lagerhaltung diktieren den Preis. Die Lager sind leer, Chinas Exporte stocken und neues Angebot fehlt. Diese Volatilität dürfte das gesamte Jahr 2026 prägen.

Almontys Sangdong-Mine soll bald über 80 Prozent der weltweiten Produktion außerhalb Chinas liefern. Das Unternehmen sitzt exakt an der Schnittstelle zwischen einem globalen Flaschenhals und westlichen Rüstungsinteressen. Die Anlage produziert endlich.

Die Welt hat ihre Abhängigkeit von chinesischem Wolfram über Jahrzehnte aufgebaut. Sie aufzulösen, wird Jahre dauern. Almonty bringt die Anlagen, die Verträge und den Zeitplan mit, um diesen Prozess maßgeblich zu gestalten.

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