Almonty Aktie: Sangdong verarbeitet 139.700 Tonnen Erz

Almonty verzeichnet massiven Kursverlust nach Delisting in Toronto, während die Wolfram-Produktion in Südkorea anläuft. Der Konzern fokussiert sich nun auf Nasdaq und Frankfurt.

Die Kernpunkte:
  • Kursverlust von fast 33 Prozent
  • Delisting an der Toronto Stock Exchange
  • Wolfram-Produktion in Südkorea gestartet
  • Rückzug von der ASX geplant

Fast 33 Prozent Kursverlust in einem Monat, während im südkoreanischen Sangdong die erste Wolfram-Produktion anläuft. Bei Almonty Industries fallen zwei Entwicklungen zusammen, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben. Tatsächlich hängen sie eng zusammen.

Zwangsverkäufe treiben den Ausverkauf

Seit Handelsschluss am Freitag, 31. Juli 2026, notiert Almonty nicht mehr an der Toronto Stock Exchange. Der Konzern bündelt seinen Haupthandel nun auf der Nasdaq. Ziel ist eine schlankere Konzernstruktur und weniger Kosten für mehrere parallele Börsennotierungen.

Der Rückzug aus Toronto hat einen technischen Nebeneffekt ausgelöst, den viele Anleger unterschätzt haben dürften. Passive Indexfonds und ETFs mit festen Mandaten mussten ihre Positionen abstoßen, nachdem Almonty aus dem TSX und mehreren globalen Small-Cap-Indizes herausgefallen ist. Die Folge: Der Kurs schloss am Freitag bei 15,51 kanadischen Dollar, ein Tagesminus von knapp 5 Prozent.

Der 14-Tage-RSI liegt inzwischen bei 32,7 und signalisiert eine überverkaufte Aktie. Trotz des Absturzes der vergangenen Wochen steht Almonty seit Jahresbeginn noch immer 28,5 Prozent im Plus. Vom April-Hoch bei 33,35 kanadischen Dollar trennen die Aktie mittlerweile mehr als 50 Prozent.

Sangdong nimmt Betrieb auf

Während sich die Handelsstruktur neu ordnet, macht Almonty operativ einen entscheidenden Schritt. Die Sangdong-Mine in Südkorea hat am 1. Juli 2026 offiziell die Verarbeitung aufgenommen. Damit wandelt sich Almonty von einem Entwicklungsprojekt zu einem tatsächlich produzierenden Wolfram-Förderer.

Aktuell verarbeitet die Anlage einen ersten Erzvorrat von rund 139.700 Tonnen. Nach aktuellen Marktbewertungen entspricht das einem Wert von etwa 68 Millionen US-Dollar. CEO Lewis Black betonte in einer Unternehmensmitteilung vom 2. August 2026 die strategische Bedeutung dieser Lieferkette: Almonty positioniert sich als Wolfram-Anbieter unabhängig von chinesischer Produktion.

Wolfram gilt als kritischer Rohstoff für Rüstung, Halbleiter und Hochleistungswerkzeuge. China kontrolliert den globalen Markt seit Jahren fast vollständig. Eine funktionierende Produktion außerhalb Chinas verschafft Almonty damit eine Position, die über den reinen Minenbetrieb hinausgeht.

Australien folgt als nächster Schritt

Nach dem Rückzug von der TSX treibt Almonty auch den Rückzug von der Australian Securities Exchange voran. Australische Aktionäre können ihre Anteile im Verhältnis 1:1 in Nasdaq-Aktien umwandeln oder eine freiwillige Verkaufsoption nutzen.

Sobald das ASX-Delisting im weiteren Verlauf des dritten Quartals 2026 abgeschlossen ist, konzentriert sich der Konzern auf Nasdaq und Frankfurter Börse. Für die operative Seite dürfte das die Verwaltung vereinfachen, gerade jetzt, wenn Sangdong Richtung Vollproduktion hochgefahren wird. Der aktuelle Kursrutsch hat technische Ursachen durch die Indexanpassungen. Ob sich die Aktie nach Abschluss der Börsenwechsel wieder stabilisiert, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell Sangdong die Produktion weiter ausbaut.

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