Almonty Aktie: Sangdong verarbeitet erstmals Erz

Almonty startet Erzverarbeitung in Südkorea während globaler Wolfram-Engpass die Preise auf Rekordniveau treibt. CEO warnt vor Angebotslücke.

Die Kernpunkte:
  • Sangdong beginnt Erzverarbeitung
  • CEO warnt vor Wolfram-Engpass
  • Aktie steigt auf über 15 Dollar
  • Produktionsstart verändert Risikoprofil

Almonty Industries reitet auf einer Welle aus Rekordpreisen und einem echten Produktionsstart. CEO Lewis Black warnt in seinem Newsletter vor einem globalen Wolfram-Engpass, der sich weiter verschärft. Genau in diesem Moment beginnt die Flaggschiff-Mine Sangdong in Südkorea mit der Verarbeitung von Erz.

Black sieht Angebot als Kernproblem

In der Ausgabe seines „Hard Work“-Newsletters vom 16. August beschreibt Black einen Wolfram-Markt, in dem Angebotsengpässe kaum noch zu übersehen sind. Strategische Lagerbestände, Engpässe bei Halbleitern und die wachsende Lücke zwischen angekündigten Projekten und tatsächlicher Produktion prägen seine Analyse.

Seine These: Nicht die Nachfrage limitiert die Branche. Die Verfügbarkeit ist das eigentliche Problem. Sangdong verarbeitet inzwischen Erz, die Preise für Wolfram liegen auf historischen Höchstständen. Die neue Anlage produziert Wolframkonzentrat außerhalb Chinas – zu einem Zeitpunkt, an dem westliche Importverbote und hohe Preise das gesamte Marktthema stützen.

Aktie setzt Aufwärtstrend fort

Der Kurs klettert seit dem Produktionsstart weiter. Auf Wochenbasis bewegte sich die Aktie von rund 13 US-Dollar auf über 15 Dollar. Im Tagesverlauf lag die Spanne zwischen 14,03 und 15,47 Dollar, bevor sich der Kurs bei 15,09 Dollar einpendelte.

Für kurzfristig orientierte Trader ergibt sich daraus eine klare Orientierung. Die Marke von 14 Dollar markiert die nächste Unterstützung, der Bereich um 15,50 Dollar bildet durch Gewinnmitnahmen einen ersten Widerstand.

Zuletzt notierte die Almonty-Aktie bei 15,07 Dollar. Das entspricht einer Marktkapitalisierung von 4,35 Milliarden Dollar. Die 52-Wochen-Spanne reicht von 3,97 bis 24,41 Dollar.

Vom Entwickler zum Produzenten

Die Umstellung von Sangdong auf laufende Produktion verändert die Risikoeinschätzung für Almonty grundlegend. Das Unternehmen bewegt sich damit weg vom reinen Entwicklungsrisiko, hin zu einem etablierteren Produzenten in der Wolfram-Branche.

Mit dem Gentung-Projekt in den USA baut Almonty parallel eine zweite Wolfram-Quelle auf. Zusammen mit dem Hochlauf von Sangdong positioniert sich der Konzern als wichtiger Lieferant außerhalb Chinas für Verteidigungsindustrie und Hochtechnologie.

Die Bilanz hinkt der Story allerdings noch hinterher. Der Umsatz liegt bei rund 32,5 Millionen Dollar und wächst schnell über mehrere Jahre. Die Margen sind jedoch deutlich negativ, Eigenkapital- und Gesamtkapitalrendite tief im roten Bereich.

Immerhin: Die Liquidität wirkt solide. Das Unternehmen weist eine aktuelle Liquiditätsquote von etwa 2,5 aus und verfügt über eine starke Kassenposition.

Bewertung nimmt Wende vorweg

Marktbeobachter warnen, dass die Erwartungen den aktuellen Ergebnissen weit vorauseilen. Kennzahlen wie das Kurs-Umsatz- und das Kurs-Buchwert-Verhältnis liegen sehr hoch. Der Markt preist damit bereits erhebliche zukünftige Cashflows aus Sangdong und dem US-Projekt Gentung ein.

Die nächste Phase dürfte sich um Hochlaufraten und Stückkosten drehen. Enttäuscht die Produktion oder steigen die Kosten unerwartet, könnte das die Aktie unter Druck setzen – schließlich handelt sie bereits zu hohen Multiplikatoren. Zeigt sich dagegen stabile Cash-Generierung bei diesem für die Verteidigungsindustrie kritischen Metall, könnte das institutionelles und thematisches Kapital anziehen.

Der Kurstrend bleibt bislang kontrolliert und aufwärtsgerichtet. Die Gewinnzahlen zeigen aber weiterhin negative Profitabilität bei gleichzeitig hohen Erwartungen in der Bewertung. Wie schnell Sangdong den aktuellen Preis-Rückenwind in nachhaltige Cash-Generierung übersetzt, wird sich an den kommenden Produktionsdaten ablesen lassen.

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