Almonty Aktie: TSX-Ausstieg heute, ASX im September
Almonty beendet Notierung in Toronto und Sydney, Handel konzentriert sich künftig auf Nasdaq und Frankfurt. Die Aktie verzeichnet trotz Erholung weiterhin deutliche Verluste gegenüber dem Jahreshoch.

- Doppel-Delisting von TSX und ASX
- Handel künftig an Nasdaq und Frankfurt
- Aktie erholt sich trotz hoher Verluste
- Bewertung bleibt umstritten
Heute endet für Almonty Industries eine Ära an der kanadischen Heimatbörse. Der Wolfram-Förderer verlässt an diesem Freitag die Toronto Stock Exchange, Anfang September folgt der Rückzug von der australischen Börse ASX. Übrig bleiben die Notierungen an der Nasdaq und in Frankfurt – für Anleger ein Einschnitt, der die Aktie in den vergangenen Wochen kräftig durchgeschüttelt hat.
Rückzug von zwei Handelsplätzen
Der Doppel-Delisting-Schritt ist seit Wochen bekannt und wurde in den vergangenen Tagen mehrfach bestätigt: Almonty zieht sich sowohl von der TSX als auch von der ASX zurück und konzentriert den Handel künftig auf Nasdaq und Frankfurt. Für ein Unternehmen, das mit seinem Sangdong-Projekt in Südkorea auf die westliche Diversifizierung kritischer Rohstoffe setzt, ist die Nasdaq-Notierung offenbar der strategisch wichtigere Anker als die bisherige Heimatbörse in Toronto.
Ein solcher Schritt bringt kurzfristig Unsicherheit für Aktionäre, die ihre Positionen über die TSX verwalten – Umbuchungen und ein möglicher Liquiditätsbruch sind die unmittelbaren Folgen, auch wenn sie den fundamentalen Geschäftsverlauf nicht verändern.
Kursrutsch vor dem Wechsel
Die Nervosität rund um den Notierungswechsel hat sich zuletzt deutlich im Kurs niedergeschlagen. Am Donnerstag schloss die Aktie bei 16,25 kanadischen Dollar, ein Plus von 5,73 Prozent – nach Tagen mit teils herben Verlusten ein kleines Aufatmen. Der Erholungsversuch ändert jedoch wenig am größeren Bild: Vom 52-Wochen-Hoch, das erst im April markiert wurde, trennen das Papier noch immer gut 51 Prozent. Wer in den vergangenen Monaten stark gestiegen war, spürt nun die Kehrseite hoher Volatilität – ein Muster, das bei Rohstofftiteln mit spekulativem Beimischungscharakter nicht ungewöhnlich ist, hier aber besonders ausgeprägt auftritt.
Bewertung bleibt umstritten
Abseits der Delisting-Mechanik wirft die fundamentale Lage Fragen auf. Almonty weist einen Verlust von 132,555 Millionen kanadischen Dollar aus, die Eigenkapitalrendite liegt bei minus 37,15 Prozent. Gleichzeitig notiert die Aktie mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 12,4 – mehr als das Fünffache des Branchendurchschnitts von 2,4. Diese Diskrepanz zeigt, wie stark die Erwartungen an das Sangdong-Projekt bereits eingepreist sind, obwohl operativ noch rote Zahlen geschrieben werden.
Ein Discounted-Cashflow-Modell beziffert den fairen Wert der Aktie auf 60,51 kanadische Dollar und damit deutlich über dem aktuellen Kursniveau. Solche Modellrechnungen beruhen auf langfristigen Annahmen zu Produktionsstart und Wolframpreisen und sollten nicht als kurzfristige Kursprognose gelesen werden – sie unterstreichen aber, wie unterschiedlich Markt und Modellrechnung die Perspektiven des Unternehmens derzeit gewichten.
Was der Notierungswechsel für Anleger bedeutet
Für Investoren mit TSX-Depots dürfte der heutige Handelstag der letzte in Toronto sein, bevor sich der Fokus auf Nasdaq und Frankfurt verschiebt. Wer die Position hält, muss sich auf eine veränderte Liquiditätsstruktur einstellen – internationale Anleger könnten dadurch leichteren Zugang erhalten, während die bisherige kanadische Handelsbasis wegfällt. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob sich die Handelsaktivität an den verbleibenden Plätzen bündelt und ob sich die hohe Schwankungsbreite der Aktie damit etwas beruhigt.
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