Almonty Aktie: TSX-Delisting besiegelt US-Fokus
Nach dem TSX-Rückzug setzt Almonty auf US-Handel, steigende Wolframumsätze und ein GBC-Kursziel von 30 US-Dollar bis Ende 2027.

- TSX-Notierung seit 31. Juli beendet
- GBC nennt 30 US-Dollar Kursziel
- Quartalsumsatz um 498 Prozent gestiegen
- Anleihe über 800 Millionen US-Dollar platziert
Almonty Industries rückt näher an das von der GBC AG ausgegebene Kursziel von 30 US-Dollar heran, während der Rückzug von der Toronto Stock Exchange den Wandel des Unternehmens zu einem reinen US-notierten Titel besiegelt. Die Aktie schloss gestern bei 15,28 Euro, nahezu unverändert zum Vortag.
Rückzug von der TSX abgeschlossen
Zum 31. Juli wurde Almonty von der Toronto Stock Exchange delistet. Damit ist neben dem bereits vollzogenen Abschied von der australischen Börse auch die kanadische Heimatbörse Geschichte. Almonty konzentriert sich nun vollständig auf die US-Notierung, ein Schritt, der die Handelsliquidität bündeln und die Sichtbarkeit bei US-Investoren erhöhen soll.
GBC-Studie untermauert Wachstumsstory
Die GBC AG hatte Mitte August die Coverage von Almonty mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 30 US-Dollar aufgenommen, mit Sichtdatum Ende Dezember 2027. Die Analysten verwiesen auf den Produktionsstart in Sangdong als außergewöhnlichen Meilenstein und auf den Wolframpreis von 3.087,50 US-Dollar je MTU, ein Niveau, das den Wert vom Jahresanfang 2025 um das 9,4-Fache übertrifft.
Für die kommenden Jahre rechnet GBC mit Umsätzen von 365,9 Millionen US-Dollar für 2026, die auf 1,32 Milliarden US-Dollar im Jahr 2027 und 1,49 Milliarden US-Dollar im Jahr 2028 steigen sollen.
Beim bereinigten EBITDA erwartet das Analysehaus einen Sprung von 329,7 Millionen auf 1,22 beziehungsweise 1,30 Milliarden US-Dollar. Trotz der optimistischen Prognosen stuft GBC die Aktie weiterhin als hochriskant ein.
Die Kursentwicklung der vergangenen Monate liefert Anhaltspunkte, warum Analysten das Unternehmen neu bewerten: Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um 92 Prozent verteuert, getragen von der operativen Wende in Sangdong und der veränderten Finanzierungsstruktur.
Bilanz und Liefergeschäft stützen die Story
Die im Juli veröffentlichten Zahlen zum zweiten Quartal zeigten einen Umsatzsprung von 498 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 43,0 Millionen US-Dollar, verbunden mit einem Ergebnis aus dem Bergbaugeschäft von 26,1 Millionen US-Dollar.
Ergänzt wird dieses Bild durch die Barmittelposition: Zum 30. Juni verfügte Almonty über 1,2 Milliarden kanadische Dollar, gegenüber 268,4 Millionen kanadischen Dollar zum Jahresende 2025. Möglich wurde dieser Sprung auch durch die im Juni abgeschlossene, überzeichnete Anleiheemission über 800 Millionen US-Dollar in wandelbaren Schuldverschreibungen mit 2,25 Prozent Zins und Fälligkeit 2031.
Parallel dazu hat Almonty im Juli den langfristigen Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders LLC verlängert und dabei die Laufzeit um sechs Jahre sowie das Vertragsvolumen um 40 Prozent ausgeweitet, bei einer um rund 6,3 Prozent verbesserten Preisgestaltung. Ein solcher Vertrag verschafft dem Unternehmen Planungssicherheit für einen erheblichen Teil seiner künftigen Wolframproduktion aus Sangdong.
Ausblick für Anleger
Mit der doppelten Börsenrochade – Abschied von Toronto und Sydney, Fokus auf die US-Notierung – und dem parallel laufenden Rückkaufprogramm über bis zu 300 Millionen US-Dollar signalisiert das Management Vertrauen in die eigene Bewertung.
Die Kombination aus stark gestiegenen Umsätzen, einer komfortablen Kassenlage und dem ambitionierten GBC-Kursziel dürfte die Aktie weiter im Fokus wachstumsorientierter Anleger halten, auch wenn die hohe Volatilität von 86 Prozent auf 30-Tage-Basis das spekulative Element des Titels unterstreicht.
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