Almonty Aktie: TSX-Rückzug zum 31. Juli

Almonty zieht sich von den Börsen in Toronto und Australien zurück und konzentriert sich auf Nasdaq und Frankfurt. Die Aktie korrigiert deutlich, während Shortseller zulegen.

Die Kernpunkte:
  • Delisting von ASX und TSX
  • Fokus auf Nasdaq und Frankfurt
  • Aktie korrigiert nach starkem Lauf
  • Shortquote steigt auf knapp 5 Prozent

Almonty Industries beschleunigt den Rückbau seiner Mehrfachnotierung. Der Wolframproduzent zieht sich von der australischen Börse ASX zurück und beendet gleichzeitig die Notierung an der Toronto Stock Exchange. Die Entscheidung wurde in einer am Donnerstag bei der US-Börsenaufsicht eingereichten Form 6-K bekräftigt, unterzeichnet von Firmenchef Lewis Black. Das Unternehmen bleibt an der Nasdaq unter dem Kürzel ALM sowie in Frankfurt notiert.

Der TSX-Rückzug wird zum 31. Juli wirksam. An der ASX endet der Handel mit den dort gelisteten CDIs (CHESS Depositary Interests) am 28. August, das eigentliche Delisting folgt zum 1. September. Almonty begründet den Schritt mit dem geringen Gewicht des australischen Handelsplatzes: Die CDIs machen lediglich 0,80 Prozent der ausstehenden Aktien aus, das durchschnittliche Tagesvolumen liegt bei rund 30.058 Stück – gegenüber mehr als 6,4 Millionen gehandelten Aktien täglich an Nasdaq und TSX zusammen. Inhabern von CDIs bleiben mehrere Optionen: die Umwandlung in reguläre Aktien, ein Verkauf an der ASX bis zum 28. August oder die Nutzung der anschließenden Verkaufsfazilitäten, die vom 8. September bis 6. November freiwillig und vom 9. November bis 9. Dezember verpflichtend laufen.

Aktienausgabe und Erzmeldung aus Sangdong

Parallel zum Rückzug von den Nebenbörsen meldete Almonty gestern die Ausgabe von 62.518 neuen Stammaktien im Rahmen einer sogenannten Cleansing Notice nach Section 708A(5) des australischen Corporations Act. Angaben zu Preis oder Erlös blieben aus. Auf operativer Seite berichtete das Unternehmen heute von 139.700 Tonnen geförtertem Erz an der Sangdong-Mine in Südkorea, dem zentralen Produktionsstandort des Konzerns. Neben Sangdong hält Almonty weitere Projekte in Portugal, den USA und Spanien. Die Nachricht fällt in eine Phase, in der Wolfram als kritischer Rohstoff zunehmend im Fokus westlicher Abnehmer steht, die ihre Versorgung außerhalb Chinas absichern wollen.

Kurskorrektur und steigende Shortquote

An der Börse zeigt sich zuletzt deutlicher Gegenwind. Die Aktie schloss am Freitag bei 18,81 kanadischen Dollar und verlor damit auf Tagessicht 5,52 Prozent. Der Titel notiert inzwischen 43,60 Prozent unter seinem bei 33,35 kanadischen Dollar erreichten 52-Wochen-Hoch von Mitte April. Trotz der jüngsten Schwäche bleibt der Kurs seit Jahresbeginn deutlich im Plus – die Korrektur relativiert sich damit vor dem Hintergrund eines zuvor sehr steilen Anstiegs, der die Bewertung in den vergangenen zwölf Monaten massiv nach oben getrieben hatte.

Auffällig ist zudem die Entwicklung bei den Leerverkäufen. Zuletzt gemeldete Daten zum Ende Juni zeigen einen Anstieg der Shortpositionen auf rund 13,68 Millionen Aktien, das entspricht etwa 4,79 Prozent des frei handelbaren Streubesitzes und einem Plus von 54,01 Prozent gegenüber der vorherigen Erhebung. Die Tage bis zur Eindeckung dieser Positionen lagen bei 2,4 – ein Hinweis darauf, dass ein wachsender Teil der Marktteilnehmer auf weiter fallende Kurse setzt, während gleichzeitig das operative Nachrichtenbild um Sangdong und die Bereinigung der Börsenlistings positiv besetzt ist.

Ausblick

Anleger richten den Blick nun auf die für den 7. August terminierten Quartalszahlen, die erste verlässliche Einordnung liefern dürften, wie sich der Produktionshochlauf in Sangdong finanziell niederschlägt. Bis dahin dürfte die Aktie zwischen der laufenden Konsolidierung der Notierungsstruktur und der fundamentalen Wolfram-Story hin- und hergerissen bleiben. Mit dem Rückzug von ASX und TSX bündelt Almonty die Liquidität künftig auf Nasdaq und Frankfurt – ein Schritt, der die Handelbarkeit für die Mehrheit der Aktionäre kaum beeinträchtigen dürfte, da der überwiegende Teil des Volumens ohnehin bereits dort stattfindet.

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