Almonty Aktie: Umsatz springt 221 Prozent auf 25,4 Millionen

Almonty Industries verzeichnet trotz eines deutlichen Kursrücksetzers fundamentale Fortschritte bei Molybdän- und Wolframprojekten in Südkorea.

Die Kernpunkte:
  • Molybdän-Bohrungen bestätigen historische Gehalte
  • Abnahmevertrag über gesamte Produktion gesichert
  • Umsatz steigt um 221 Prozent im ersten Quartal
  • Aufnahme in Russell-Indizes ab Montag erwartet

Rund 296 Prozent Kursgewinn in zwölf Monaten — und trotzdem steht Almonty Industries unter Druck. Die Aktie schloss am Freitag bei 23,00 CAD und liegt damit fast ein Drittel unter dem April-Hoch. Was auf den ersten Blick wie Schwäche aussieht, ist bei näherer Betrachtung etwas anderes: ein Rücksetzer inmitten einer fundamentalen Neupositionierung.

Molybdän-Bohrungen bestätigen historische Gehalte

Am 16. Juni meldete Almonty Fortschritte beim Sangdong-Molybdän-Projekt in Südkorea. Rund 37 Prozent der geplanten 26 Bohrlöcher sind abgeschlossen — bei insgesamt 12.000 geplanten Metern. Die bisherigen Assay-Gehalte entsprechen den historischen Werten.

Der Hintergrund ist konkret: Südkorea hat einen akuten Molybdän-Versorgungsengpass. Die nationalen Reserven reichen nicht aus. Die Regierung hat private Unternehmen öffentlich aufgefordert, Molybdän-Lieferketten zu sichern. Almonty reagiert mit beschleunigtem Bohrtempo.

Das Projekt ist bereits vollständig genehmigt — Bergbau- und Umweltlizenzen liegen vor. Die erste Produktion plant Almonty für Ende 2026. Auf Basis historischer Regierungsdaten erwartet das Unternehmen eine Minenlebensdauer von 60 Jahren und eine Jahreskapazität von rund 5.600 Tonnen Molybdän.

Abnahmevertrag sichert gesamte Produktion

Die kommerzielle Grundlage steht. Almonty hat mit SeAH M&S, einer Tochter der SeAH Group, einen exklusiven Abnahmevertrag über 100 Prozent der Molybdän-Produktion für die gesamte Minenlebensdauer abgeschlossen. Der vereinbarte Mindestpreis liegt bei 19,00 US-Dollar je Pfund.

Da die Molybdän-Zone innerhalb derselben genehmigten Bergbaulizenz wie das Hauptprojekt liegt, entfällt weitgehend zusätzlicher Genehmigungsaufwand. Straßen, Stromversorgung, Belüftung und Untertagezugang lassen sich gemeinsam nutzen. Das senkt die Infrastrukturkosten erheblich.

Die „Korean Trinity“ als strategischer Rahmen

Almonty versteht Sangdong als integrierte Wertschöpfungskette für strategische Metalle — intern „Korean Trinity“ genannt: Wolfram, Molybdän und eine Wolframoxid-Anlage unter einem Dach.

Phase 1 der Wolframproduktion soll im Juli die volle Kapazität erreichen: 640.000 Tonnen Erz pro Jahr, daraus rund 2.300 Tonnen Wolframkonzentrat. Phase 2 ist für 2027 geplant und würde die Kapazität auf 4.600 Tonnen verdoppeln — genug, um fast 40 Prozent der weltweiten Nachfrage außerhalb Chinas zu decken.

Die Finanzzahlen zeigen erste Wirkung. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 221 Prozent auf 25,4 Millionen US-Dollar. Das bereinigte EBITDA lag bei 6,1 Millionen Dollar, nach einem Verlust von 2,4 Millionen im Vorjahreszeitraum. Der operative Cashflow erreichte 9,7 Millionen Dollar.

Rohstoffpreise als Rückenwind

Molybdän-Spotpreise sind in den vergangenen zwölf Monaten um rund 23,5 Prozent gestiegen. Wolfram hat noch stärker zugelegt. In Nordamerika kletterte der Preis von 19,35 US-Dollar je Kilogramm im ersten Quartal 2025 auf 34,17 US-Dollar im ersten Quartal 2026 — ein Plus von 76,6 Prozent.

Treiber sind chinesische Exportbeschränkungen und schrumpfende Lagerbestände. Washington hat den 1. Januar 2027 als Stichtag gesetzt: Ab dann darf das US-Verteidigungsministerium kein Wolfram mehr aus China, Russland, Iran oder Nordkorea beziehen. Substitution ist für die meisten industriellen Anwendungen kaum möglich. Recycling kann den Bedarf kurzfristig nicht decken.

Institutionelle Käufe als nächster Kurstreiber?

Technisch ist der Rücksetzer spürbar. Die Aktie notiert rund 14 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 26,78 CAD. Der RSI liegt bei 40,9 — nahe an überverkauftem Terrain. Der 200-Tage-Durchschnitt bei 18,04 CAD bleibt ein stabiles technisches Fundament, mit einem Abstand von gut 27 Prozent nach oben.

Ab Montag greift die Aufnahme in den Russell 1000 und Russell 3000. Ob der erwartete institutionelle Kaufdruck den Rücksetzer stoppt, wird sich in den nächsten Handelstagen zeigen. Parallel dazu liefern die ausstehenden Assay-Ergebnisse aus den verbleibenden 63 Prozent des Bohrprogramms den nächsten operativen Datenpunkt — und damit den klarsten Hinweis darauf, wie groß das Molybdän-Vorkommen bei Sangdong tatsächlich ist.

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