Almonty Aktie: Umsatz springt um 498 Prozent

Almonty steigert den Quartalsumsatz deutlich und verfügt nach der Anleiheplatzierung über hohe Liquidität für Produktion und Rückkäufe.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz steigt auf 43,0 Millionen Dollar
  • Wandelanleihe bringt 800 Millionen US-Dollar
  • Aktienrückkauf über 300 Millionen Dollar
  • Jefferies startet Bewertung mit Kaufvotum

Almonty Industries hat mit den Zahlen für das zweite Quartal gezeigt, wie stark sich der Produktionsstart in Sangdong bereits in der Bilanz niederschlägt. Der Umsatz kletterte um 498 Prozent auf 43,0 Millionen US-Dollar, das Ergebnis aus dem Bergbaubetrieb erreichte 26,1 Millionen US-Dollar. Das bereinigte EBITDA lag bei 17,6 Millionen US-Dollar – eine Verbesserung um mehr als 22 Millionen US-Dollar gegenüber dem Vorjahresquartal.

Volle Kriegskasse nach Anleiheplatzierung

Parallel zu den Quartalszahlen meldete das Unternehmen den Abschluss einer überzeichneten Wandelanleihe im Volumen von 800 Millionen US-Dollar. Zum 30. Juni verfügte Almonty damit über eine Cash-Position von 1,23 Milliarden kanadischen Dollar – gegenüber 268,4 Millionen kanadischen Dollar zum Jahresende 2025 ein Vielfaches mehr.

Diese Liquidität gibt dem Unternehmen Spielraum für den weiteren Ausbau der Produktion und erklärt auch, warum der Vorstand wenig später ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 300 Millionen US-Dollar auflegen konnte, das seit gut drei Wochen läuft.

Die Kombination aus explodierendem Umsatz und einer prallen Bilanz verändert die Ausgangslage für Almonty spürbar. Wo das Unternehmen zuvor auf Kapitalzufuhr angewiesen war, um den Hochlauf von Sangdong zu finanzieren, steht nun genügend Substanz zur Verfügung, um operative Fortschritte selbst zu tragen. Das dürfte auch erklären, warum Jefferies am vergangenen Mittwoch die Coverage mit einem Kaufvotum und einem Kursziel von 26,25 US-Dollar aufnahm und dabei explizit auf die Rolle des Unternehmens beim Aufbau westlicher Wolfram-Lieferketten verwies.

Strukturelle Bereinigung im Hintergrund

Neben der operativen Entwicklung ordnet Almonty auch sein Listing-Umfeld neu. Das freiwillige Delisting von der ASX wurde am vergangenen Mittwoch wirksam, nachdem die australischen Hinterlegungsscheine bereits Ende August vom Handel ausgesetzt worden waren. Zuvor hatte das Unternehmen Ende Juli bereits die Notierung an der Toronto Stock Exchange beendet.

Als Begründung nannte Almonty niedrige und rückläufige Handelsvolumina: Die australischen Papiere machten zuletzt nur rund 0,80 Prozent der ausstehenden Aktien und lediglich 0,32 bis 0,47 Prozent des Tagesvolumens gegenüber Nasdaq und TSX aus. Gehandelt wird das Papier künftig ausschließlich an der Nasdaq sowie an der Frankfurter Börse.

Kursverlauf bleibt volatil

Am deutschen Handelsplatz schloss die Aktie am Freitag bei 15,17 Euro, ein Rückgang von 1,2 Prozent zum Vortag und von 2,6 Prozent auf Wochensicht. Auf Monatssicht steht dennoch ein Plus von 31 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat sich der Kurs mehr als verdoppelt.

Vom Rekordhoch bei 20,61 Euro, erreicht im April, ist das Papier derzeit rund ein Viertel entfernt – ein Abstand, der angesichts der fundamentalen Dynamik aus Umsatzwachstum und Liquiditätspolster für Anleger als Bewertungsspielraum lesbar ist, nicht als Warnsignal.

Eine im Juli von D.A. Davidson vorgenommene Anhebung des Kursziels auf 33,00 US-Dollar mit Kaufempfehlung liegt inzwischen mehrere Wochen zurück und spiegelt damit nicht mehr zwingend die aktuelle Einschätzung des Hauses wider. Die jüngere Bewertung durch Jefferies bleibt der aktuellere Bezugspunkt für die Markterwartung.

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