Almonty Aktie: Verwaltungsrat genehmigt Rückkaufprogramm

Almonty Industries startet ein Rückkaufprogramm über 300 Millionen US-Dollar, während eine mögliche Aktienausgabe parallel vorbereitet wird.

Die Kernpunkte:
  • Rückkauf umfasst bis zu 14,4 Millionen Aktien
  • Shelf-Registrierung eröffnet möglichen neuen Aktienverkauf
  • Kassenbestand steigt auf 1,2 Milliarden kanadische Dollar
  • Wolframpreis seit Juli um rund Viertel gefallen

Der Verwaltungsrat von Almonty Industries hat am 24. August ein Rückkaufprogramm über bis zu 300 Millionen US-Dollar genehmigt. Damit dürfen künftig bis zu 14,4 Millionen eigene Aktien zurückgekauft werden, das entspricht rund fünf Prozent des ausstehenden Kapitals. Das Programm läuft über 36 Monate.

Das Management begründet den Schritt mit einer wahrgenommenen Diskrepanz zwischen dem Börsenkurs und dem Wert der Wolfram-Assets des Unternehmens. Bemerkenswert ist der Zeitpunkt: Fast zeitgleich hat Almonty eine Shelf-Registrierung über umgerechnet rund 246,79 Millionen US-Dollar für die potenzielle Ausgabe neuer Stammaktien eingereicht, darunter ein Anteil im Zusammenhang mit Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen.

Rückkauf und mögliche Kapitalerhöhung laufen damit parallel – ein Konstrukt, das Anlegern signalisiert, dass Almonty finanziell breit aufgestellt sein will, ohne sich auf einen einzigen Finanzierungsweg festzulegen.

Woher das Kapital stammt

Die Mittel für ein derart großzügiges Rückkaufprogramm sind vorhanden. Zum 30. Juni verfügte Almonty über eine Kassenposition von 1,2 Milliarden kanadischen Dollar, ein deutlicher Sprung gegenüber 268,4 Millionen kanadischen Dollar zum Jahresende. Möglich wurde das unter anderem durch die im Juni abgeschlossene Emission von Wandelanleihen über 800 Millionen US-Dollar sowie durch operative Fortschritte am Sangdong-Standort.

Vor gut drei Wochen hatte Almonty Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt, die Aktie hat sich seither um 34,6 Prozent verteuert. Der operative Cashflow drehte im ersten Halbjahr auf plus 31,6 Millionen kanadische Dollar, nach einem Abfluss von 14,9 Millionen kanadischen Dollar im Vorjahreszeitraum. Diese Innenfinanzierungskraft dürfte das Rückkaufprogramm mittragen, ohne die Liquidität für den laufenden Minenbetrieb zu gefährden.

Vertragswerk mit Global Tungsten & Powders untermauert Kapitalallokation

Untermauert wird die Entscheidung für den Rückkauf durch die im Juli verkündete Erweiterung des Abnahmevertrags mit Global Tungsten & Powders. Die Laufzeit wurde um sechs Jahre verlängert, die kontrahierten Mengen um 40 Prozent erhöht und die Preiskonditionen um rund 6,3 Prozent verbessert. Ein solcher langfristig gesicherter Absatz gibt dem Unternehmen Planungssicherheit für Investitionsentscheidungen wie den jetzt beschlossenen Rückkauf.

Am Markt kommt das gemischte Signal – Rückkauf hier, potenzielle Verwässerung durch die Shelf-Registrierung dort – bislang verhalten an. Die Aktie schloss am Freitag bei 15,57 Euro, ein Minus von 3,4 Prozent auf Tagesbasis.

Über die vergangenen 30 Tage steht dennoch ein Plus von 63 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat sich der Kurs nahezu verdoppelt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 20,61 Euro, erreicht im April, notiert das Papier derzeit 24 Prozent entfernt.

Tungsten-Preisumfeld als Belastungsfaktor

Ein Grund für die jüngste Zurückhaltung könnte im Rohstoffumfeld liegen. Der chinesische APT-Preis ist seit einem Hoch im Juli um rund ein Viertel gefallen, nachdem bereits ab Mai eine Korrektur bei Wolframit-Konzentrat wegen schwacher nachgelagerter Nachfrage eingesetzt hatte.

Für Almonty als Produzenten mit langfristig fixierten Abnahmekonditionen dürfte sich dieser Preisrückgang zwar dämpfen lassen, ganz spurlos dürfte er an der Bewertung aber nicht vorübergehen.

Mit dem Rückkaufprogramm setzt Almonty ein klares Signal an den Kapitalmarkt: Das Unternehmen sieht seine eigene Aktie trotz der Kursrally des vergangenen Jahres als unterbewertet an. Ob sich dieses Vertrauen angesichts des schwächelnden Wolframpreises und der parallel laufenden Kapitalmaßnahmen auszahlt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

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