Almonty Aktie: Vier Wolfram-Projekte parallel

Almonty treibt mit 1,2 Mrd. CAD vier Wolfram-Projekte parallel voran. Umsatz steigt um 498%, operatives EBITDA dreht auf 17,6 Mio. USD.

Die Kernpunkte:
  • Vier Wolfram-Projekte parallel im Bau
  • Umsatzsprung um 498 Prozent
  • EBITDA dreht auf 17,6 Mio. USD
  • Aktie springt um 8,3 Prozent

Almonty Industries treibt nach einem außergewöhnlichen zweiten Quartal 2026 gleich vier Wolfram-Projekte parallel voran. Möglich macht das eine Kriegskasse von rund 1,2 Milliarden kanadischen Dollar, die das Unternehmen sich im Juni über eine überzeichnete Wandelschuldverschreibung über 800 Millionen US-Dollar gesichert hat. Damit stellt sich die Frage, wie tragfähig dieses parallele Wachstumstempo tatsächlich ist – und die Antwort liegt in der Kombination aus Cashflow, Preisumfeld und vertraglicher Abnahmesicherheit.

Vier Baustellen, ein Finanzierungspuffer

Neben dem Ausbau der südkoreanischen Sangdong-Mine auf Phase II mit einer Zielkapazität von bis zu 1,2 Millionen Tonnen jährlich läuft in Südkorea zusätzlich der Bau einer Wolframoxid-Anlage. Hinzu kommen das Gentung-Projekt in Montana und die Erweiterung der Panasqueira-Mine in Portugal.

Dass Almonty diese vier Vorhaben gleichzeitig statt nacheinander angeht, ist ungewöhnlich für ein Unternehmen dieser Größe – möglich wird es erst durch die frische Liquidität aus der Wandelanleihe, die 2031 fällig wird und mit 2,25 Prozent verzinst ist.

Auf der Abnahmeseite hat Almonty zudem den Vertrag mit Global Tungsten & Powders in den USA verlängert: Die Laufzeit steigt um sechs Jahre, das Volumen um 40 Prozent, der Preis um 6,3 Prozent. Solche langfristigen Abnahmezusagen geben den Expansionsprojekten eine planbare Absatzbasis – ein Aspekt, der angesichts der aktuellen Wolframpreise besonders ins Gewicht fällt.

Zahlen, die den Ausbau rechtfertigen

Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal um 498 Prozent auf 43 Millionen US-Dollar, nach 7,19 Millionen kanadischen Dollar im Vorjahresquartal. Unter dem Strich stand ein Nettoeinkommen von 181,8 Millionen US-Dollar, nach einem Verlust von 58,2 Millionen im Vorjahr.

Allerdings stammt der Großteil davon, rund 173,1 Millionen US-Dollar, aus nicht zahlungswirksamen Neubewertungsgewinnen – operativ zeigt das bereinigte EBITDA von 17,6 Millionen US-Dollar, nach einem negativen Wert von 4,8 Millionen im Vorjahr, das eigentliche Ausmaß der Verbesserung.

Treiber dieser Entwicklung ist vor allem der europäische Wolframpreis, der auf 3.075 US-Dollar je MTU gestiegen ist, verglichen mit 453 US-Dollar im Vorjahr. Diese Preisentwicklung erklärt, warum Almonty seine Expansionspläne nun mit voller Kraft vorantreibt, statt auf einen günstigeren Zeitpunkt zu warten.

CEO sieht strategische Bedeutung über China hinaus

Firmenchef Lewis Black ordnete die Investitionen in einem Interview in einen größeren geopolitischen Kontext ein: Ziel sei es, Chinas Dominanz bei Wolfram zu brechen, indem Almonty strategische Vorkommen in den USA, Südkorea und Portugal gleichzeitig entwickelt. Diese Einordnung erklärt auch, warum sich Almonty trotz laufender Kapitalintensität für den parallelen statt sequenziellen Ausbau entschieden hat.

Die Aktie reagierte auf die Zahlen mit einem Kurssprung von 8,3 Prozent, notiert damit aber weiterhin rund 22 Prozent unter ihrem Dreimonatshoch. Der Markt honoriert die operative Wende, bleibt angesichts der hohen Bewertung und der Kapitalintensität der vier gleichzeitig laufenden Projekte aber vorsichtig, was sich in der Kursdifferenz zum jüngsten Hoch widerspiegelt.

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