Almonty Aktie: Wolframpreis explodiert auf 3.100 Dollar
Der Wolframpreis steigt um über 550 Prozent. Almonty profitiert mit seiner Mine in Südkorea von der wachsenden Nachfrage außerhalb Chinas.

- Wolframpreis mehr als verfünffacht
- China schränkt Exporte drastisch ein
- Almonty-Mine in Südkorea im Hochlauf
- US-Strategiereserve stärkt Nachfrage
Wolfram-Konzentrat kostete Anfang 2025 noch rund 900 US-Dollar pro Metric Ton Unit. Heute liegt der Preis über 3.100 Dollar. Ein Plus von mehr als 550 Prozent innerhalb von anderthalb Jahren — und mittendrin: Almonty Industries.
Die Aktie des Bergbaukonzerns schoss am Freitag um 12,40 Prozent nach oben und schloss bei 23,38 kanadischen Dollar. Seit Jahresbeginn steht damit ein Kursgewinn von 94,35 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sind es sogar 200,51 Prozent. Die Marktkapitalisierung liegt inzwischen bei rund 4,05 Milliarden Euro.
China dreht den Hahn zu
Der Auslöser der Rally liegt in Peking. China kontrolliert etwa 80 Prozent der globalen Wolframproduktion. Am 6. Januar 2026 erweiterte die chinesische Regierung ihre Liste kontrollierter „Dual-Use“-Güter und schränkte damit Exporte des Metalls weiter ein.
Wolfram ist kein Nischenrohstoff. Der Werkstoff steckt in panzerbrechender Munition, Turbinenschaufeln und Halbleiterfertigung. Genau deshalb ist er zu einem Thema der nationalen Sicherheit geworden — in Washington ebenso wie in Brüssel.
Sangdong rückt ins Zentrum
Almontys Mine Sangdong in Südkorea profitiert direkt von dieser Entwicklung. Die Anlage befindet sich aktuell in der Hochlaufphase und soll zu einer der größten Wolfram-Minen außerhalb Chinas werden. Aktuelle Marktmeldungen zufolge läuft die Produktion von Wolfram-Konzentrat bereits an — ein handfester Beleg dafür, dass westliche Industrien tatsächlich eine Alternative zu chinesischen Lieferketten aufbauen können.
Wie ernst Washington das Thema nimmt, zeigt „Project Vault“. Die von VaultCo LLC geführte und von der EXIM Bank unterstützte Initiative will für zwölf Milliarden Dollar eine strategische Reserve kritischer Mineralien aufbauen. Als neuer Projektleiter wurde kürzlich der frühere Pentagon-Beamte Brett Lambert benannt. Das unterstreicht, wie hoch das Interesse der US-Regierung an Rohstoffen wie denen aus Sangdong inzwischen angesiedelt ist.
Rüstungsprogramme verstärken den Trend zusätzlich. Kanada vergab kürzlich einen Großauftrag über bis zu zwölf U-Boote an TKMS, mit einem Volumen von bis zu 60 Milliarden kanadischen Dollar. Solche Marine- und Militärprogramme benötigen enorme Mengen hochfester Legierungen — und treiben damit die langfristige Wolfram-Nachfrage weiter an.
Charttechnik zeigt Nervosität
Die Volatilität der Aktie ist beträchtlich. Auf 30-Tage-Basis liegt sie annualisiert bei 97,44 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 33,35 kanadischen Dollar, erreicht im April, ist der Titel noch 29,90 Prozent entfernt. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 18,69 Dollar besteht dagegen weiterhin ein deutlicher Abstand von plus 25,08 Prozent.
Der Relative-Stärke-Index auf 14-Tage-Basis notiert bei 48,0. Das deutet auf neutrales Terrain hin, nachdem die Aktie zuletzt aus einer Konsolidierung ausgebrochen war. Kein klares Überkauft- oder Überverkauft-Signal also — der Markt sortiert sich gerade neu.
In der kommenden Handelswoche dürfte sich die Aufmerksamkeit auf zwei Punkte richten: ob sich der Wolframpreis oberhalb der 3.100-Dollar-Marke halten kann, und wie sich Project Vault sowie mögliche weitere chinesische Exportbeschränkungen entwickeln. Ob Almonty seine Produktion in Sangdong tatsächlich im geplanten Tempo hochfahren kann, bleibt dabei der entscheidende Faktor für die weitere Kursentwicklung.
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