Almonty: Deutsche Rohstoff verkauft 5 Millionen Aktien

Almonty beginnt Rückkauf von bis zu 14,4 Mio. Aktien. Der Wolfram-Produzent stützt den Kurs, während Großaktionär Deutsche Rohstoff Gewinne realisiert.

Die Kernpunkte:
  • Rückkauf von bis zu 14,4 Mio. Aktien
  • Deutsche Rohstoff verkauft fünf Mio. Anteile
  • Umsatzsprung um 498 Prozent im Q2
  • Wandelanleihe über 800 Mio. Dollar platziert

Almonty Industries beginnt heute mit der Umsetzung seines im vergangenen Monat genehmigten Aktienrückkaufprogramms. Bis zu 14,4 Millionen Aktien, rund fünf Prozent der ausstehenden Anteile, will der Wolfram-Produzent im Volumen von bis zu 300 Millionen US-Dollar zurückkaufen. Das Programm läuft bis zum 24. August 2029.

Der Rückkaufstart fällt in eine Phase, in der ein prominenter Aktionär Kasse macht: Die Deutsche Rohstoff AG hat rund fünf Millionen Almonty-Aktien zu einem Durchschnittskurs von etwa 16 US-Dollar veräußert.

Das Unternehmen realisierte damit Gewinne nach der kräftigen Kursrally der vergangenen Monate. Solche Verkäufe nach starken Kursanstiegen sind an der Börse keine Seltenheit, sie werfen aber die Frage auf, wie viel Substanz hinter der jüngsten Bewertung noch steckt.

Starke Geschäftszahlen als Fundament

Die operative Entwicklung liefert dafür durchaus Argumente. Anfang August hatte Almonty seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt: Der Umsatz kletterte um 498 Prozent auf 43,0 Millionen US-Dollar.

Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 181,8 Millionen US-Dollar, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Verlust von 58,2 Millionen US-Dollar zu Buche stand. Das bereinigte EBITDA drehte von minus 4,8 Millionen auf plus 17,6 Millionen US-Dollar.

Möglich wurde diese Entwicklung auch durch eine deutlich verbesserte Finanzausstattung. Almonty schloss eine überzeichnete Wandelanleihe im Volumen von 800 Millionen US-Dollar ab und verfügt nun über eine Kassenposition von 1,2 Milliarden kanadischen Dollar. Diese Kapitalbasis dürfte sowohl den Ausbau des Geschäfts als auch das nun laufende Rückkaufprogramm absichern.

Vorsichtigere Erwartungen für die Folgejahre

Trotz der starken Quartalszahlen mahnen einzelne Stimmen zur Vorsicht bei den Wachstumserwartungen. Diamond Equity senkte am 14. August seine Gewinnschätzung je Aktie für das Geschäftsjahr 2026 sowie für 2027. Eine solche Anpassung nach einem außergewöhnlich starken Quartal ist nicht ungewöhnlich – Sondereffekte wie der Nettogewinnsprung lassen sich nicht ohne Weiteres fortschreiben, und Analysten kalkulieren für die Folgeperioden häufig konservativer.

Medienberichten zufolge wird der Rückkauf als Signal gewertet, das den Aktienkurs stützen könnte, da das Unternehmen mit dem Programm Vertrauen in die eigene Bewertung signalisiert.

Für Anleger ergibt sich damit ein gemischtes Bild: Ein finanzstarkes Unternehmen mit außergewöhnlichem Umsatzsprung und einem milliardenschweren Kapitalpolster kauft eigene Aktien zurück, während ein langjähriger Investor nach der Kursrally Gewinne mitnimmt und mindestens ein Analysehaus die Wachstumsdynamik der kommenden Jahre etwas zurückhaltender einschätzt. Wie sich diese gegenläufigen Signale in den kommenden Wochen auf den Kurs auswirken, dürfte sich mit dem tatsächlichen Rückkauftempo zeigen.

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