Almonty Industries: Bergwerk läuft, Aktie fällt
Trotz Produktionsstart in der Wolfram-Mine Sangdong verliert die Aktie von Almonty Industries deutlich an Wert. Insider-Verkäufe und Verwässerung belasten den Kurs.

- Aktie verliert trotz Minenfortschritt
- Insider-Verkäufe belasten Stimmung
- Wandelanleihe sorgt für Verwässerung
- Produktion in Sangdong läuft an
Ein Bergwerk, das endlich Geld verdient. Eine Aktie, die trotzdem abstürzt. Bei Almonty Industries klafft im Juli 2026 eine Lücke zwischen operativer Realität und Kursverlauf, die sich nicht ohne Weiteres schließen lässt.
Die Aktie des Wolfram-Förderers fiel am Donnerstag um 5,89 Prozent auf 18,52 kanadische Dollar. Über die vergangene Woche summiert sich der Rückgang auf 20,79 Prozent, über den Monat auf 28,27 Prozent. Und das, während die Mine Sangdong in Südkorea genau das tut, was Investoren seit Jahren hören wollten: Sie produziert.
Die entscheidende Frage
Kann das operative Tempo in Sangdong die Verwässerung und die Insider-Verkäufe überholen, die seit der großen Wandelanleihe-Finanzierung auf der Stimmung lasten? Die Aktie notiert 44,47 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 33,35 kanadischen Dollar. Der Markt preist damit eine Lücke zwischen der langfristigen Umsatzgeschichte und kurzfristigem technischem Druck ein.
Das bullische Szenario
Operativ hat sich bei Almonty in den vergangenen Wochen einiges bewegt. Im Juni 2026 begann das Unternehmen, gelagertes Rohmaterial durch die neu in Betrieb genommene Aufbereitungsanlage zu schicken. Das Ergebnis: verkaufsfähiges Wolframkonzentrat aus Sangdong. Für Almonty markiert das den Übergang von der Bauphase zum aktiven, umsatzgenerierenden Betrieb.
Kurz danach folgte ein kommerzielles Upgrade. Almonty erweiterte die Abnahmevereinbarung für Sangdong-Wolfram mit Global Tungsten & Powders auf ein deutlich höheres vertraglich gesichertes Jahresumsatzvolumen, bewertet zu aktuellen APT-Preisen. Die Laufzeit der Vereinbarung verlängerte sich ebenfalls.
Wichtig dabei: Der Deal deckt die geplante Phase-II-Erweiterung noch gar nicht ab. Diese soll die jährliche Verarbeitungskapazität der Mine annähernd verdoppeln. Das aktuelle Abkommen bildet also nur einen Teil des künftigen Produktions- und Umsatzpotenzials ab.
Hinzu kommt die Aufnahme in die Indizes Russell 1000 und Russell 3000, was die potenzielle Investorenbasis verbreitert. Der Kurs liegt trotz der jüngsten Korrektur noch 197,75 Prozent über dem Stand vor zwölf Monaten. Das spricht dafür, dass die mehrjährige Neubewertung rund um westliche Wolfram-Versorgungssicherheit im Kern intakt bleibt.
Das bärische Szenario
Der bärische Fall dreht sich um Verwässerung und Insider-Verhalten, die ein eigentlich verbessertes operatives Bild verschleiern. Ein Director verkaufte am 2. Juli 2026 200.000 Stammaktien zu 24,07 US-Dollar – ein Verkauf im Wert von 4,814 Millionen US-Dollar, der seinen Anteil um 7,4 Prozent reduzierte.
Insider haben in den vergangenen zwölf Monaten netto für 6,4 Millionen US-Dollar mehr Aktien verkauft als gekauft. Zwar konzentrierten sich diese Verkäufe auf die letzten drei Monate. Die Aktionäre wurden im vergangenen Jahr aber deutlich verwässert: Die Anzahl ausstehender Aktien wuchs um 49,9 Prozent.
Dazu kommt eine große Wandelanleihe-Platzierung, die Marktbeobachter als verwässernd einordnen – zeitlich fällt sie mit dem Rückgang vom 52-Wochen-Hoch zusammen. Die Profitabilität bleibt ebenfalls ein Problem.
Im Geschäftsjahr 2025 verzeichnete Almonty einen Verlust von 0,78 kanadischen Dollar pro Aktie, deutlich schlechter als die 0,096 Dollar Verlust im Vorjahr. Der Umsatz stieg zwar um 13 Prozent auf 32,5 Millionen kanadische Dollar. Der Nettoverlust weitete sich aber auf 161,9 Millionen kanadische Dollar aus – 145,6 Millionen mehr als im Vorjahr –, während der Umsatz die Analystenschätzungen um 12 Prozent verfehlte.
Der RSI-Wert von 35 signalisiert eine sich nähernde Überverkauft-Zone. Ohne klaren Auslöser könnte dieser Zustand aber anhalten, statt sich schnell umzukehren – zumal die annualisierte Volatilität bei 102,66 Prozent liegt.
Ausblick
Solange die Hochlaufphase in Sangdong ohne größere Rückschläge Richtung volle Phase-I-Kapazität voranschreitet, dürfte die langfristige bullische These rund um die erweiterte GTP-Abnahmevereinbarung und westliche Wolfram-Versorgungssicherheit intakt bleiben – auch wenn der kurzfristige technische Druck anhält. Stabilisiert sich die Aktie oberhalb des 200-Tage-Durchschnitts von 18,92 kanadischen Dollar, könnte das ein Zeichen sein: Die jüngste Monatsschwäche von 28,27 Prozent wäre dann eher eine Verwässerungs- und Gewinnmitnahme-Korrektur als eine Umkehr der Wachstumsgeschichte.
Setzt sich dagegen weiterer Insider-Verkaufsdruck fort oder stockt der Hochlauf in Sangdong, könnte der Bruch unter den 50-Tage-Durchschnitt von 24,80 kanadischen Dollar sich vertiefen und Unterstützungszonen näher am 200-Tage-Wert testen. Die nächsten Signale liefern weitere Produktionsupdates aus Sangdong sowie zusätzliche Offenlegungen zu Insider-Transaktionen und Kapitalmarktaktivitäten.
Almonty-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Almonty-Analyse vom 17. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Almonty-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Almonty-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 17. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Almonty: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...



