Almonty Industries: Handelsstopp nach Millionen-Exit
Almonty Industries setzt Handel an der ASX aus. Zuvor verkaufte die Deutsche Rohstoff AG fünf Millionen Aktien, was den Kurs belastet.

- Handelsaussetzung auf eigenen Antrag
- Großaktionär verkauft Millionen Aktienpaket
- Kursrückgang von knapp fünf Prozent
- Entscheidendes Unternehmensupdate am Montag
Almonty Industries steht still. Die australische Börse ASX hat den Handel mit der Aktie am 23. Juli 2026 auf Antrag des Unternehmens ausgesetzt. Grund ist ein anstehendes Markt-Update. Regulär soll der Handel spätestens am 27. Juli wieder aufgenommen werden.
Der Stopp kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Einen Tag zuvor hatte Großaktionär Deutsche Rohstoff AG den Verkauf von 5 Millionen Almonty-Aktien zu rund 16 US-Dollar je Stück gemeldet. Für den Verkäufer bedeutet das einen Vorsteuergewinn von etwa 65 Millionen Euro. Für die übrigen Aktionäre bedeutete es zunächst etwas anderes: Der Kurs brach am selben Tag um 4,87 Prozent ein.
Die entscheidende Frage: Reicht operative News gegen Gewinnmitnahmen?
Die kommenden Tage werden zeigen, ob das angekündigte Update genug fundamentale Substanz liefert, um den technischen Schaden der letzten Wochen auszugleichen. Auf 30-Tage-Sicht hat die Aktie bereits 22,05 Prozent verloren. Die zentrale Frage lautet: Handelt es sich um einen operativen Meilenstein oder nur um eine Routinemeldung, die das Überangebot aus dem jüngsten Aktienpaket nicht auffangen kann?
Deutsche Rohstoff AG hält trotz des Verkaufs weiterhin 5,5 Millionen Aktien. Das relativiert das Signal etwas – ein kompletter Ausstieg sieht anders aus.
Bullen-Szenario: Der langfristige Trend hält
Wer für Almonty optimistisch bleibt, verweist auf die Größenordnung der Gesamtbewegung. Seit Jahresbeginn steht die Aktie mit 66,69 Prozent im Plus, auf Zwölfmonatssicht sogar mit 229,84 Prozent. Diese Dimensionen relativieren den jüngsten Rücksetzer.
Auch charttechnisch gibt es Argumente für die Bullen. Der aktuelle Kurs liegt mit 5,42 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 19,09 CAD – der langfristige Aufwärtstrend ist damit formal intakt. Der RSI von 42,6 signalisiert zudem keine Überhitzung, sondern lässt Raum für eine Erholung, sollte das Update am 27. Juli Fortschritte am Kernprojekt Sangdong bestätigen.
Bären-Szenario: Volatilität als Risikofaktor
Die Gegenseite hat mindestens ebenso gewichtige Argumente. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 88,52 Prozent – ein Wert, der die Aktie anfällig für schnelle Kursrutsche macht. Zum 52-Wochen-Hoch von 33,35 CAD beträgt der Abstand inzwischen fast 40 Prozent.
Kritischer ist der Bruch des 50-Tage-Durchschnitts bei 24,17 CAD, von dem der Kurs mittlerweile 16,76 Prozent entfernt notiert. Das deutet auf einen Verlust des mittelfristigen Momentums hin. Sollte das Update Ende Juli enttäuschen, könnte der 200-Tage-Durchschnitt bei 19,09 CAD zum nächsten Testfeld werden.
Hinzu kommt ein psychologischer Faktor: Der Ausstiegspreis von Deutsche Rohstoff AG bei umgerechnet rund 21,80 CAD könnte für andere Investoren zur Referenzmarke für den fairen Wert werden – und damit als Widerstand wirken.
Ausblick: Was am 27. Juli zählt
Die weitere Kursrichtung entscheidet sich am angekündigten Update, das spätestens zum Handelsstart am Montag vorliegen soll. Zwei Szenarien stehen im Raum.
Liefert die Meldung konkrete Fortschritte bei der Produktionsskalierung oder bei Vertragsbedingungen, dürfte die Aktie versuchen, sich oberhalb der 20-CAD-Marke zu stabilisieren. Der 50-Tage-Durchschnitt bei 24,17 CAD wäre dann der nächste Widerstand.
Enthält das Update dagegen Hinweise auf zusätzlichen Kapitalbedarf oder Verzögerungen im Projekt, dürfte der Druck zunehmen. In diesem Fall rückt der 200-Tage-Durchschnitt bei 19,09 CAD als kritische Schwelle in den Fokus – ein Bruch dieser Marke würde die langfristige Aufwärtsstory ernsthaft infrage stellen.
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