Almonty Industries: Produktionsstart trifft Delisting-Risiko

Almonty startet Produktion in der Sangdong-Mine, während der Börsenabgang von der TSX den Aktienkurs belastet.

Die Kernpunkte:
  • Verarbeitungsbeginn in der Sangdong-Mine
  • Freiwilliger Rückzug von der TSX
  • Ausbau des Abnahmevertrags mit GTP
  • Aktie verliert 24 Prozent in 30 Tagen

Ein Unternehmen im Umbruch, mitten in der heikelsten Phase seiner Firmengeschichte. Almonty Industries wechselt gerade vom Bergbau-Entwickler zum Produzenten. Gleichzeitig zieht der Konzern seine Aktien von der Toronto Stock Exchange ab. Zwei fundamentale Weichenstellungen, ein Monat, ein Aktienkurs unter Druck.

Am 1. Juli 2026 startete Almonty die Verarbeitung in der Aufbereitungsanlage der Sangdong-Mine in Südkorea. Der Bau ist nach Jahren abgeschlossen. Zum Handelsschluss am 31. Juli verlässt die Aktie freiwillig die TSX. Der Kurs steht bei 19,57 kanadischen Dollar und hat in den vergangenen 30 Tagen fast ein Viertel seines Werts verloren, ein Minus von 24,16 Prozent. Der Markt wägt gerade zwei Dinge gegeneinander ab: den Start echter Umsätze und die Reibung eines Börsenwechsels samt jüngster Insider-Verkäufe.

Die entscheidende Kennzahl: Läuft die Anlage stabil?

Der weitere Kursverlauf hängt an einer technischen Frage. Kann die Anlage ihren geplanten Jahresdurchsatz von 640.000 Tonnen Erz zuverlässig erreichen? Daraus sollen 2.300 Tonnen Wolframkonzentrat entstehen. Bleibt die Anlage in den ersten Produktionswochen hinter dieser Marke zurück, dürfte der Abwärtsdruck der letzten Wochen anhalten. Läuft der Hochlauf dagegen glatt, bestätigt das die langfristigen Umsatzprognosen des Unternehmens.

Bull-Szenario: Verträge bis in die späten 2040er

Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten um 220,90 Prozent zugelegt. Der wichtigste Grund für Optimisten: die massive Ausweitung des zentralen Abnahmevertrags mit Global Tungsten & Powders (GTP). Im Juli 2026 verlängerte Almonty die Laufzeit von 15 auf 21 Jahre.

Die Vertragsmenge steigt dabei um 40 Prozent auf 4,41 Millionen metrische Tonneneinheiten. Zusätzlich sichert sich Almonty einen Preisaufschlag von etwa 6,3 Prozent. Fast 90 Prozent der Phase-1-Produktion sind damit bereits an westliche Verteidigungs- und Industrieabnehmer gebunden, mit Laufzeiten bis in die späten 2040er Jahre.

Diese Art von Planungssicherheit ist im Bereich junger Rohstoffkonzerne selten. Hinzu kommt die Aufnahme in den Russell 1000 und Russell 3000 Ende Juni 2026. Institutionelle Investoren dürften dem Titel dadurch treu bleiben, sobald sich der Handel künftig auf der Nasdaq konzentriert.

Bär-Szenario: Verkaufsdruck durch den Börsenwechsel

Die Risikoseite ist ebenso konkret. Die Aktie notiert 41,30 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 33,35 kanadischen Dollar. Eine annualisierte 30-Tage-Volatilität von 81,35 Prozent zeigt, wie unsicher der Markt die Lage derzeit einschätzt.

Der Abschied von der TSX am 31. Juli könnte kurzfristig Verkaufsdruck auslösen. Kanadische Privatanleger könnten ihre Bestände nicht oder nur ungern auf die Nasdaq übertragen. Hinzu kommen gemeldete Insider-Verkäufe im Juli 2026. Das könnte dem Markt signalisieren, dass Personen nahe am Projekt nach dem Anstieg vom 52-Wochen-Tief bei 4,36 kanadischen Dollar Gewinne mitnehmen.

Hält der Kurs seine aktuelle Unterstützung nicht, könnte sich die Korrektur vertiefen. Das gilt unabhängig davon, wie gut die Produktion tatsächlich anläuft. Als Marke gilt der 200-Tage-Durchschnitt bei 19,12 kanadischen Dollar — aktuell nur 2,41 Prozent unter dem Kurs.

Ausblick: Der Nasdaq-Wechsel als Nagelprobe

Der weitere Weg der Aktie hängt entscheidend davon ab, wie sich die Liquidität nach dem TSX-Rückzug auf der Nasdaq einpendelt. Hält Almonty den Produktionsplan in Sangdong und verteidigt die Unterstützung beim 200-Tage-Durchschnitt, spricht der operative Fortschritt für eine Stabilisierung nach dem jüngsten Monatsminus.

Führt der Wechsel zur Nasdaq dagegen zu einem vorübergehenden Liquiditätsloch, oder bleibt die anfängliche Verarbeitungsleistung hinter den technischen Vorgaben zurück, könnte die Aktie tiefere Unterstützungszonen testen. Der nächste konkrete Prüfstein: der erste Bericht über verkaufsfähige Konzentratmengen aus dem Juli-August-Fenster. Danach folgen im weiteren Jahresverlauf die geplanten Phase-2-Studien, mit denen Almonty die Produktion bis 2027 verdoppeln will.

Anzeige

Almonty-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Almonty-Analyse vom 23. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Almonty-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Almonty-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Almonty: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Almonty