Almonty: Jorge Beristain wird CFO am 1. Juni
Almonty Industries ernennt neuen CFO und stimmt über Kapazitätsverdopplung ab. Der Wolfram-Produzent profitiert von steigenden Preisen und geopolitischen Trends.

- Neuer CFO Jorge Beristain ab Juni
- Abstimmung über Kapazitätsverdopplung in Sangdong
- Cash-Bestand von 259,9 Millionen Dollar
- Aktie verdoppelt sich seit Jahresbeginn
Neuer CFO, Hauptversammlung, Produktionsrekord — Almonty Industries steuert auf einen der dichtesten Monate seiner Unternehmensgeschichte zu. Der Wolfram-Produzent wechselt die Finanzführung, lässt Aktionäre über eine Kapazitätsverdopplung abstimmen und operiert dabei in einem Markt, der sich strukturell zu seinen Gunsten verschiebt.
Wall-Street-Veteran übernimmt die Finanzen
Brian Fox verlässt den CFO-Posten mit sofortiger Wirkung. Sein Nachfolger Jorge Beristain, CFA, tritt das Amt am 1. Juni 2026 an — zwei Tage nach der Hauptversammlung. Bis dahin übernimmt Guillaume de Lamaziere, Chief Development Officer, die Interimsfunktion.
Beristain bringt ein ungewöhnlich schweres Profil mit. Zuletzt verantwortete er als Vice President Finance bei Ryerson Holding Corp — einem NYSE-notierten Metallhändler mit rund fünf Milliarden Dollar Umsatz — die Verdopplung der Marktkapitalisierung. Davor war er CFO einer 800-Millionen-Dollar-Tochter von Ryerson. Früh in seiner Karriere galt er als einer der drei meistzitierten Aktienanalysten der Wall Street, als Managing Director und Head of Americas Metals & Mining Equity Research bei Deutsche Bank Securities.
AGM mit strategischem Gewicht
Am 9. Juni 2026 versammeln sich die Aktionäre in Toronto. Neben Routinepunkten — Jahresabschluss per 31. Dezember 2025, Wahl von sieben Direktoren, Bestätigung des Abschlussprüfers Zeifmans LLP — steht ein Beschluss auf der Tagesordnung, der weit über Governance-Formalitäten hinausgeht.
Zur Abstimmung kommt die Verdopplung der Verarbeitungskapazität der Sangdong-Mine in Südkorea auf 1,2 Millionen Tonnen pro Jahr bis 2027. Bei voller Auslastung würde die Mine rund 40 Prozent der weltweiten Wolfram-Nachfrage außerhalb Chinas decken. Zeitlich kein Zufall: Ab Januar 2027 darf das US-Militär kein chinesisches Wolfram mehr in seiner Ausrüstung verwenden.
Abgesichert ist das Projekt durch einen exklusiven Abnahmevertrag mit SeAH M&S, Südkoreas größtem Molybdän-Verarbeiter, der die gesamte Produktion abnimmt. Ein Floor-Preis von 19 US-Dollar je Pfund schützt nach unten. Bei Vollbetrieb erwartet Almonty rund 5.600 Tonnen Molybdän jährlich; Produktionsstart ist für Ende 2026 geplant.
Finanzen stabilisieren sich
Die Liquiditätslage ist komfortabel. Per 31. März 2026 hielt Almonty 259,9 Millionen Dollar Cash bei einem Working Capital von 169,5 Millionen Dollar. Der Nettoverlust im ersten Quartal 2026 schrumpfte auf 5,3 Millionen Dollar — nach 34,6 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Hauptgrund: 2025 belastete ein nicht-zahlungswirksamer Verlust von 25,8 Millionen Dollar aus der Neubewertung von Warrant-Verbindlichkeiten das Ergebnis, der in diesem Jahr wegfiel.
Hinter dem Turnaround steckt auch strukturelles Momentum. Almonty listete an der Nasdaq und schloss mehrere US-Eigenkapitalfinanzierungen über zusammen mehr als 200 Millionen Dollar ab.
Wolfram-Markt als Rückenwind
Der Markt spielt Almonty in die Hände. Chinas Exportkontrollen — seit Februar 2025 sind Genehmigungen für ausgewählte Wolfram-Lieferungen Pflicht — haben den Referenzpreis für Ammoniumparawolframat auf über 3.100 US-Dollar je MTU getrieben, ein Anstieg von mehr als 200 Prozent innerhalb weniger Monate.
Die Aktie spiegelt diese Dynamik wider: Seit Jahresbeginn hat sie sich nahezu verdoppelt, auf Zwölfmonatssicht steht ein Plus von über 500 Prozent. Aktuell notiert das Papier bei 26,29 AUD und damit knapp unterhalb seines 50-Tage-Durchschnitts — rund 19 Prozent unter dem Allzeithoch von 32,51 AUD vom April.
Mit dem AGM am 9. Juni und Beristains Amtsantritt am 1. Juni hat Almonty einen klar definierten Zeitplan vor sich. Ob die Kapazitätsverdopplung in Sangdong wie geplant bis Ende 2026 anlaufen kann, wird zum entscheidenden Maßstab für die nächste Bewertungsphase.
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