Almonty: Rückkauf über 14,4 Millionen Aktien
Almonty Industries beginnt mit Rückkauf eigener Aktien im Wert von bis zu 300 Mio. US-Dollar. Der Wolframproduzent sieht den Börsenkurs unter dem inneren Wert seiner Vermögenswerte.

- Rückkauf von bis zu 14,4 Mio. Aktien
- Umsatz wächst um 498 Prozent
- Sangdong-Mine startet Produktion
- Abnahmevertrag mit Plansee-Tochter verlängert
Almonty Industries beginnt am heutigen Montag mit der Umsetzung seines Aktienrückkaufprogramms. Der Vorstand hatte den Rückkauf von bis zu 14.400.000 Stammaktien im Gesamtwert von bis zu 300 Millionen US-Dollar über einen Zeitraum von 36 Monaten bereits am 17. August genehmigt.
Der Wolframproduzent begründet den Schritt mit einer aus seiner Sicht bestehenden Lücke zwischen dem Börsenkurs und dem tatsächlichen Wert seiner Wolframvermögenswerte, insbesondere angesichts der anlaufenden Verarbeitung an der Mine Sangdong, die von der Nachfrage aus KI-bezogenen Anwendungen profitieren soll.
Sangdong treibt operative Wende
Der Rückkauf fällt in eine Phase, in der Almonty seine operative Transformation vorantreibt. Im Juni begann das Unternehmen an seiner südkoreanischen Mine Sangdong in der Provinz Gangwon, gelagertes Roherz durch die neu in Betrieb genommene Aufbereitungsanlage zu verarbeiten und verkaufsfähiges Wolframkonzentrat herzustellen. Dieser Schritt markiert den Übergang von der Minenentwicklung zum aktiven, umsatzgenerierenden Betrieb.
Die Zahlen des zweiten Quartals unterstreichen diesen Wandel. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 498 Prozent auf 43,0 Millionen kanadische Dollar, nach 7,2 Millionen kanadischen Dollar im Vorjahresquartal, und legte gegenüber dem ersten Quartal 2026 um 69 Prozent von 25,4 Millionen kanadischen Dollar zu.
Haupttreiber war der kräftige Anstieg des europäischen APT-Preises auf rund 3.075 US-Dollar je MTU von zuvor 453 US-Dollar je MTU. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 181,8 Millionen kanadischen Dollar gegenüber einem Verlust von 58,2 Millionen kanadischen Dollar im Vorjahr, wobei rund 173,1 Millionen kanadische Dollar auf nicht zahlungswirksame Bewertungsgewinne aus Derivaten und Warrants zurückgingen.
Bilanz gestärkt, Kapitalmarktstruktur im Umbau
Operativ erwirtschaftete Almonty im ersten Halbjahr 2026 einen Cashflow von 31,6 Millionen kanadischen Dollar, nach einem Mittelabfluss von 14,9 Millionen kanadischen Dollar im Vorjahreszeitraum.
Nach der Platzierung von Wandelanleihen über 800 Millionen US-Dollar verfügte das Unternehmen zum 30. Juni über eine Kassenposition von rund 1,23 Milliarden kanadischen Dollar.
Parallel reichte Almonty am 14. August Shelf-Registrierungen für mögliche Aktienemissionen im Gesamtvolumen von rund 246,79 Millionen US-Dollar ein, darunter eine Komponente im Zusammenhang mit einem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm.
Auch die Börsenstruktur verändert sich derzeit spürbar. Die Aktien wurden zum 31. Juli freiwillig von der Toronto Stock Exchange genommen. An der Australian Securities Exchange endet der Handel mit den CHESS Depositary Interests am 28. August, das Delisting selbst ist für den 1. September vorgesehen. Nach den Rückzügen bleibt Almonty an der Nasdaq unter dem Kürzel „ALM“ sowie an der Frankfurter Börse unter „ALI1“ notiert.
Langfristvertrag mit Plansee-Tochter aufgewertet
Im Juli erweiterte Almonty zudem seinen langfristigen Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders, einem Unternehmen der österreichischen Plansee-Gruppe. Die Laufzeit wurde von 15 auf 21 Jahre verlängert, das kontrahierte Gesamtvolumen um 40 Prozent auf 4,41 Millionen MTU erhöht.
Die verbesserten Preiskonditionen sollen den je gelieferter MTU realisierten Umsatz um 6,3 Prozent steigern und den erwarteten jährlichen Vertragsumsatz bei aktuellen Preisen um mindestens 30 Millionen US-Dollar pro Jahr erhöhen. Über die gesamte Vertragslaufzeit soll der Umsatz aus diesem Abkommen bei aktuellen Preisen auf 490 Millionen US-Dollar steigen.
Für Anleger bündelt sich damit an diesem Tag eine Reihe von Entwicklungen: der anlaufende Rückkauf signalisiert Vertrauen des Managements in die eigene Bewertung, während die operative Hochlaufphase in Sangdong und der ausgebaute Vertrag mit Global Tungsten & Powders die fundamentale Basis für die kräftigen Umsatzsprünge liefern.
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