Alnylam Aktie: ZENITH startet mit 11.000 Patienten

Alnylam prüft mit Roche Zilebesiran in einer Phase-III-Studie. Kursdruck und hohe Kosten stehen langfristigen Umsatzhoffnungen gegenüber.

Die Kernpunkte:
  • ZENITH umfasst 11.000 Patienten
  • Zilebesiran soll Blutdruck dauerhaft senken
  • Aktie verliert seit Jahresbeginn 38 Prozent
  • Analysten erwarten 2029 8,8 Milliarden Dollar Umsatz

Alnylam treibt die Entwicklung neuartiger Therapien voran und richtet den Blick zunehmend auf kardiologische Volkskrankheiten. Gemeinsam mit dem Schweizer Partner Roche zielt das Biotech-Unternehmen mit dem Wirkstoffkandidaten Zilebesiran auf einen breiten Markt ab. Im Zentrum steht die dauerhafte Blutdrucksenkung über ein neuartiges Behandlungsschema.

Großstudie im kardiologischen Massenmarkt

Den Kern der klinischen Spätphase bildet die Phase-III-Studie ZENITH, die Zilebesiran im Vergleich zur Standardtherapie prüft. Die Untersuchung bindet 11.000 Patienten an Prüfzentren in 35 Ländern ein. Getestet wird eine Dosierung von 300 Milligramm, die zweimal im Jahr verabreicht werden muss.

Zilebesiran hemmt gezielt die Bildung des Proteins Angiotensinogen in der Leber. Die US-Arzneimittelbehörde FDA erteilte dem Wirkstoff den Fast-Track-Status, zudem liegt eine entsprechende Auszeichnung in China vor. Die Partner streben an, durch die Langzeitwirkung das Auftreten schwerer kardiovaskulärer Folgeereignisse wirksam zu verringern.

Frühere Studien belegen die biologische Wirksamkeit des Ansatzes. In der Phase-II-Studie KARDIA-1 sank der systolische Blutdruck placebobereinigt um 10 mmHg. Unter begleitender Diuretika-Therapie zeigte die Folgestudie KARDIA-3 eine Absenkung um rund 9 mmHg.

Belastungsfaktoren dämpfen den Kurs

An den Finanzmärkten wich der anfängliche Optimismus zuletzt wieder spürbarer Nüchternheit. Nach einem Branchen-Roundtable zu Fortschritten im Bereich der RNA-Interferenz nutzten Anleger das gestiegene Kursniveau für Gewinnmitnahmen. Zusätzlich trüben gesenkte Markterwartungen für das bestehende TTR-Franchise und anhaltend hohe Lizenzkosten die Stimmung.

Am Freitag ging die Aktie im europäischen Handel bei 210,80 Euro aus dem Markt, was einem Tagesminus von 1,4 Prozent entspricht. Seit Jahresbeginn summiert sich der Wertverlust des Papiers auf 38 Prozent.

Für Investoren stellt sich die Frage nach der Tragfähigkeit des Wachstumsmodells. Während das Geschäft mit seltenen Erkrankungen unter Margendruck steht, verlangt der Eintritt in breite Indikationen hohe Vorleistungen.

Langfristige Erwartungen der Analysten

Der Konsens der Analysten prognostiziert für das Geschäftsjahr 2029 einen Umsatz von 8,8 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn soll im selben Jahr einen Wert von 1,8 Milliarden US-Dollar erreichen.

Vorsichtigere Markteinschätzungen veranschlagen das langfristige Erlöspotenzial merklich niedriger. Entscheidend für die weitere Neubewertung wird sein, ob die Spätphasendaten die erhoffte medizinische Überlegenheit bestätigen.

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