Alphabet Aktie: 30-Milliarden-Deal mit SpaceX
Alphabet treibt mit KI-Übersetzung, SpaceX-Deal und Preissenkung die Expansion voran. Die Aktie bleibt trotz Kursrückgang im Aufwärtstrend.

- Neues Echtzeit-Übersetzungstool für 70 Sprachen
- 30-Milliarden-Dollar-Vertrag mit SpaceX
- Preis für KI-Abo fast halbiert
- Aktie trotz Kursverlust im Aufwärtstrend
Alphabet drückt gleichzeitig auf mehreren Fronten aufs Gas. Neues KI-Übersetzungstool, ein 30-Milliarden-Dollar-Vertrag mit SpaceX und eine Preissenkung beim Premium-Abo — das Unternehmen liefert innerhalb weniger Tage gleich drei strategisch relevante Signale. Die Aktie zeigt sich davon bislang unbeeindruckt.
Echtzeit-Übersetzung mit 70 Sprachen
Gemini 3.5 Live Translate ist Alphabets neues Aushängeschild im KI-Bereich. Das Tool übersetzt Sprache in Echtzeit — und zwar direkt von Sprache zu Sprache, ohne den Umweg über klassische Transkriptions-Pipelines. Das reduziert die Verzögerung spürbar. Mehr als 70 Sprachen werden unterstützt, Tonlage und Sprechrhythmus bleiben dabei erhalten.
Google integriert die Technologie in Meet und die Translate-App. Erster großer Unternehmenstest: Grab, der südostasiatische Fahrdienst, nutzt das Tool bereits für rund 10 Millionen Sprachanrufe pro Monat. Parallel senkt Alphabet den Preis für das „Google AI Plus“-Abo von 7,99 auf 4,99 Dollar — bei gleichzeitig doppeltem Speicherplatz auf 400 GB.
30 Milliarden Dollar für Rechenleistung
Hinter dem Übersetzungstool steckt enormer Rechenaufwand. Alphabet sichert sich diesen über einen milliardenschweren Vertrag mit SpaceX. Ab Ende 2026 bis Mitte 2029 zahlt Google rund 920 Millionen Dollar pro Monat — für Zugang zu etwa 110.000 NVIDIA-GPUs.
Der Deal kommt kurz vor dem geplanten SpaceX-Börsengang. Alphabet hält eine substanzielle Beteiligung an dem Raumfahrtunternehmen. Analysten schätzen, dass diese Beteiligung nach dem IPO mehr als 100 Milliarden Dollar wert sein könnte — ein erheblicher Liquiditätspuffer, den Alphabet gut gebrauchen kann. Die eigenen Investitionsausgaben sollen 2026 zwischen 180 und 190 Milliarden Dollar liegen.
Kapitalerhöhung für die KI-Infrastruktur
Um die Expansion zu finanzieren, hat Alphabet 19 Milliarden Dollar über Pflichtwandelanleihen eingesammelt. Die Papiere — unter den Tickern GOOGM und GOOGN gehandelt — bieten eine Dividende von 6,25 Prozent. Das Ganze ist Teil eines breiteren Eigenkapitalpakets von 85 Milliarden Dollar.
BMO Capital hat Alphabet zuletzt in seinem „Full Stack AI Score“ auf Platz eins gesetzt — mit Verweis auf die führende Position in Infrastruktur, Modellen und Produktintegration. Im ersten Quartal 2026 verarbeitete Google 16 Milliarden Token pro Minute, 60 Prozent mehr als im Vorquartal. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 22 Prozent.
Kurs unter Druck, Trend intakt
Die Aktie notiert mit rund 309 Euro knapp über ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Seit dem 52-Wochen-Hoch bei 350,75 Euro hat sie fast zwölf Prozent verloren — ein Rückgang, der weniger mit Alphabet-spezifischen Problemen zusammenhängt als mit dem breiten Abverkauf in KI-Titeln. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie noch immer knapp 15 Prozent im Plus.
Der RSI liegt bei 40,6 und nähert sich damit dem Bereich, den technische Beobachter als überverkauft einstufen. Über dem 200-Tage-Durchschnitt von 264,10 Euro notiert die Aktie noch fast 17 Prozent — der langfristige Aufwärtstrend ist intakt. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 4,4 Billionen Dollar.
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