Alphabet Aktie: 3,2-Milliarden-Deal mit TeraWulf
Alphabet verhindert den Verkauf der Werbebörse, steigert Googles Cloud-Umsatz um 82 Prozent und sichert weitere KI-Rechenkapazitäten

- Gericht lehnt Verkauf des Ad Exchange ab
- Alphabet garantiert 3,2 Milliarden Dollar Mietzahlungen
- Google Cloud wächst um 82 Prozent
- Suchanfragen enden häufiger ohne externe Klicks
Der US-Technologiekonzern Alphabet hat einen bedeutenden juristischen Erfolg im Kartellstreit mit den US-Behörden erzielt. Ein Bundesgericht wies Forderungen des Justizministeriums ab, die auf eine Zerschlagung des Werbegeschäfts abzielten. Zeitgleich treibt die Tochtergesellschaft Google ihre Expansion im Bereich der künstlichen Intelligenz durch massive Investitionen in neue Rechenzentrumskapazitäten voran.
Befreiungsschlag im Kartellverfahren
Am vergangenen Mittwoch wies Richterin Leonie Brinkema eine Klage des US-Justizministeriums ab, die Google zum Verkauf seines sogenannten Ad Exchange verpflichten wollte. Diese Entscheidung bedeutet eine erhebliche Entlastung für Alphabet, da das Werbegeschäft weiterhin das finanzielle Rückgrat des Konzerns bildet. Ein erzwungener Verkauf der Werbebörse hätte die integrierte Struktur des Konzerns im digitalen Anzeigenmarkt grundlegend geschwächt.
In der Urteilsbegründung zeigten sich die Gerichte vorsichtig gegenüber tiefgreifenden Eingriffen in hochkomplexe Technologiemärkte. Medienberichten zufolge reiht sich das Urteil in eine Serie von Verfahren ein, in denen sich Big-Tech-Unternehmen erfolgreich gegen weitreichende Zerschlagungspläne wehren konnten. Für Alphabet bedeutet dies vorerst regulatorische Planungssicherheit in einem Kerngeschäft, das zuletzt unter steigendem politischem Druck stand.
Cloud-Wachstum und Milliarden-Deal für Rechenzentren
Parallel zur rechtlichen Entspannung festigt Alphabet seine Position im Wettlauf um die künstliche Intelligenz. Der Konzern garantiert eine Mietzahlung in Höhe von 3,2 Milliarden US-Dollar für Rechenzentrumskapazitäten des Anbieters TeraWulf am Standort Lake Mariner im Bundesstaat New York. Im Rahmen dieser Vereinbarung sichert sich Alphabet zudem eine Beteiligung von 14 Prozent an TeraWulf.
Dieser Schritt unterstreicht den enormen Kapitalbedarf für die notwendige Hardware-Infrastruktur. Im zweiten Quartal 2026 verdoppelten sich die Investitionsausgaben (Capex) bereits auf 44,9 Milliarden US-Dollar. Dieser Einsatz zahlt sich in der Bilanz aus: Der Umsatz von Google Cloud stieg im selben Zeitraum um 82 Prozent auf 24,8 Milliarden US-Dollar.
Mit einer operativen Cloud-Marge von 35,6 Prozent zeigt das Segment zudem eine deutliche Profitabilitätssteigerung gegenüber den 20,7 Prozent des Vorjahres. Der Auftragsbestand im Cloud-Bereich schwoll auf 514 Milliarden US-Dollar an.
Transformation der Suche und Analysten-Votum
Trotz der Erfolge steht das Kerngeschäft der Websuche vor einem Wandel. Eine aktuelle Studie zum Suchverhalten ergab, dass in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 bereits 68 Prozent aller Google-Anfragen ohne einen weiteren Klick auf externe Webseiten endeten. Ursächlich hierfür sind unter anderem die KI-gestützten Zusammenfassungen (AI Overviews), welche die Klickraten auf organische Treffer um schätzungsweise 60 Prozent reduzieren.
Die Analysten von 24/7 Wall St. bewerten die Aktie dennoch positiv und führen sie mit einem Kursziel von 434,01 US-Dollar als Kaufempfehlung. Im deutschen Handel schloss das Papier am gestrigen Montag bei 292,35 Euro. Damit notiert der Wert aktuell 0,8 Prozent über dem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt von 290,02 Euro, bleibt jedoch deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 350,75 Euro.
Während Konkurrenten wie Uber versuchen, über Lobbyarbeit die Expansion der Google-Tochter Waymo im Bereich der Robotaxis zu bremsen, fokussiert sich Alphabet auf die breite Integration von KI-Funktionen in seine bestehenden Plattformen.
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