Alphabet Aktie: 4.500 Unterschriften für Jobsicherheit
Fast 100 Google-Mitarbeiter fordern mehr Jobsicherheit. Die Aktie notiert unter dem Rekordhoch, während interne Spannungen zunehmen.

- Protest für mehr Jobsicherheit
- Petition mit über 4.500 Unterschriften
- Aktie 11,7% unter Rekordhoch
- Unruhe auch bei KI-Sparte DeepMind
Fast 100 Google-Mitarbeiter versammelten sich am Donnerstag vor der Konzernzentrale in Mountain View. Ihre Botschaft: mehr Jobsicherheit. Der Protest trifft Alphabet in einer ohnehin unruhigen Marktphase.
Die Aktie schloss bei 309,75 Euro. Das liegt 11,7 Prozent unter dem Rekordhoch von 350,75 Euro aus dem Mai. Über die vergangene Woche gab der Kurs um knapp ein Prozent nach.
Mehr als 4.500 Unterschriften für Sicherheit
Die Demonstranten trugen Schilder mit der Aufschrift „Googlers for Job Security“. Viele hielten Plakate der Alphabet Workers Union hoch. Ein langes weißes Banner listete die Namen von über 4.500 Beschäftigten auf, die eine Petition unterzeichnet haben.
Die Forderungen sind konkret. Die Belegschaft will garantierte Abfindungen für alle Entlassenen, freiwillige Austrittsprogramme vor Pflichtkürzungen und ein Ende der verpflichtenden Leistungsbewertungen nach festen Verteilungsquoten. Zusätzlich sollen Mitarbeiter Abfindungen wahlweise als bezahlte Freistellung erhalten können.
Gewerkschaftspräsidentin Parul Koul erklärte, die Petition sei bereits im vergangenen Jahr an CEO Sundar Pichai übergeben worden. Eine substanzielle Antwort blieb aus. Die Organisatoren sammelten weiter Unterschriften und kehrten nun mit mehr als doppelt so vielen Namen zurück.
Unruhe auch in der KI-Sparte
Der Protest steht nicht isoliert da. Erst wenige Tage zuvor hatte ein Forscher von Google DeepMind gekündigt, nachdem der Konzern eine Vereinbarung mit dem Pentagon unterzeichnet hatte. Diese erlaubt dem US-Verteidigungsministerium, Googles KI-Technologie für klassifizierte Einsätze zu nutzen.
Rund 600 Mitarbeiter hatten das Unternehmen zuvor aufgefordert, von einem solchen Deal abzusehen. Die Belegschaft, traditionell für ethische Debatten mit dem Management bekannt, verschiebt ihren Fokus. Es geht nicht mehr nur um Unternehmenspolitik, sondern um die eigene berufliche Grundsicherung inmitten wiederkehrender Stellenstreichungen.
Kurs unter Druck von mehreren Seiten
Die interne Unruhe trifft auf eine Aktie, die bereits mit anderen Fragen kämpft. Trotz des jüngsten Rückgangs bleibt Alphabet auf Jahressicht ein starker Performer: Seit Januar steht ein Plus von 15,1 Prozent zu Buche, gegenüber dem Vorjahr sogar ein Zuwachs von fast 96 Prozent.
Der RSI von 46,2 signalisiert derzeit weder überkaufte noch überverkaufte Bedingungen. Die annualisierte Volatilität von knapp 30 Prozent deutet allerdings auf anhaltend nervöses Handelsgeschehen hin, während Anleger KI-Schlagzeilen, Belegschaftskonflikte und die breitere Rotation bei Technologiewerten verarbeiten.
Der Protest allein dürfte den Kurs kaum bewegen. Er zeigt aber, wie sich die Reibung zwischen Management und Belegschaft verschärft — gerade weil Alphabet trotz starkem Umsatzwachstum weiter auf Stellenabbau und straffe Leistungssysteme setzt. Ob Pichai oder die Konzernführung offiziell reagieren und wie die Gewerkschaft ihre Kampagne in den kommenden Wochen fortführt, dürfte für die interne Stimmung bei Google entscheidend werden.
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