Alphabet Aktie: Anthropic bindet sich langfristig an Google Cloud
Google begrenzt Argon zunächst auf ausgewählte Sicherheitspartner; zugleich wehrt sich der Konzern gegen EU-Vorgaben zu KI-Diensten und Suchdaten.

- Argon zunächst nur für ausgewählte Partner
- Gemini 3.5 Pro kommt nicht
- Anthropic plant Ausgaben von mindestens 111,1 Milliarden Dollar
- Google klagt gegen zwei EU-Anordnungen
Alphabet treibt die funktionale Spezialisierung seiner Modellarchitektur voran. Der Technologiekonzern kündigte gestern über seine Tochtergesellschaft Google mit Argon das Flaggschiff-Modell der Generation Gemini 4 an, das zunächst ausschließlich für ausgewählte Partner im Bereich Cybersicherheit bereitgestellt wird.
Laut einem Bericht von Reuters nannte Google keinen Zeitplan für eine allgemeine Veröffentlichung des Modells und stellte zugleich klar, dass Gemini 3.5 Pro nicht auf den Markt kommen wird. Im gestrigen Handel legte die Aktie um 1,1 Prozent zu und schloss bei 304,15 Euro.
Die Fokussierung auf hochspezifische Sicherheitsanwendungen verdeutlicht Googles Strategie, hochentwickelte Rechenmodelle vorrangig in margenstarken und sensiblen B2B-Segmenten zu monetarisieren. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier damit einen Zuwachs von 14 Prozent.
Milliardenschwere Cloud-Bindung und Hardware-Offensive
Flankiert wird die Modellentwicklung von einer massiven Auslastung der firmeneigenen Recheninfrastruktur. Wie Reuters am Dienstag meldete, plant das KI-Unternehmen Anthropic feste Ausgaben von mindestens $111,1 Milliarden bei Alphabet. Die vertraglichen Vereinbarungen erstrecken sich über einen Zeitraum von sieben bis zehn Jahren und gelten nutzungsunabhängig. Für Google bedeutet dies planbare, langfristige Erlöse im hart umkämpften Cloud-Sektor.
Parallel dazu rollt das Unternehmen neue Hardware-Kategorien für Endverbraucher aus. Am 21. September starteten die Vorbestellungen für das Googlebook, eine auf Gemini-KI ausgelegte Premium-Laptop-Reihe. Die Geräte entstehen in Zusammenarbeit mit Hardwarepartnern wie Acer, Asus, Dell, HP sowie Lenovo und beginnen preislich ab $899.
Politische Absprachen und regulatorischer Gegenwind
Auch auf politischer Ebene setzt der Konzern Akzente. US-Repräsentantenhaus-Sprecher Mike Johnson erklärte am Dienstag nach einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump, dass führende Branchenvertreter, darunter Alphabet, eine Vereinbarung über gemeinsame KI-Standards unterzeichnet hätten. Konkrete Inhalte dieses Abkommens nannte Johnson nicht.
Zugleich formiert sich an regulatorischen Fronten anhaltender Widerstand. Am Dienstag wehrte sich Google gerichtlich gegen zwei Anordnungen der Europäischen Union im Rahmen des Digital Markets Act. Die Vorgaben verlangen, rivalisierenden KI-Entwicklern Zugang zu bestimmten Diensten und Konkurrenten im Suchbereich Zugriff auf Suchdaten zu gewähren.
Google begründete den juristischen Schritt mit erheblichen Risiken für den Datenschutz und die IT-Sicherheit. Zudem schlug die britische Wettbewerbsbehörde Competition and Markets Authority am 23. September vor, Nutzern auf Android und Chrome mehr Auswahl bei Suchanbietern und KI-Assistenten einzuräumen; die Konsultation hierzu läuft noch bis zum 9. Oktober.
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