Alphabet Aktie: Cloud-Boom trifft Cashflow-Loch

Alphabet steigert Umsatz und Cloud-Ergebnis, doch Beteiligungsverluste und hohe KI-Ausgaben belasten Gewinn sowie freien Cashflow.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz wächst um 25 Prozent
  • Cloud-Umsatz steigt um 103 Prozent
  • Gewinn je Aktie bleibt unter Prognosen
  • Freier Cashflow fällt auf minus 9,1 Milliarden Dollar

Starkes Wachstum, schwache Kurse: Alphabet hat im dritten Quartal viel Umsatz gemacht, aber kaum Gewinn gezeigt. Die Aktie gab nachbörslich rund 7 bis 9 Prozent nach. Im regulären Handel lag das Minus zuletzt bei etwa 8,5 Prozent.

Gewinn bricht ein, Cloud verdoppelt sich

Der Umsatz stieg um 25 Prozent auf 127,6 Milliarden Dollar und lag damit nah an den Erwartungen. Beim Gewinn je Aktie sah es anders aus: 2,12 Dollar standen Prognosen von gut 3 Dollar gegenüber, ein Jahr zuvor waren es 2,87 Dollar.

Den Ausschlag gab vor allem das Nicht-Operative. Alphabet verbuchte Verluste auf Beteiligungen, das Sonstige Ergebnis drehte von einem Plus von 12,8 Milliarden Dollar auf ein Minus von 8,2 Milliarden. Die Gewinnentwicklung hängt zunehmend an Bewertungsschwankungen bei Investments, etwa in SpaceX. Das operative Geschäft lief besser: Das Betriebsergebnis legte um 30 Prozent auf 40,6 Milliarden Dollar zu, die Marge stieg auf 31,8 Prozent.

Google Cloud setzte mit 30,7 Milliarden Dollar mehr als doppelt so viel um wie vor einem Jahr (plus 103 Prozent). Das Betriebsergebnis der Sparte verdreifachte sich auf 11,1 Milliarden Dollar. CEO Sundar Pichai sprach von einem Jahresumsatz auf Halbbillionen-Niveau.

Suche enttäuscht, Investitionen drücken

Das Kerngeschäft Suche wuchs um rund 12 Prozent auf 63,35 Milliarden Dollar. Analysten hatten etwa 65 Milliarden erwartet. Das nährt Sorgen, KI-Angebote könnten das Werbegeschäft angreifen. Pichai hält dagegen: Die Zahl der Suchanfragen wachse so schnell wie seit fünf Jahren nicht mehr.

Die KI-Offensive kostet Geld. Die Investitionen verdoppelten sich auf 51,4 Milliarden Dollar, nach 24 Milliarden im Vorjahr. Das Jahresziel von 195 bis 205 Milliarden Dollar bleibt bestehen. Der freie Cashflow rutschte auf minus 9,1 Milliarden Dollar, belastet durch Infrastruktur, TPU-Lagerbestände und eine EU-Strafe.

Hinzu kommen Abnahmeverpflichtungen von 924 Milliarden Dollar. Das zeigt, wie weit sich der Konzern für den KI-Ausbau bindet.

Stimmen und Ausblick

Marktbeobachter rechnen mit einzelnen Abstufungen durch Analysten. Der Börsenkommentator Jim Cramer sieht allerdings nichts, was die Tech-Giganten grundsätzlich aus der Bahn werfen könnte. Microsoft legte am selben Abend stärker vor und stieg nachbörslich um 4 Prozent.

Die Dividende bleibt bei 0,22 Dollar je Aktie. Sie wird am 14. Dezember an Aktionäre ausgezahlt, die am 7. Dezember im Register stehen. Der Markt verlangt nun Belege, dass die Rekordausgaben in nachhaltigen Gewinn und positiven Cashflow münden.

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